Prospektive Untersuchung zum Wert des arteriellen Verschlusssystems (Starclose®) beim antegraden Gefäßzugang an der Femoralarterie

In einer prospektiven Studie an 100 Patienten mit peripherer Arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) , die sich einer antegraden Punktion wegen eines therapeutischen Eingriffs oder einer antegrade diagnostischen Angiographie in Interventionsbereitschaft unterzogen, wurde die Sicherheit und die Effiz...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Rosenko, Alexander
Beteiligte: Alfke, H. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Radiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:In einer prospektiven Studie an 100 Patienten mit peripherer Arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) , die sich einer antegraden Punktion wegen eines therapeutischen Eingriffs oder einer antegrade diagnostischen Angiographie in Interventionsbereitschaft unterzogen, wurde die Sicherheit und die Effizienz des clipbasierten Verschlusssystems StarClose® zur Blutstillung nach arterieller Punktion untersucht. Ein Patient musste wegen retrograder Punktion ausgeschlossen werden, so dass wir 99 Patienten (59 Männer, 40 Frauen, mittleres Alter 72,5 Jahre (42 - 100 Jahre) auswerteten. Der Zugang war zwischen 5 French (F) (1,67 mm) und 8 F (2,7 mm) groß: 73 mal 5F, 17 mal 6 F, 4 7 F und 5 8 F. In 73 Fällen wurde eine Perkutane transluminale Angioplastie, in 15 Fällen eine Stentimplantation und in 10 Fällen eine Aspirationsthrombektomie mit Urokinaselyse durchgeführt. Die technische Erfolgsrate, definiert als erfolgreiches Absetzen des Clips und Erreichen einer initialen Hämostase, lag bei 100 %. In zwei Fällen gab es mechanische Probleme beim Absetzen des Clips, letztendlich war das Manöver aber erfolgreich. Bei allen Patienten wurde auch die Nachblutungszeit nach Absetzen des Clips dokumentiert, die im Mittel bei 4,2 ± 3 min lag. Je nach Maßgabe des Interventionalisten wurde zusätzlich kurz manuell abgedrückt und im Zweifel ein Druckverband angelegt. Wir beobachteten zwei Majorkomplikationen (definiert als Komplikationen, die eine Änderung der Therapie oder Krankenhausaufenthaltdauer bedingte): Bei einem dementen Patienten kam es bei erheblicher Bewegungsunruhe nach einigen Stunden zu einer Nachblutung, woraufhin dem Patienten zur Sicherheit ein Druckverband angelegt und er zur Überwachung auch die Intensivstation verbracht wurde. Bei einer adipösen Patienten kam es am zweiten postinterventionellen Tag zu einer Sickerblutung, die durch einen Druckverband über 12 Stunden erfolgreich behandelt wurde. In keinem Fall kam es zu interventionspflichtigen Nachblutungen oder bleibenden Schäden. An Minorkomplikationen beobachteten wir: 4 kleinere Nachblutungen und 2 kleine (< 5 cm) Hämatome. In einer Subgruppenanalyse zeigte das besondere Kollektiv der Lysepatienten, die alle 100.000 IE Urokinase initial und 30.000 - 50.000 IE Urokinase / h für mind. 4 Stunden, sowie zusätzlich Heparin und ASS erhielten, keine besonderen Auffälligkeiten. Trotz tendenziell größerer Zugangswege (6 - 8 F) und der Medikation betrug die mittlere Blutungsdauer nur 2,4 Minuten, Majorkomplikationen traten in dieser Gruppe keine auf. In einer multiplen Regression waren das Alter der Patienten und eine niedrige Thrombozytenzahl unabhängige Risikomarker für eine verlängerte Blutungszeit. Die Gabe von Thrombozytenaggregationshemern, das Geschlecht, die PTT, der Quick, der Body mass index (BMI) und die Schleusengröße waren keine unabhängigen Risikomarker. Zusammenfassend kann auch nach antegrader Punktion das hier untersuchte Verschlusssystem mit einer hohen technischen Erfolgsrate und geringer Komplikationsrate eingesetzt werden. Niedrige Thrombozytenzahlen und hohes Alter sind ein Risikomarker für eine längere Nachblutungszeit. Ernsthafte postpunktionelle Komplikationen wurden nicht beobachtet, obwohl zwei der 6 Nachblutungen formal als Majokomplikationen gewertet werden mussten.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2013.0328