Die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Graffiti in der Marburger Elisabethkirche. Befund, methodische Herausforderungen und Quellenwert

Der Aufsatz behandelt den der Forschung bislang fast gänzlich unbekannten Bestand an 1.300 Graffiti der Marburger Elisabethkirche. Die eingeritzten und aufgemalten Inschriften und Zeichungen verteilen sich über das gesamte Kirchengebäude, besondere Schwerpunkt sind an der südlichen Außenwand, im Süd...

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Main Author: Dietrich, Simon
Format: Article
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2018
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Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Der Aufsatz behandelt den der Forschung bislang fast gänzlich unbekannten Bestand an 1.300 Graffiti der Marburger Elisabethkirche. Die eingeritzten und aufgemalten Inschriften und Zeichungen verteilen sich über das gesamte Kirchengebäude, besondere Schwerpunkt sind an der südlichen Außenwand, im Südchor – Grablege der hessischen Landgrafen – sowie in der Sakristei auszumachen, die allein die beachtliche Anzahl von 454 Graffiti birgt. Nachdem der Verfasser auf einige methodische Herausforderungen wie den Überlieferungsverlust infolge moderner Restaurierungsmaßnahmen eingegangen ist, behandelt er einige Inschriftentypen genauer. Die 93 Wappenritzungen in der Sakristei wurden von Mitgliedern des Deutschen Ordens, in dessen Besitz sich die Kirche befand, sowie von spätmittelalterlichen adligen Reisenden hinterlassen, die sich dadurch erhofften, weltliche Ehre und die himmlische Fürsprache der heiligen Elisabeth zu erwerben. Als weitere große Gruppe von Graffitiautoren traten die Studenten der 1527 gegründeten Marburger Universität hervor. Anschließend an diesen Überblick betont der Autor den bedeutenden Quellenwert, den die Graffiti für verschiedene Forschungsfelder beanspruchen können, z.B. für die spätmittelalterliche Elisabethwallfahrt oder die frühneuzeitliche Marburger Studentenschaft.
Physical Description:46 Pages
ISBN:9783515122047
DOI:https://doi.org/10.17192/es2020.0006