Analyse der Gründe für Aphakie und Vergleich der Therapieresultate nach sekundärer intraokularer Linsenimplantation

Material und Methoden: Es handelt sich um eine retrospektive Analyse, welche die Gründe für eine Aphakie, die eine sekundäre Implantation einer Intraokularlinse oder eine Intraokularlinsen-Repositionierung erforderlich machen, sowie deren möglichen Wandel zwischen 2002 und 2007 untersucht. Insgesamt...

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Main Author: Ronski, Sarah Christina
Contributors: Schmidt, J.C. (Prof. Dr. ) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Augenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Material und Methoden: Es handelt sich um eine retrospektive Analyse, welche die Gründe für eine Aphakie, die eine sekundäre Implantation einer Intraokularlinse oder eine Intraokularlinsen-Repositionierung erforderlich machen, sowie deren möglichen Wandel zwischen 2002 und 2007 untersucht. Insgesamt wurden 105 Patienten (110 Augen, davon 72 männlich und 38 weiblich) in der Augenklinik der Philipps-Universität Marburg aufgrund einer Aphakie behandelt. Das Durchschnittsalter des Kollektivs be-trug 63 Jahre (Altersspanne 6-92 Jahre). Die implantierten, intraokularen Linsen wer-den beschrieben und sowohl untereinander, als auch mit den Ergebnissen von Intra-okularlinsen-Repositionen verglichen. Anhand von prä- und postoperativen Visus- und Refraktionswerten, prä- und postoperativem Augeninnendruck, aufgetretenen Kompli-kationen, sowie der subjektiven Einschätzung der Patienten nach dem Eingriff werden die Ergebnisse der verschiedenen Operationsmethoden quantifiziert. Ergebnisse: Mit rund 62% (68 Augen) sind Linsenluxationen mit Abstand der häufigste Grund für eine optische Aphakie. Auslöser sind Traumen (40%), idiopathische Linsen-luxationen (34%), PEX-Syndrom (12%), Zonulolyse (9%) und Marfan-Syndrom (6%). An zweiter Stelle der Aphakie-Ursachen stehen mit 32% (35 Augen) Operationsfolgen bzw. iatrogen entstandene Linsenlosigkeiten, z.B. bei Zustand nach komplizierter Kata-raktoperation. Mit 6% (7 Augen) steht die kongenitale Katarakt an dritter Stelle und ist somit eine eher seltene Aphakie-Ursache. 89% aller Aphakien wurden mittels sekundärer Implantation einer Intraokularlinse be-handelt. Die am häufigsten verwendete Linse war mit 35% (38 Augen) die nahtfixierte Linse, gefolgt von der retropupillar-invers implantierten irisfixierten Linse mit 32% (35 Augen) und der sulcusfixierten Linse mit 22% (24 Augen). Während die retropupillar implantierte, irisfixierte Linse absolut und prozentual stetig steigende Implantationszah-len aufwies (2007 rund 60% aller Interventionen), kam es zu einem Rückgang der Im-plantationszahlen sowohl für nahtfixierte als auch für sulcusfixierte Linsen. In 11% der 2 von einer Aphakie betroffenen Augen konnte eine luxierte, künstliche Intraokularlinse wieder repositioniert werden. Mit einer durchschnittlichen Refraktionsdifferenz von - 0,41 dpt ist die Gruppe der sulcusfixierten Linsen bezüglich der angestrebten Refraktion am genauesten, dicht gefolgt von den irisfixierten Linsen mit einer Differenz von 0,42 dpt. Etwas weniger ge-naue, postoperative Refraktionswerte, mit einer Differenz von - 0,59 dpt, wurden mit den nahtfixierten Linsen erzielt. In 29% (28 von insgesamt 97 Augen) der mit einer se-kundären Linsenimplantation behandelten Augen, wurde die angestrebte Zielrefraktion um > 1 dpt verfehlt. Im Vergleich war in der Gruppe der Repositionen mit - 1,35 dpt die größte Differenz zwischen prä- und postoperativem, cylindrischen Äquivalent nachweisbar (chirurgisch induzierter Astigmatismus). Bei den irisfixierten Linsen betrug die Differenz - 0,89 dpt, bei den nahtfixierten Linsen - 0,38 dpt und bei den sulcusfixierten Linsen - 1,1 dpt. Nach Implantation einer Iris-Klauen-Linse konnte bei 71% aller operierten Augen ein Visusanstieg verzeichnet werden. Mit ebendiesem Linsentyp wurde zudem die höchste Visussteigerung, nämlich im Mittel um 0,16 (± 0,22) nach 3 Monaten erzielt. Nach Im-plantation einer nahtfixierten Linse konnte bei rund 63% aller Patienten eine Visusstei-gerung erreicht werden, bei den sulcusfixierten Linsen und den Repositionen betrug der Anteil je 58%. Bezüglich postoperativen Visus- und Refraktionsergebnissen konnten zwischen den einzelnen Therapiegruppen keine signifikanten Unterschiede nachgewiesen werden. 55 von 110 Eingriffen verliefen absolut komplikationslos. Die am häufigsten beobachte-te Komplikation stellte mit 17% (19 Augen) eine Augeninnendruck-Schwankung dar, gefolgt von Pupillenverziehung, Dislokation, Deszemetfalten und IOL-Explantation mit je rund 5%. Die Mehrzahl der aufgetretenen Komplikationen war dabei vorübergehend bzw. beeinflusste nicht das postoperative Sehergebnis der Patienten. Mit 75% kompli-kationslosen Eingriffen erwiesen sich die Repositionen als besonders komplikations-arme Therapieoption.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0147