Proteintransport zum Apicoplasten von Plasmodium falciparum - Hinweise für einen Golgi-abhängigen Transportweg

Wie die meisten apicomplexen Parasiten besitzt Plasmodium falciparum eine komplexe von vier Membranen umschlossene Plastide sekundär endosymbiotischen Ursprungs, die als Apicoplast bezeichnet wird. Obwohl nicht länger photosynthetisch aktiv, ist der Apicoplast ein Zentrum metabolischer Aktivität und...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Author: Heiny, Sabrina Rita
Contributors: Przyborski, Jude (PD Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2013
Biologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
Tags: Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
Description
Summary:Wie die meisten apicomplexen Parasiten besitzt Plasmodium falciparum eine komplexe von vier Membranen umschlossene Plastide sekundär endosymbiotischen Ursprungs, die als Apicoplast bezeichnet wird. Obwohl nicht länger photosynthetisch aktiv, ist der Apicoplast ein Zentrum metabolischer Aktivität und gilt aufgrund seiner für den Parasiten essentiellen Stoffwechselwege als vielversprechende Angriffsfläche neuer anti-Malaria Medikamente. Die meisten Apicoplast Proteine sind jedoch Zellkern-kodiert und müssen daher post-translational in die Plastide importiert werden, was die Etablierung entsprechender Signale und Transportmechanismen voraussetzt. Die Signale, welche die zunächst co-translationale Insertion von Apicoplast Proteinen ins ER und den anschließenden Transport zur Plastide vermitteln, wurden wie die molekularen Komponenten, die an der Translokation über die drei inneren Membranen beteiligt sind, in den letzten Jahren eingehend untersucht. Weitestgehend unbekannt ist, wie Apicoplast Proteine zunächst vom ER zur äußeren Apicoplasten Membran gelangen. In der gegenwärtigen Literatur wir ein Modell favorisiert bei dem Apicoplast Proteine bereits im ER erkannt und in ein spezielles vesikuläres System sortiert werden, über das sie unter Ausschluss des Golgi-Apparates auf direktem Weg vom ER zur äußeren Apicoplasten Membran transportiert werden. Diese Arbeit liefert Hinweise, dass lösliche Apicoplast Proteine über eine Passage durch den Golgi-Apparat zum Apicoplasten transportiert werden. Anhand von ER retrieval Sequenzen, welche im Golgi erkannt werden, kann der Transport eines löslichen Apicoplast-gerichteten Reporterproteins nachhaltig beeinträchtigt werden. Desweiteren wird der Transport löslicher Apicoplast-gerichteter Reporterproteine unter Einfluss von Brefeldin A, einem bekannten Inhibitor des Golgi/ER vesikulären Systems, in einer P. falciparum Wildtyp Parasitenlinie weitestgehend inhibiert, während vor dem Hintergrund einer BFA-resistenten P. falciparum Zelllinie keine Beeinträchtigung des Transports zum Apicoplasten erfolgt. Entgegen der gegenwärtigen Literatur wird ein Modell vorgeschlagen, bei dem lösliche Apicoplast Proteine nach ihrer co-translationalen Insertion ins ER zunächst entlang des sekretorischen Weges transportiert werden. Im Golgi-Apparat werden sie dann, vermutlich von einem Golgi-residenten Transitpeptid Rezeptor, erkannt und über ein vesikuläres Transportsystem zur äußeren Apicoplasten Membran sortiert und transportiert.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0469