Einfluss der Kompression auf dei Berstdrücke nach bipolarer Gefäßversiegelung - Untersuchung an einem ex vivo Modell der Pulmonalarterie

Hintergrund: Mit der bipolaren Versiegelungstechnik können Arterien und Venen in einem Arbeitsschritt verschlossen und durchtrennt werden. Durch das Schließen der Instrumentenbranchen wird ein Kompressionsdruck aufgebaut, welcher die Kollagen- und Fibrinfasern in den Gefäßwänden zusammenpresst. Der...

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Main Author: Rüdell, Franziska
Contributors: Kirschbaum, Andreas (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Doctoral Thesis
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2018
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Description
Summary:Hintergrund: Mit der bipolaren Versiegelungstechnik können Arterien und Venen in einem Arbeitsschritt verschlossen und durchtrennt werden. Durch das Schließen der Instrumentenbranchen wird ein Kompressionsdruck aufgebaut, welcher die Kollagen- und Fibrinfasern in den Gefäßwänden zusammenpresst. Der anschließende Koagulationsprozess führt zum Verschmelzen der Fasern. In dieser Arbeit wird an einem ex vivo Modell der Pulmonalarterie untersucht, welchen Einfluss der Kompressionsdruck und die Dauer der Kompression auf die Höhe der Berstdrücke hat. Material und Methode: Die Untersuchungen wurden an Pulmonalarterien des Schweines durchgeführt. Hierzu erfolgte zunächst die Präparation der Pulmonalarterie von der Pulmonalklappe bis in die Peripherie der linken Lunge bei en bloc im Schlachthof entnommenen Herz-Lungenpräparaten. Zur digitalen Messung der Berstdrücke (in mbar) erfolgte die Implantation eines Drucksensors. Es wurden Gefäße unterschiedlichen Durchmessers untersucht: 1-6 mm, 7-12 mm und >12 mm. Nach bipolarer Versiegelung wurden durch maximale pneumatische Belastung der Gefäßnaht die Berstdrücke ermittelt. Für unsere Untersuchungen verwendeten wir das bipolare Versiegelungsinstrument MARSEAL® (Firma Gebrüder Martin GmbH & CoKG, Tuttlingen, Deutschland) mit der Stromart SealSafe® G3 und drei verschiedenen Kompressionsstärken der Maulbranchen (35N, 45N und 55N). Bei einer Kompressionsstärke von 35N wurden zudem die Berstdrücke nach unterschiedlicher Kompressionsdauer (0s, 5s, 10s und 20s) untersucht. Nach Abschluss der Messungen wurden für jede Gruppe (n=15) die mittleren Berstdrücke berechnet und die Gruppen miteinander durch einen nichtparametrischen Test (Mann - Whitney U Test) verglichen. Signifikanz bestand bei p < 0.05. Ergebnisse: Die mittleren Berstdrücke bei den Gefäßen 1- 6 mm lagen bei: 290.5 ± 77.1 mbar (35N), 323.0 ± 76.0 mbar (45N) und 301.6 ± 69.9 mbar (55N). Die Gruppen waren untereinander nicht signifikant verschieden. Für die Gefäßdurchmesser 7 – 12mm lagen die mittleren Berstdrücke bei: 108.1 ± 19.1 mbar (35N), 154.3 ± 28.5 mbar (45N) und 212.4 ± 45.3 mbar (55N). Bei einer Gefäßgröße > 12mm ermittelten wir mittlere Berstdrücke von 77.7 ± 11.7 mbar (35N), 117.6 ± 27.1 mbar (45N) und 166.3 ± 56.6 mbar (55N). Die Gruppen mit einer Kompressionsstärke von 55N lagen signifikant über den anderen Gruppen. Bei einer Kompressionsdauer von 5s ergaben sich mittlere Berstdrücke die signifikant über denjenigen mit einer Dauer von 0s lagen. Eine längere Kompressionszeit > 5s erbrachte keine weitere signifikante Steigerung der mittleren Berstdrücke. Die histologische Färbung (HE) der Versiegelungszonen zeigte mikroskopische keine Unterschiede zwischen den einzelnen Kompressionsstärken. Schlussfolgerung: Durch die Steigerung des Kompressionsdruckes können insbesondere für Gefäße größeren Durchmessers höhere Berstdrücke erzielt werden. Ebenso wirkt sich eine Kompression von 5s vor der Koagulation positiv auf die Stabilität der Gefäßnaht aus. Eine längere Kompressionsdauer führt jedoch zu keiner signifikanten Erhöhung der Berstdrücke.
Physical Description:109 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2019.0006