Mittelfristige Ergebnisse der Knietotalendoprothese Typ Foundation

Im Zeitraum von Mai 1993 bis Dezember 1995 wurden in der orthopädischen Abteilung der St. Vincentius-Krankenhäuser in Karlsruhe 263 Prothesen bei 249 Patienten implantiert. Zwischen Ende Oktober 1996 und Ende Dezember 1998 konnten 127 Patienten mit 143 implantierten Prothesen nachuntersucht werden....

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Main Author: Jänig, Carola
Contributors: Kienapfel, Heino (Prof. Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2018
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Im Zeitraum von Mai 1993 bis Dezember 1995 wurden in der orthopädischen Abteilung der St. Vincentius-Krankenhäuser in Karlsruhe 263 Prothesen bei 249 Patienten implantiert. Zwischen Ende Oktober 1996 und Ende Dezember 1998 konnten 127 Patienten mit 143 implantierten Prothesen nachuntersucht werden. Die Indikationsstellung betraf bei 126 Patienten eine primäre Gonarthrose und bei 17 Patienten eine Rheumatoide Arthritis, posttraumatische Arthrose oder ein notwendiger Prothesenwechsel. Die Auswertung der prä- und postoperativen Daten erfolgte mit dem HSS-Score und dem KS-Score, der unterteilt wurde in den klinischen Score und den Function-Score. Hierzu wurde ein eigener Fragebogen entwickelt, der beide Scores beinhaltete. Zusätzlich erfolgte die gesonderte Betrachtung der Patienten mit primärer Gonarthrose von denen der Gruppe mit einer rheumatoiden Arthritis, stattgehabten kniegelenksnahen Frakturen, sowie Patienten mit Prothesenwechseln. Beim HSS-Score zeigten sich bei insgesamt 109 Patienten bzw. Prothesen (77%) postoperativ sehr gute Gesamtergebnisse. Unterscheidet man beide Gruppen findet sich eine deutliche Differenz (GA 77% - RA et. Al. 70,6%). Bei dem klinischen KS-Score wiesen sogar 118 Patienten (82%) exzellente und weitere 15 (10%) gute Ergebnisse auf. Mehr als 75 % der Patienten wiesen bezüglich des Kniegelenkes absolute Schmerzfreiheit auf. Der Function-Score, der ohne den Einfluss von subjektiven Kriterien auskommt, zeigte ebenfalls in beiden Subpopulationen vergleichbar gute bis exzellente Ergebnisse (101 (80%) Patienten aus der Gruppe der GA und 13 (77%) aus der anderen Gruppe). Insgesamt sind die Ergebnisse im Function-Score in beiden Gruppen besser als im Knee-Score. Der Knee-Score zeigte größere Differenzen zwischen beiden Gruppen. Im Rahmen der radiologischen Nachuntersuchungen fanden sich, bis auf einen Fall von Patellaversagen, bei keinem der Prothesen mögliche oder eindeutige Lockerungszeichen. Die Bestimmung der Beinachse brachte von den Ergebnissen her die größten Diskrepanzen zwischen den beiden Scores hervor. Hier zeigt sich eine Schwäche des HSS-Scores, der die physiologische Beinachse nicht definiert. Trotzdem ist die Erhebung der Achsenfehlstellung präoperativ eines der wichtigsten Kriterien für die Indikationsstellung zur Implantation einer ungekoppelten Knietotalendoprothese. Zusammenfassend betrachtet zeigen sich mittelfristig in beiden Gruppen signifikante Verbesserungen in beiden Scores verbunden mit einer deutlichen Zunahme der Lebensqualität. Die ungekoppelte Knietotalendoprothese Typ Foundation weist sehr gute funktionelle und stabilisierende Eigenschaften auf. Sie kommt somit den Anforderungen, die an die physiologische Biomechanik eines Kniegelenkes gestellt werden sehr nahe. Die knochensparende Implantationstechnik lässt, abhängig vom Patienten und der Indikationsstellung, selbst bei einem später notwendigen Prothesenwechsel noch die erneute Implantation eines Oberflächengleitersatzes, ggf. auch kreuzbandresezierend, zu.
Physical Description:116 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2018.0194