Aussagekraft von EKG-Untersuchungen der Angehörigen von Patienten mit einer dilatativen Kardiomyopathie

Bei 117 Angehörigen von 40 Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie wurden EKG-Parameter hinsichtlich der Frage analysiert, inwieweit sich an Hand der Parameter erkrankte oder asymptomatische Angehörige von gesunden Angehörigen unterscheiden lassen. Die Studienpopulation der Angehörigen wurde na...

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Main Author: Martin, Sebastian
Contributors: Maisch, Bernhard (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Innere Medizin
Subjects:
ECG
EKG
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Bei 117 Angehörigen von 40 Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie wurden EKG-Parameter hinsichtlich der Frage analysiert, inwieweit sich an Hand der Parameter erkrankte oder asymptomatische Angehörige von gesunden Angehörigen unterscheiden lassen. Die Studienpopulation der Angehörigen wurde nach den Mestroni-Kriterien in die Gruppen "erkrankt", "Borderline" sowie "ohne Kriterien" eingeteilt. Zusätzlich wurden die Metagruppen der "Gesunden" (Borderliner und Probanden ohne Kriterien) und der Angehörigen "mit Kriterien" (Borderliner und Erkrankte) untersucht. Es wurden die QRS- und QT-Intervalle in allen Ableitungen eines 12-Kanal-EKGs gemessen und die Streuungen der Intervalle durch Berechnung der Dispersionen quantifiziert. Die Parameter wurden auf zeitliche Veränderungen zwischen den Gruppen analysiert. Ebenso wurde ihre Korrelation zum echokardiographischen Befund und klinischen Bild untersucht. Es bestand eine positive Korrelation zwischen echokardiographisch ermitteltem enddiastolischen linksventrikulären Diameter (LVEDD) und der Länge der genannten Intervalle im EKG. Eine negative Korrelation der Verkürzungsfraktion (FS) zur QRS-Dispersion ließ sich gleichfalls zeigen. Des Weiteren unterschied sich die Länge der QT-Zeit signifikant zwischen den Gruppen. Lediglich zwischen den Probanden ohne Kriterien und der Gruppe der Borderline-Probanden war kein Unterschied nachzuweisen. Je schlechter der klinische Zustand einer Gruppe war, desto länger war das durchschnittliche QT-Intervall. Die Studie zeigte bezüglich der QRS-Dauer und dem QT-Intervall identische Ergebnisse: Bis auf den direkten Vergleich der Gruppen "ohne Kriterien" und "Borderline" wiesen die Gruppen signifikant längere QRS-Intervalle auf, je schlechter deren klinischer Status war. Weder die QT-Dispersion noch die frequenzkorrigierte QTc-Dispersion zeigte einen aussagekräftigen Unterschied zwischen den Gruppen. Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass zur Klassifikation von DCM-Angehörigen die QTc-Dispersion von untergeordneter Bedeutung ist und bezüglich ihrer Aussagekraft hinter den einfachen Intervalllängen rangiert. Die QRS- und die frequenzkorrigierte QRSc-Dispersion sind in der Gruppe der erkrankten Angehörigen signifikant höher als in den anderen Gruppen. Damit ist die QRS-Dispersion aussagekräftiger als die QT-Dispersion. Die Wertebereiche von QRS- und QRSc-Dispersion der verschiedenen Gruppen überlappen zu einem großen Teil. Bedauerlicherweise sind für die Unterscheidung, in welche Gruppe ein Angehöriger fällt, in der Praxis nur extreme Werte der QRS- beziehungsweise QRSc-Dispersion aussagekräftig. Damit liefern in der vorliegenden Studie die Dispersionswerte im Vergleich zu den reinen Intervalllängen keine bessere Aussagekraft. Perspektivisch könnte in weiteren Untersuchungen mit größeren Stichproben versucht werden, im Hinblick auf eine Gruppenunterscheidung Schwellenwerte der hier untersuchten Parameter zu etablieren. Auch eine weitere Unterscheidung der Gruppen etwa nach Geschlecht, was hier angesichts des Stichprobenumfanges nicht möglich war, ist dann denkbar.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0690