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Titel:Evaluation der Langzeitergebnisse der endoluminalen Stentgrafttherapie zur Ausschaltung infrarenaler Aortenaneurysmen
Autor:Lind, Daniel
Weitere Beteiligte: Wagner, H.-J. (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2005
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2005/0478
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2005-04786
DOI: https://doi.org/10.17192/z2005.0478
DDC: Medizin
Titel(trans.):Evaluation of the longtime-results of the endoluminal stentgrafttherapy to exclude infrarenal aortic aneurysms
Publikationsdatum:2005-10-25
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Aneurysm, Stentgraft, Aneurysma, Aneurysma, Endoprothese, Stentgraft, Stentgraft

Zusammenfassung:
5 Zusammenfassung Seit einem Jahrzehnt stellt das endovaskuläre Stentgrafting eine Alternative zur offen chirurgischen Ausschaltung von infrarenalen Aortenaneurysmen dar. Die Stentgraftimplantation soll vor allem den Vorteil einer geringeren perioperativen Morbidität und Mortalität im Vergleich zur offen chirurgischen Therapieform bieten. Die häufig methodenbedingt erforderlichen Nachbehandlungen in Form von Interventionen zur Korrektur von stentgraftassoziierten Komplikationen stellen jedoch relevante Nachteile dar. Die minimal-invasive Technologie wird weltweit zur Zeit klinisch evaluiert und ihr Wert wird kontrovers diskutiert. Hierzu soll die vorliegende Studie einen Beitrag leisten. Bei der Studie handelt sich um eine Untersuchung des Behandlungserfolges von infrarenalen Bauchaortenaneurysmen mittels endoluminaler Stentgrafttherapie für die Patienten des Marburger Universitätsklinikums. In unsere Studie wurden alle Patienten, die sich vom 01.01.1996 bis zum 31.12.2002 zur Ausschaltung des Bauchaortenaneurysmas dieser endoluminalen Therapieform unterzogen haben, aufgenommen. Die Datenermittlung der Nachuntersuchungen endete mit dem 31.10.2003. Alle 39 Patienten hatten ein infrarenales Aortenaneurysma, welches über 50mm im maximalen Durchmesser groß war und/oder ein stark progredientes Wachstum zeigte, gedeckt-perforiert oder symptomatisch war. Die Patienten kamen für eine offen chirurgische Operation aufgrund verschiedener Comorbiditäten und dem großen Operationsrisiko nicht mehr in Betracht. 53,5% der Patienten gehörten der ASA-Klasse III, die restlichen 46,5% Patienten der ASA-Klasse IV an. Die perioperative (30 Tage-) Mortalitätsrate lag bei 0%. Auch die Langzeitsmortalitätsrate, bezogen auf Aneurysma- bzw. Stentgraft-assoziierte Todesfälle, lag bis zum Ende des Nachuntersuchungszeitraumes bei 0%. Fünf Patienten sind innerhalb des Zeitraumes an kardialen Ursachen gestorben. Ebenfalls konnte kein rupturiertes Aneurysma festgestellt werden. Die Gesamt-Endoleakrate lag bei 46,2%. Dabei lag die Rate der Patienten mit primären Endoleckagen bei 36%, der Anteil der Patienten mit sekundären Endoleckagen bei 10,3%. Bezogen auf alle Endoleckagen wies ein Anteil von 20,5% der Patienten ein Typ IA Endoleak, ein Anteil von 7,7% ein Typ IB Endoleak, ein Anteil von 12,8% ein Typ II Endoleak, ein Anteil von 2,6% ein Typ III Endoleak und ebenfalls ein Anteil von 2,6% sowohl ein Typ I als auch gleichzeitig ein Typ II Endoleak auf. An weiteren Komplikationen traten im Laufe des Nachbeobachtungszeitraums Migrationen bei 10,3% und Graftverschlüsse bei 7,7% der Patienten auf. Die Rate der Patienten mit Reinterventionen betrug 48,7%, darin ist auch die Explantationssrate enthalten: eine Konversion zur offenen Operation mit Explantation des Stentgrafts kam in 7,7% der Fälle vor. Weiterhin wurde postoperativ bei 17,9% eine Embolisation und bei 10,3% eine Dilatation/Rekanalisation durchgeführt. Bei 10,3% wurde eine proximale und bei 10,3% eine distale Prothesenverlängerung durchgeführt. 7,7% erhielten therapeutisch einen Stent (mit offenem Design), 2,6% wurde ein zweiter Stentgraft innnerhalb des ersten Stents implantiert und 2,6% erhielten einen sekundären Crossoverbypass. Bei der Mehrheit unseres Patientenkollektivs wurde nach dem Stentgrafting eine Stagnation oder langsame Abnahme des Aneurysmadurchmessers beobachtet, welches ein Zeichen des Erfolges der Therapie bedeutet. Die Anteile der Aneurysmagrößenveränderungen wechselten im Laufe des Nachbeobachtungs-zeitraumes. So hatten sich zwölf Monate post operationem 29,6% der Aneurysmen verkleinert und 3,7% vergrößert, nach 24 Monaten 39,1% verkleinert und 8,7% vergrößert, und nach 48 Monaten 50% verkleinert und 21,4% vergrößert. Zudem war zu erkennen, dass ein fortschreitendes Aneurysmawachstum in einem unmittelbarem Zusammenhang mit einem Endoleak steht. Der in der Literatur beschriebene Benefit der endovaskulären Therapie für multimorbide Patienten bestätigt sich auch in dieser Studie. Eine Mortalitätsrate von 0%, sowohl perioperativ als auch bis hin zur letzten Nachuntersuchung spricht für sich. Allerdings stellt die Rate an postoperativen Komplikationen im Laufe des Follow-up und die dadurch hohe Reinterventionsrate ein ungelöstes Problem dar. Das Hauptproblem der Technik ist vor allem die proximale Stentgraft-Adaptation. Die Folgen sind postoperative primäre Typ IA Leckagen und im weiteren zeitlichen Verlauf Migrationen mit einhergehenden sekundären Typ IA Leckagen. Somit sollte die Indikation zur endovaskulären Therapie immer streng und individuell gestellt werden und grundsätzlich nur Hochrisikopatienten vorbehalten sein. Die endovaskuläre Therapie bietet aufgrund ihrer Komplikationsraten im Follow-up keinen grundsätzlichen Ersatz zur herkömmlichen offenen Chirurgie. Bei Hochrisikopatienten allerdings ist sie als die bessere Alternative zur offenen Operation anzusehen und wird in Zukunft mit Verbesserung der Technik eine weitere Verbreitung finden.

