Vergleich zweier maschineller Nickel-Titan-Revisionssysteme hinsichtlich der Revisionseffizienz von Wurzelkanalfüllungen in ovalen Wurzelkanälen mit und ohne Einsatz des Lösungsmittels Eukalyptol

Hintergrund und Ziele Bei derzeit fehlenden Möglichkeiten, einen Zahnverlust ästhetisch und funktionell vollwertig ersetzen zu können, liegt ein Schwerpunkt des klinischen Interesses auf der Erweiterung und Optimierung konservierender Therapien. In diesem Sinne hat die Wurzelkanal-behandlung so...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kleye, Christin
Beteiligte: Frankenberger, Roland (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund und Ziele Bei derzeit fehlenden Möglichkeiten, einen Zahnverlust ästhetisch und funktionell vollwertig ersetzen zu können, liegt ein Schwerpunkt des klinischen Interesses auf der Erweiterung und Optimierung konservierender Therapien. In diesem Sinne hat die Wurzelkanal-behandlung sowie die Revision insuffizienter Wurzelfüllungen eine herausragende Bedeutung als Maßnahme zur Erhaltung avitaler Zähne. Das Ziel der endodontischen Revision ist die Wiederherstellung der periapikalen Integrität bereits wurzelkanalbehandelter Zähne mit klinischen oder radiologischen Befunden einer Parodontitis apicalis beziehungsweise die Prävention derselben. Das Procedere beinhaltet eine erneute chemo-mechanische Reinigung des Wurzelkanalsystems mit dichtem Verschluss des Kanallumens durch die Wurzelfüllung sowie die koronale Restauration (DGZMK-Stellungnahme). Im Rahmen dieser Studie sollten die beiden Revisionssysteme D-RaCe und Mtwo-Retreatment-Files hinsichtlich ihrer Revisions-effizienz in ovalen Wurzelkanälen untersucht und verglichen werden. Darüber hinaus wurde der Einfluss von Lösungsmittel sowie einer zusätzlichen experimentellen Aktivierungsmethode mittels EndoActivator beziehungsweise EndoExpress auf die Reinigungsleistung der beiden Feilensysteme analysiert. Methoden Die Untersuchungen wurden an 60 humanen, extrahierten Zähne mit geradem Wurzelverlauf und ovalem Wurzelquerschnitt durchgeführt. Nach Standardisierung der Wurzellänge mittels Dekoronation auf 10 mm erfolgten die Aufbereitung der Proben maschinell mit Hilfe des Mtwo-Systems unter strikter Beachtung der ovalen Kanalanatomie bis zur Größe .04/#40 und die Füllung der Wurzelkanäle mit Guttapercha-Points und AH Plus in lateraler Kompaktionstechnik. Nach anschließender Lagerung der Zähne für zwei Monate in 0,1%iger Thymollösung wurden die Proben randomisiert auf vier Gruppen (n=15) mit jeweils zwei Gruppen für das D-RaCe- und das Mtwo-Retreatment-System aufgeteilt. Jeweils eine der Gruppen pro Revisions-system wurde zusätzlich mit Eukalyptusöl revidiert. Die mechanische Aufbereitung der Kanäle erfolgte in allen Gruppen bis zur initialen Aufbereitungsgröße von .04/#40 unter Erfassung der Revisionszeiten. Nach anschließender axialer Teilung der revidierten Wurzelkanalfüllungen erfolgte die Fotodokumentation der Wurzelhälften unter dem Lichtmikroskop bei 10-facher Vergrößerung sowie die elektronische Erfassung und Speicherung der Daten. Während des zweiten Revisionsschrittes wurden die zuvor mit Lösungsmittel behandelten Gruppen erneut mit Eukalyptusöl geflutet und das Lösungsmittel mit Hilfe des EndoActivators aktiviert. Die Wurzelkanäle der ohne Lösungsmittel revidierten Zähne wurden mit physiologischer NaCl-Lösung geflutet und mit Hilfe des EndoExpress-Handstücks und einer K-Feile ISO 30 aktiviert. Im Anschluss erfolgte die Evaluation der Proben hinsichtlich der prozentual mit Wurzelfüllresten bedeckten Kanaloberfläche anhand der lichtmikroskopischen Fotos sowie die statistische Auswertung aller erhobenen Daten mit der Software SPSS 20.0 mittels nicht-parametrischer Tests. Ergebnisse Die Auswertung der experimentell vergleichenden Untersuchungen von D-RaCe und Mtwo-Revisionsfeilen in ovalen Wurzelkanälen zeigte sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Revisionsschritt signifikant mehr verbliebene Wurzelfüllreste in der Gruppe D-RaCe mit Eukalyptusöl als in den Vergleichsgruppen. Die höchste Revisionseffizienz nach dem ersten Revisionsschritt konnten mit dem Mtwo-System ohne Lösungsmittel erzielt werden. Nach dem zweiten Revisionsschritt zeigte sich die signifikant beste Reinigungsleistung in der D-RaCe-Gruppe ohne Lösungsmittel. Zwischen der Instrumentierungszeit und der Gesamtrevisionsdauer der einzelnen Feilensysteme konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Praktische Schlussfolgerungen Auch in der vorliegenden Studie konnte mit keinem der untersuchten Revisions-systeme eine vollständige Reinigung des Wurzelkanals erzielt werden. Dennoch wurde gezeigt, dass sich sowohl die D-RaCe- als auch die Mtwo-Retreatment-Feilen sehr gut zur Revision ovaler Wurzelkanäle eignen. Der zusätzliche Einsatz eines Lösungs-mittels wies dabei hinsichtlich der Reinigungseffizienz beider Systeme keinen Vorteil auf, sondern wirkte sich teilweise sogar nachteilig auf diese aus. Des Weiteren konnte eine mögliche Alternative zur bisher proklamierten intentionellen größeren Aufbereitung von Wurzelkanälen zur Erhöhung der Revisionseffizienz aufgezeigt werden. Die beschriebenen Aktivierungsmethoden zeigen dabei den Vorteil einer signifikanten Steigerung der Revisionseffizienz und reduzieren gleichzeitig die Gefahr einer zusätzlichen Wurzelschwächung oder einer Perforation.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0533