Das thorakale Growing Teratoma Syndrom von nichtseminomatösen Keimzelltumoren: Eine interdisziplinäre Herausforderung

In unserer retrospektiven Studie konnte mit prospektiv erhobenen Daten das seltene Krankheitsbild von 29 TGTS-Patienten analysiert werden. Da die pathophysiologische Erklärung eines GTS nicht eindeutig ist, bestehen noch unterschiedliche Theorien. Die Diagnosestellung ist aufgrund der Vorbehandlung...

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Main Author: Chalepaki-Ntelli, Kyriaki
Contributors: Schirren, Joachim (Prof. Dr.med.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2021
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In unserer retrospektiven Studie konnte mit prospektiv erhobenen Daten das seltene Krankheitsbild von 29 TGTS-Patienten analysiert werden. Da die pathophysiologische Erklärung eines GTS nicht eindeutig ist, bestehen noch unterschiedliche Theorien. Die Diagnosestellung ist aufgrund der Vorbehandlung erschwert. Goldstandard der Therapie ist die komplette Resektion des Growing Teratomas unter kurativem Ansatz. Hierdurch wird einerseits die Histologie des Tumors geklärt, andererseits die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs oder einer malignen Transformation minimiert. Eine komplette Resektion konnten wir bei allen Patienten mit größtenteils erweiterten Resektionen erreichen. Durch ihre Größe können Growing Teratome Kompressionsphänomene oder Infiltrationen von wichtigen zentralen Strukturen verursachen. Hierdurch und durch ihre Nähe an zentralen Strukturen stellt die Resektion eine chirurgische Herausforderung dar. Die thorakalen Growing Teratome zeigten in unserem Kollektiv eine mediane Größe von 64,5 mm (10-210 mm). Bei ungefähr jedem dritten Patienten konnten wir einen multilokalisierten Befall nachweisen (34,5%, n=10). Es erfolgten insgesamt 44 Operationen, davon 25 Thorakotomien (inklusive 6 Doppel-Thorakotomien), 6 Sternotomien, 7 transabdominelle Resektionen und 6 Neck Dissektionen. Bezüglich der Prognose wurden das Patientenalter bei Diagnose (p=0,140), die Tumorgröße (p=0,119), die Multilokalisation des TGTS (p=0,159), die Notwendigkeit der Applikation von HochdosisChemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (p=0,373), die Notwendigkeit einer erweiterten Resektion (p=0,159) und der Zeitpunkt der Diagnosestellung des TGTS (p=0,987) -während der Behandlung des Primarius oder während eines Rezidivs- auf das Überleben untersucht. Keiner dieser Faktoren zeigten einen signifikanten Einfluss auf das Überleben.Zusammenfassung 123 Das Erkennen des seltenen Syndroms, die Interdisziplinarität und das Verständnis für die Strategie zur Behandlung führen zum Erfolg. Durch diese Interdisziplinarität kann der optimale Zeitpunkt des jeweiligen Therapieverfahrens genau geplant werden und unnötige Therapien dem Patienten erspart werden. In unserem Patientengut konnte hierdurch eine niedrige Morbidität, eine 5-Jahres-Überlebensrate von 93%, eine 10-Jahres- Überlebensrate von 93% und eine 15-Jahres-Überlebensrate von 84% ohne Mortalität erreicht werden. Im gesamten Patientenkollektiv der Studie erlitten 14,3% (n=4) ein Rezidiv des GTS. Einschränkungen in unserer Studie waren das kleine Patientenkollektiv und das retrospektive Studiendesign. Daten wie zum Beispiel die IGCCCG-Klassifikation oder die initialen Tumormarker fehlten. Jedoch ist dies, unseres Wissens nach, das bisher größte in der Literatur untersuchte Kollektiv von TGTSPatienten nach testikulären oder extragonadalen nichtseminomatösen Keimzelltumoren. Zusammengefasst erfordert die Komplexität dieser Erkrankung eine enge Zusammenarbeit zwischen Onkologen, Urologen und Thoraxchirurgen.
Physical Description:141 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2022.0171