Biomechanische Untersuchung zur Primärstabilität ventraler Plattenosteosynthesen bei osteoligamentären Luxationsfrakturen der unteren Halswirbelsäule in Abhängigkeit des Ausmaßes begleitender Facettengelenksverletzungen – Methodenentwicklung und erste Ergebnisse

Die Wahl des operativen Zugangsweges und der geeigneten Instrumentierung, bei instabilen Verletzungen der subaxialen Halswirbelsäule mit Beteiligung der Facettengelenke, wird bis zum jetzigen Zeitpunkt kontrovers diskutiert. Der mechanische Stellenwert der knöchernen Facettengelenksfortsätze nach op...

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Main Author: Born, Sebastian
Contributors: Krüger, Antonio (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2016
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Wahl des operativen Zugangsweges und der geeigneten Instrumentierung, bei instabilen Verletzungen der subaxialen Halswirbelsäule mit Beteiligung der Facettengelenke, wird bis zum jetzigen Zeitpunkt kontrovers diskutiert. Der mechanische Stellenwert der knöchernen Facettengelenksfortsätze nach operativer Stabilisierung ist dabei bisher nur unzureichend untersucht worden. Ausgehend von der Vermutung, dass die knöchernen Facettengelenksfortsätze auch nach einer Verletzung mit kompletter Zerreißung des diskoligamentären Komplexes und der Gelenkkapsel einen deutlichen Einfluss auf die Stabilität im operierten Halswirbelsäulensegment haben, wurde diese biomechanische Studie konzipiert. Die konkrete Zielsetzung dieser Arbeit war es, die Bedeutung von uni- und bilateralen Facettengelenksfrakturen für die Primärstabilität einer monosegmentalen ventralen Fusion mittels trikortikalem Span und Plattenosteosynthese bei traumatischen Translationsbewegungen zu untersuchen. Verwendet wurden humane Halswirbelsäulenpräparate, bei denen eine Luxationsverletzung sowie unterschiedliche Facettengelenksverletzungen im Segment C4/C5 generiert worden waren. Im Anschluss erfolgte die ventrale Stabilisierung mittels Plattenosteosynthese. Eine Erprobung des für diese Fragestellung entwickelten Versuchsaufbaus wurde mit 12 formalinfixierten Halswirbelsäulen durchgeführt. Im darauffolgenden Hauptversuch wurden 15 fresh-frozen Halswirbelsäulen belastet. Hier erfolgte im Gegensatz zum Vorversuch eine zusätzliche Simulation des Kopfgewichts durch eine axiale Vorlast. Die Präparate wurden bis zum Implantatversagen belastet und die dafür benötigte Maximalkraft ermittelt. Ein Vergleich fand zwischen der Gruppe mit intakten knöchernen Facettengelenken und den Gruppen mit uni- und bilateralen Facettengelenksfrakturen statt. Dabei konnte im Vorversuch eine deutliche Tendenz und im Hauptversuch ein statistisch signifikanter, stabilisierender Einfluss bei Präparaten mit intakten Gelenkfortsätzen gegenüber Präparaten mit bilateralen Facettengelenksfrakturen festgestellt werden. Ausgehend von diesen Ergebnissen sollte bei Facettengelenksfrakturen zusätzlich zur ventralen Spondylodese eine dorsale Instrumentierung erwogen werden. Aufgrund der im Vorfeld der Belastung ermittelten schlechten Knochenqualität aller fresh-frozen Präparate und der eingeschränkten Übertragbarkeit von Testergebnissen aus biomechanischen Kadaverstudien auf Verhältnisse in vivo ist eine abschließende Beurteilung schwierig. Es müssen noch weitere experimentelle und klinische Studien durchgeführt werden, um den Einfluss der knöchernen Facettengelenke auf die Stabilität im verletzten Wirbelsäulensegment näher zu bestimmen.
Physical Description:128 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2016.0537