Summary:
For more than ten years now, the endovascular stentgrafting has become an alternative to the transabdominal surgery in regard to excluding infrarenal aneurysms. The methode has the advantage of a lower rate of perioperative morbidity and mortality in comparison to the open surgery. The method-associated need for reinterventions is a decisive disadvantage of the endoluminal stentgraft therapy. Worldwide the minimal-invasive technique is being discussed quite controversially. This study is intented to present new results and aspects to this discussion. It is an evalution of the endoluminar stentgrafttherapy´s success, basing on the data of patients who had been studied at the University of Marburg. The data of all patients being stentgrafted from the beginning of 1996 until the end of 2002 has been included in this study. The follow-up ended in October 2003. All 39 patients suffered from an infrarenal aortic aneurysm which was either sized at least 50mm or was symptomatic. All patients were unfit for open transabdominal surgery. 53,5% of the patients belonged to the ASA-class III, the other 46,5% belonged to the ASA-class IV. The perioperative (30 days-) mortalityrate was 0%. In regard to stentgraft- or aneurysm associated deaths, the longtime-mortalityrate was 0% also. Five patients died of cardial reasons during the follow-up period. Furthermore there were no rupture aneurysms during the follow-up. In 46,2% of patients we noticed endoleaks. The rate of primary endoleaks was 36%, the rate of secondary endoleaks was 10,3%. Taking all patients into consideration, 20,5% had a type IA endoleak, 7,7% had a type IB endoleak, 12,8% had a type II endoleak, 2,6% had a type III endoleak and 2,6% had an Type I endoleak as well as a type II endoleak. Further complications during the follow-up were noticed as well; those were migrations in 10,3% and graftstenosis in 7,7% of cases. The overall interventionrate was 48,7%, which also includes the explantationrate: a conversion to a transabdominal surgery has been proceeded in 7,7%. Furthermore we found embolisations in 17,9% and dilatations in 10,3% of all cases. 10,3% of patients underwent a proximal stentgraft extension and 10,3% a distal stentgraft extension. In 7,7% there was implanted a second stent (with open design), 2,6% received a second complete stentgraft inside the first one and 2,6% got an secondary crossover bypass. In most cases the aneurysm size stagnated or shrinked, which is a marker for the therapy´s success. The portions of the average aneurysmdiameter changed during the follow-up period: Twelve months after implantation we realized a shrinkagerate of 29,6% and a growthrate of 3,5% of aneurysms. After 24 months, 39,1% of aneurysmdiameters has decreased and 8,7% increased while after 48 months even 50% were shrinked and 21,4% were grown. Finally we concluded that the aneurysmgrowth correlates with the presence of endoleaks. The often described advantage of the endovascular therapy of having a low mortalityrate has been confirmed in our study as well .The high rate of reintervetions however is an unsolved problem. The technique´s major problem is the lacking proximal stentgraft adaptation. The consequences are Typ IA leakages and migrations. The indication of this therapy should be evaluated individually and only in case of highrisk patients. In regard to high complication rates, the endovascular therapy offers no complete replacement for the common open abdominal surgey, while it is the better alternative in regard to highrisk patients.


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