Effizienz der Revision von Wurzelkanalfüllungen nach Obturation mit fünf verschiedenen Techniken mittels maschineller Wurzelkanalinstrumente

Hintergrund und Ziele Die Revision einer Wurzelkanalfüllung wird notwendig, wenn klinische oder radiologische Befunde einer Parodontitis apicalis an bereits wurzelkanalbehandelten Zähnen auftreten. Ziel der Revisionsbehandlung ist die Wiederherstellung der Integrität periapikaler Verhältnisse und...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Reinhardt, Kathrin Juliane
Beteiligte: Frankenberger, Roland (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0537
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Hintergrund und Ziele Die Revision einer Wurzelkanalfüllung wird notwendig, wenn klinische oder radiologische Befunde einer Parodontitis apicalis an bereits wurzelkanalbehandelten Zähnen auftreten. Ziel der Revisionsbehandlung ist die Wiederherstellung der Integrität periapikaler Verhältnisse und die Beseitigung oder Prävention klinischer Symptome durch die erneute mechanische Aufbereitung und chemische Reinigung des Wurzelkanalsystems sowie den hermetisch dichten Verschluss des Wurzelkanals durch die Wurzelfüllung und die koronale Restauration (Weiger et al. 1994, Hülsmann, Weiger 1994, Stellungnahme der DGZMK und der DGZ: Revision einer Wurzelkanalbehandlung 2004). Im Rahmen der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, wie effizient die schrittweise maschinelle Revision verschiedener Kalt- und Warmfülltechniken mit dem maschinell rotierenden D-RaCe-System ist. Dazu wurden die Revisionseffizienz und die Revisionsdauer der unterschiedlichen Wurzelkanalfülltechniken ermittelt und ausgewertet. Methoden Für die Untersuchungen wurden 75 humane, extrahierte, einwurzelige Zähne dekapitiert. Die Proben wurden mit maschinellen Wurzelkanalinstrumenten des BioRaCe-Systems bis zu der Größe .04/#35 aufbereitet. Nach Trennung der Wurzeln in longitudinaler Richtung mittels diamantierter Trennscheibe, wurden die Zahnhälften in speziellen Biresin-Blöcken wieder zueinander fixiert. Es erfolgte eine weitere maschinelle Aufbereitung bis Größe .04/#40 zur Schaffung eines runden Wurzelkanalquerschnitts. Die Proben wurden zu je 15 Zähnen je einer von fünf Gruppen zugeteilt und diese mit der jeweiligen Obturationstechnik gefüllt. Die in dieser Arbeit untersuchten Wurzelkanalfülltechniken waren die laterale Kompaktion, die Non-compaction-Technik und die Single-cone-Technik bei den Kaltfülltechniken, als Vertreter der Warmfülltechniken die Thermafil-Technik und die warme vertikale Kompaktion. Schließlich wurden alle Proben schrittweise revidiert. Der erste Revisionsschritt erfolgte mit D RaCe-Instrumenten der Größen .10/#30 und .04/#25 sowie der BioRaCe-Feile der Größe .04/#40. Im zweiten Revisionsschritt wurden die Wurzelkanäle mit einem „Rondo“ RaCe-Instrument (Spezialanfertigung) der Größen .04/#45 und im letzten Revisionsschritt mit einem BioRaCe-Instrument der Größe .04/#50 erweitert. Nach jedem der drei Revisionsschritte wurden die Proben unter dem Lichtmikroskop (Leica) bei 4-facher und 16-facher Vergrößerung fotografiert und untersucht und mit der Software ImageTool ausgewertet. Die statistische Datenanalyse erfolgte mit dem Auswertungsprogramm SPSS 19.0. Ergebnisse Die Auswertung der schrittweise revidierten Proben zeigte ein eindeutiges Ergebnis. Nach jedem der drei Revisionsschritte wiesen die Kaltfülltechniken weitaus weniger Guttapercha- als Sealerreste auf. Bei den Warmfülltechniken hingegen verblieben weitaus mehr Guttaperchareste im Wurzelkanal, während der Anteil an Sealerresten verhältnismäßig gering war. Insgesamt stellte sich die schrittweise Revision und Erweiterung des Wurzelkanals als äußerst effektiv heraus. In Bezug auf die Revisionszeit erwies sich die Single-cone-Technik als relativ leicht und schnell zu revidierende Wurzelkanalfülltechnik. Im Gegensatz dazu waren die Proben der Thermafil-Technik besonders schwer und mit einem signifikant höheren Zeitaufwand zu revidieren. Praktische Schlussfolgerungen Die Resultate dieser Studie belegen die Effektivität der schrittweisen Aufbereitung und Erweiterung des Wurzelkanals während der Revision. Die Instrumentengröße sollte bei jeder Revision einer Wurzelkanalfüllung zumindest zwei Instrumentengrößen über der ursprünglichen Aufbereitungsgröße liegen, um eine optimale Entfernung von Sealer- und Guttapercharesten von den Wurzelkanalwänden zu gewährleisten. Vor allem bei der Revision einer Thermafil-Wurzelkanalfüllung muss ein höherer Zeitaufwand einkalkuliert werden.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0537