Einfluss von druckentlastendem CPAP auf Atmungsparameter und Auftreten von inspiratorischen Flusslimitationen im Vergleich zu konventionellem CPAP

Die Applikation eines konstanten Luftstroms durch eine Nasenmaske (also nCPAP) ist zurzeit der Goldstandard der Therapie der Obstruktiven Schlafapnoe. Dabei gibt es CPAP-Nebenwirkungen, die zum Teil die Compliance der Patienten vermindern. Eine unerwünschte Nebenwirkung ist die Intoleranz gegen den...

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Main Author: Jerrentrup, Lukas
Contributors: Becker, Heinrich (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Innere Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Applikation eines konstanten Luftstroms durch eine Nasenmaske (also nCPAP) ist zurzeit der Goldstandard der Therapie der Obstruktiven Schlafapnoe. Dabei gibt es CPAP-Nebenwirkungen, die zum Teil die Compliance der Patienten vermindern. Eine unerwünschte Nebenwirkung ist die Intoleranz gegen den hohen Gegendruck bei der Exspiration. Die Firma Respironics (Murrysville, USA) hat deswegen das C-Flex-System entwickelt, bei dem während der Exspiration eine atemflussgesteuerte automatische Absenkung des CPAP-Drucks stattfindet. Die Höhe der Absenkung ist in drei vorwählbaren Stufen einstellbar. Das C-Flex-Beatmungsverfahren ähnelt dem BiPAP-Verfahren, bei dem für die Inspiration und Exspiration unterschiedliche Druckniveaus eingestellt werden. Für das BiPAP-Verfahren sind in der Literatur gehäuft aufgetretene inspiratorische Flusslimitationen beschrieben worden Fragestellung: Die vorliegende Untersuchung sollte daher klären, ob unter C-Flex auch gehäuft inspiratorische Flusslimitation auftreten? Außerdem wurden Veränderungen bei Atemfrequenz, Tidalvolumen, Inspirations- und Exspirationszeit sowie Atemzyklus unter C-Flex im Vergleich zu CPAP untersucht, und ob diese von den drei C-Flex-Stufen abhängig sind. Schließlich wurde die Frage diskutiert, ob C-Flex eine äquivalente Therapie der Obstruktiven Schlafapnoe im Vergleich zu CPAP ist. Methode: Mit der vorliegenden Arbeit wurde die erste vergleichende Studie beider Beatmungsverfahren mit Goldstandard-Messmethoden für Atemfluss und Ösophagus-druck durchgeführt. Dabei wurden 24 Patienten mit einer behandelten Obstruktiven Schlafapnoe untersucht. Der Schlaf wurde mit einer Standard-Polysomnographie im Schlaflabor gemessen, die Patienten erhielten zusätzlich eine direkte Ösophagus-druckmessung mittels einer piezoelektrischen Drucksonde. Der Atemfluss wurde mit einem Pneumotachographen analysiert. Alle Patienten durchliefen ein randomisiertes Nachtprotokoll, wonach ihnen konventionelles CPAP sowie C-Flex in allen drei Einstellungsstufen appliziert wurde. Für jeden Beatmungsmodus an jedem Patienten wurden je 15 Minuten REM- und NREM-Schlaf analysiert. Die Daten wurden mit der Software EDF-Trace (Schlaflabor Marburg) auf inspiratorische Flusslimitationen, Atemfrequenz, inspiratorisches Tidalvolumen, Inspirationszeit, Inspirations-/Exspirationszeit-verhälntis sowie inspiratorischen Atemzyklus (Ti/Ttot) hin untersucht. Die Analyse erfolgte von Atemzug zu Atemzug und wurde visuell nachkontrolliert. Ergebnisse: Es konnten keine signifikanten Unterschiede beim Auftreten von inspiratorischen Flusslimitationen zwischen CPAP und C-Flex 1-3 nachgewiesen werden. Im REM-Schlaf zeigte sich eine signifikante (p<0,05) Zunahme des Atemflusses am Punkt der maximalen Druckabsenkung durch C-Flex zwischen C-Flex 1 und C-Flex 2, sowie zwischen C-Flex 1 und C-Flex 3. Das mittlere inspiratorische Tidalvolumen blieb konstant, ebenso die mittlere Atemfrequenz bis auf eine signifikante Zunahme im REM-Schlaf unter C-Flex 2 und C-Flex 3 (gegenüber CPAP). Die Inspirationszeit, wie auch das Inspirationszeit-/Exspirationszeitverhältnis (Ti/Te) und der inspiratorische Atemzyklus (Ti/Ttot), nahmen signifikant zu, die Exspirations-zeit dagegen ab. C-Flex zeigt sich also in der therapeutischen Wirksamkeit gegenüber CPAP gleichwertig. Die Veränderungen der Atmungsparameter, insbesondere die Verlängerung der Inspirationszeit bei konsekutiver Verkürzung der Exspirationszeit weisen auf eine Verminderung der Ausatemarbeit unter C-Flex hin. Eine Beatmung im C-Flex Modus ist nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie für den Patienten ungefährlich. Gegen die Anwendung des C-Flex-Systems in der Therapie von Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen bestehen somit keine Bedenken.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0575