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Titel:Diskriminierung am Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg
Autor:Gerhards, Moritz
Weitere Verfasser:Hemati, Shayma; Landeck, Ronja; Leschzyk, Dinah; Pamir, Annika; Schenkel, Camilla; Wittekind, Louisa
Veröffentlicht:2020
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2020/0020
DOI: https://doi.org/10.17192/es2020.0020
URN: urn:nbn:de:hebis:04-es2020-00200
DDC:320 Politik
Publikationsdatum:2020-10-12
Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0

Dokument

Schlagwörter:
discrimination, Online-Umfrage, discrimination experience, Universität, Diskriminierungserfahrung, Diskriminierung, university, online-survey

Zusammenfassung:
Diskriminierung aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale findet auch innerhalb von Universitäten statt. Für die Umsetzung der universitären Leitlinien und Werte eines von gegenseitigem Respekt, Offenheit und Chancengleichheit geprägten Lern- und Studienortes ist es notwendig, diskriminierende Praktiken aufzudecken und ihnen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen. Ziel dieses Berichts ist es, subjektive Diskriminierungserfahrungen und -beobachtungen sichtbar zu machen. Neben den in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) genannten Merkmalen ethnische Herkunft, beziehungsweise rassistische Gründe, Geschlecht, sexuelle Identität, Behinderung, Alter und Religion/Weltanschauung wird auch der sozioökonomische Hintergrund beleuchtet. Grundlage bildet die erste quantitative Erhebung von Diskriminierungserfahrungen und -beobachtungen am Fachbereich 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie (FB03) der Philipps-Universität Marburg (UMR). Diese wurde im Auftrag der Frauen*- und Gleichstellungsbeauftragten des FB03 erstellt. Zur Erfassung subjektiver Erfahrungen sowie des Umgangs mit Diskriminierung wurde eine standardisierte Online-Umfrage durchgeführt, die sich an alle Mitglieder des FB03 richtete. Es zeigt sich, dass in den letzten zwölf Monaten circa 20 Prozent der Befragten Diskriminierung erfahren und/oder beobachtet haben. Darüber hinaus wird deutlich, dass in den meisten Fällen Diskriminierung anhand mehrerer tatsächlichen oder zugeschriebenen Merkmale stattfindet. Dieses Ergebnis betont die Notwendigkeit intersektionaler Analysen von Diskriminierungserleben im Hochschulkontext. Auch der Umgang mit selbst erfahrener oder beobachteter Diskriminierung illustriert, dass erstens die Sensibilisierung erhöht sowie zweitens die Kommunikation innerhalb der Universität ausgebaut werden müssen. Der akademische Bereich (hierunter fallen zum Beispiel Lehrveranstaltungen, Sprechstunden oder Projekte) wird als zentrale Schnittstelle ausgemacht, innerhalb derer präventive Maßnahmen ergriffen werden sollten. Auffällig ist zudem, dass circa die Hälfte der Befragten universitäre Beratungsangebote kennen, diese aber selten aktiv aufgesucht werden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Schutz vor Diskriminierung an der UMR ausgebaut werden muss. Hierfür sollte einerseits eine umfangreiche Sensibilisierung aller Hochschulangehörigen stattfinden sowie andererseits die Koordination von Beratungsstellen verbessert werden.

Summary:
Discrimination because of actual or attributed features also occurs within universities. To ensure the implementation of the university’s guidelines and values of a learning and research environment which is characterised by mutual respect, open-mindedness, and equal opportunity it is necessary to unveil discriminatory practices as well as confront them through suitable actions. The aim of this report is to detect subjective experiences and observations of discrimination. Besides the features ethnic background, gender, sexual identity, disability, age, and religion/world view which are stated in § 1 of the Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) the socioeconomic background will be examined. The basis of this report is the first quantitative survey of experiences and observations of discrimination at Department 03 Social Sciences and Philosophy (FB03) at the Philipps-Universität Marburg (UMR). The survey was carried out on behalf of the department’s women’s and gender equality officers. The project-team carried out a standardised online-survey to understand subjective experiences of discrimination as well as how affected participants handle these which addressed every member of FB03. According to the results, approximately 20 percent of the participants have experienced and/or observed discrimination within the last twelve months. Furthermore, most of the affected participants are discriminated because of more than one actual or attributed feature. This result emphasises the need for intersectional analysis of discrimination within the complex of universities. Additionally, the results concerning how people cope with cases of discrimination illustrate that the university’s awareness as well as communication must be expanded. Especially the academic realm which includes lectures, seminars, consultations, or projects needs to be addressed by preventive measures. Lastly, counselling services are well-known by the survey’s participants but affected persons rarely consider using this opportunity for support. The study concludes that protection against discrimination has to be increased at the UMR. To achieve an environment where discrimination does not take place, every member of the university must be aware of discriminatory practices and biases. Further, communication and coordination of relevant actors needs to be improved.


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