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Titel:Nächtliche Bronchialobstruktionen und Schlaf - Ergebnisse von akustischer Langzeitregistrierung und Polysomnographie
Autor:Reinke, Christian
Weitere Beteiligte: Koehler, Ulrich (Prof. Dr.)
Veröffentlicht:2005
URI:https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2005/0354
DOI: https://doi.org/10.17192/z2005.0354
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2005-03540
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.):Nocturnal bronchial obstruction and sleep - results from acoustic long-term recording and polysomnography
Publikationsdatum:2005-07-28
Lizenz:https://rightsstatements.org/vocab/InC-NC/1.0/

Dokument

Schlagwörter:
Chronic Obstructive Pulmonary Disease, PulmoTrack, Langzeit, COPD, Schlaf, Akustik, Respiratory Sounds, Bronchialasthma, Polysomnographie, Sleep, Polysomnography, Asthma, Obstruktive Ventilationsstörung

Zusammenfassung:
Die Bedeutung eines erholsamen Schlafs für die Gesundheit ist gesichert. Leistungsfähigkeit und Erholungsfunktion des Schlafes sind an das synchron ablaufende Wechselspiel der Funktionen Wachen und Schlafen gekoppelt. Eine Störung des zirkadianen Rhythmus der Schlaf/Wachphase führt vor allem zu einer Einschränkung der psychomentalen Leistungsfähigkeit, was sich in Form von verstärkter Tagesmüdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrationsmangel sowie Stimmungs-schwankungen zeigt. Patienten mit obstruktiver Atemwegserkrankung klagen häufig über respiratorische Beschwerden im Schlaf. Das Ziel der Arbeit war es daher, eine genauere Beurteilung der Wechselwirkungen zwischen bronchialen Obstruktionen und Schlafparametern zu ermöglichen. In der vorliegenden Studie wurden 20 Patienten (9 Männer und 11 Frauen) mit Asthma bronchiale / COPD sowie einer klinisch auskultatorisch objektivierbaren bronchialen Obstruktion während der Nacht mit einer kardiorespiratorischen Polysomnographie und einer gleichzeitigen akustischen Aufzeichnung der Lungengeräusche mit dem PulmoTrack© Model 1010 prospektiv untersucht. Das Alter der Patienten lag im Mittel bei 55,4±12,4 Jahren (Range 23 bis 74 Jahre). Die Schlafstruktur fand sich bei allen 20 Patienten gestört. Im Mittel ergaben sich reduzierte Werte für die Gesamtschlafzeit (312±110 Min.), die Schlafeffizienz (66±21%) und den REM-Schlaf (16±7%) bei gleichzeitig verlängerter Schlaflatenz (47±55 Min.). Bei vier Patienten wurde nebenbefundlich eine obstruktive Schlafapnoe (RDI>=10/h) neu diagnostiziert. Bei allen Patienten konnten akustisch nächtliche Bronchialobstruktionen erfasst werden. Die Wheezingdauer reichte von 30 Sekunden bis zu 317 Minuten. Die Wheezing-Erkennung durch das PulmoTrack© funktionierte gut und zuverlässig. Es konnte für die thorakal gemessenen Obstruktionen eine Tendenz gefunden werden, die auf einen Zusammenhang zwischen zunehmendem Wheezing und zunehmender Vigilanz hindeutet (p<0,1). Für die trachealen Aufzeichnungen waren keine signifikanten Ergebnisse zu finden. Die Häufigkeit des Auftretens zentraler Weckreaktionen bei Bronchialobstruktionen war tendenziell erhöht (p<0,1). Um die Frage der pathophysiologischen Verknüpfung von Bronchialobstruktionen und Schlafparametern genauer beantworten zu können, ist die Durchführung weiterer Studien mit größeren, einheitlich strukturierten Patientenkollektiven notwendig. Das Langzeitmonitoring der Atemgeräusche stellt ein sinnvolles und effizientes Verfahren zur Beurteilung von bronchialen Obstruktionen dar, das zukünftig auch zur Beurteilung der antiobstruktiven Therapieeffizienz bei Patienten mit Asthma bronchiale und COPD dienen kann.

Summary:
The importance of a restful sleep for the health is certain. Fitness and recovery while sleeping are related to the synchronous course of interplay of the functions awake and sleep. A disturbance of the circadian rhythm of the sleep/awake phase leads above all to a reduction of psychomental fitness. This appears in increased daytime sleepiness, lack of drive, lack of concentration and changes of tone. Patients with obstructive pulmonary diseases often complain of respiratory trouble in sleep. Therefore the aim of this study was to make possible more precise assessment of the interaction between bronchial obstruction and sleep parameters. In this study 20 patients (9 men and 11 women) with bronchial asthma / COPD as well as a clinical acoustical bronchial obstruction were included. All were measured prospectively through the night with a cardiorespiratory polysomnography combined with a recording of the lung sounds with the PulmoTrack© Model 1010. The mean age of the patients was 55.4±12.4 years (mean±SD, range 23 to 74 years). In all 20 patients the sleep structure was disturbed. Reduced values were found for total sleep time (312±110 min), sleep efficiency (66±21%) and REM sleep (16±7%). In four patients an obstructive sleep apnoea was newly diagnosed moreover (RDI>=10/h). All patients had nocturnal acoustical bronchial obstructions. The wheezing duration reached from 30 seconds to 317 minutes. The wheezing detection of the PulmoTrack© worked good and reliable. For the thoracal measured obstructions there was a statistical tendency for a correlation between increased wheezing and increased vigilance (p<0.1). For the tracheal measured obstructions there was no significant result. The frequency of central waking reactions during bronchial obstructions was increased in tendency (p<0.1). Further studies with greater and more standardized patient collectives are needed to answer the question of the pathophysiological correlation between bronchial obstructions and sleep parameters. The long term recording of lung sounds is a good and efficient method for the assessment of bronchial obstructions. In future it can serve for the assessment of the antibronchial therapy efficiency in patients with bronchial asthma and COPD.


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