Rolle der Matrix-Metalloproteinasen bei der Mitralklappeninsuffizienz: Assoziation zwischen der Expression von MMP-1, MMP-9, TIMP-1 und TIMP-2, dem Mitralinsuffizienzgrad und der Ätiologie

Nach heutigem Wissensstand ist der Pathomechanismus der Entstehung der Mitralklappeninsuffizienz - mit eventueller Ausnahme der Endokarditis - mit mehreren Unklarheiten verbunden. Während sich mehrere Studien mit der Rolle von MMPs für den Mitralklappenprolaps beschäftigt haben, blieb der Ätiologie-...

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Main Author: Labbene, Azza
Contributors: Mirow, Nikolas (apl. Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2019
Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Nach heutigem Wissensstand ist der Pathomechanismus der Entstehung der Mitralklappeninsuffizienz - mit eventueller Ausnahme der Endokarditis - mit mehreren Unklarheiten verbunden. Während sich mehrere Studien mit der Rolle von MMPs für den Mitralklappenprolaps beschäftigt haben, blieb der Ätiologie-unabhängige Zusammenhang zwischen MMPs und Mitralklappeninsuffizienz bisher weniger erforscht. Die vorliegende Arbeit hatte als primäres Ziel, die Rolle von Matrix-Metalloproteinasen und deren Inhibitoren in der Mitralklappeninsuffizienz zu analysieren. Dafür wurde die Expression von MMP-1, MMP-9, TIMP-1 und TIMP-2 immunhistochemisch untersucht und ihre Verteilung in Abhängigkeit von klinischen, echokardiographischen und histopathologischen Befunden beurteilt. Unter anderem wurde in der vorliegenden Studie ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Expression von MMPs und dem Mitralklappeninsuffizienzgrad gefunden. Es fand sich eine erhöhte Expression von MMPs bei leichtgradiger Mitralklappeninsuffizienz und eine relativ schwache Expression bei schwergradiger Mitralklappeninsuffizienz. Weiterhin wurde die Ätiologie der Mitralklappeninsuffizienz bei der Auswertung berücksichtigt. Dabei zeigte sich ein signifikanter Unterschied in der Expression von Matrix-Metalloproteinasen in Mitralklappen mit Endokarditis im Gegensatz zu Mitralklappen mit degenerativer Erkrankung. Innerhalb der degenerativen Gruppe fand sich kein relevanter Unterschied zwischen den Subgruppen myxoide und sklerosierte Klappe. Zusammenfassend hat sich in der vorliegenden Arbeit gezeigt, dass der extrazelluläre Umbau und damit die Destruktion der Klappe bei der chronischen Mitralklappeninsuffizienz ein dynamischer Prozess ist. Die stärkere Expression von MMPs und ihren Inhibitoren bei der Insuffizienz ersten Grades ist ein Hinweis darauf, dass die molekularen Veränderungen den makroskopischen und damit den echokardiographisch diagnostizierbaren Veränderungen vorausgehen. Dies eröffnet neue Perspektiven in der Frühdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz und sollte im Rahmen zukünftiger Studien weiter erforscht werden.
Physical Description:91 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/z2019.0424