Untersuchungen zur physiologischen Rolle regulatorischer T-Zellen in Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom nach Immuntherapie mit Anti-Idiotyp Abagovomab

Aufgrund aktueller Publikationen wurde postuliert, dass das immunologische Ansprechen auf die Abagovomab-Therapie in Form einer CA125-spezifischen T-Zellresponse durch körpereigene immunsuppressive Mechanismen limitiert werden könnte. Aus diesem Grund wurde zum einen die Frequenz immunsuppressiver...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Wirch, Daria
Beteiligte: Wagner, Uwe (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Aufgrund aktueller Publikationen wurde postuliert, dass das immunologische Ansprechen auf die Abagovomab-Therapie in Form einer CA125-spezifischen T-Zellresponse durch körpereigene immunsuppressive Mechanismen limitiert werden könnte. Aus diesem Grund wurde zum einen die Frequenz immunsuppressiver Tregs im Verlauf der Therapie bestimmt, zum anderen das suppressive Potential von CTLA-4 anhand einer selektiven Blockade mit anti-CTLA-4 Antikörper in vitro untersucht. Ziel war es festzustellen, ob ein zusätzliches Management immunsuppressiver Mechanismen eine Steigerung des immunologischen Ansprechens bewirken könnte und somit eine mögliche Option für weiterführende Studien mit Abagovomab darstellen könnte. Es konnte festgestellt werden, dass es keinen Unterschied der Treg-Frequenzen im Vergleich zu Normalpersonen gab. Im Verlauf der Vakzinierung konnte zwar bei 7 der 12 untersuchten Patientinnen eine Tendenz zu höheren Treg-Frequenzen nach 5/6 Immunisierungen gemessen werden, eine signifikante Korrelation zur Phase der Immunisierung oder einer CA125-spezifischen T-Zellresponse konnte jedoch im Gesamtkollektiv nicht festgestellt werden. Hier darf die Statistik aufgrund der kleinen Fallzahlen weder im positiven noch im negativen Sinne überbewertet werden. Es sollte vielmehr Anlass zu Studien mit einem größeren Kollektiv geben, um die vorliegenden Tendenzen überprüfen zu können. Der Block des CTLA-4-Rezeptors führte zu einer Steigerung der CA125-spezifischen T-Zellresponse. Es fand sich jedoch kein Zusammenhang zu den gemessenen Treg-Frequenzen oder der CA125-spezifischen T-Zellresponse ohne einen CTLA-4-Rezeptor-Block. Bei der Auswertung der Effektor-T-Zellen wurde gezeigt, dass Patientinnen, die schon vor der Vakzinierung eine hohe CD8+ Effektor T-Zellen / CD4+FoxP3+ Treg -ratio hatten, sich im weiteren Verlauf zu mindestens einem Zeitpunkt eine Response entwickelt hat. Aus den vorliegenden Ergebnissen lässt sich folgern, dass die CTLA-4-abhängige Suppression nicht Treg-abhängig zu sein scheint. Für die Entwicklung einer CA125-spezifischen T-Zellresponse scheint vielmehr das Verhältnis zwischen Effektor-T-Zellen und regulatorischer T-Zellen entscheidend zu sein und nicht die Frequenz der regulatorischen T-Zellen alleine. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die immunologische Wirksamkeit von Abagovomab durch immunsuppressive Mechanismen bei einzelnen Patienten gehemmt werden könnte. Bei diesen wäre in Zukunft möglicherweise eine Kombinationstherapie zwischen einer Immunisierung einerseits und einer Blockade der immunsuppressiven Mechanismen anderseits, eine therapeutische Option zur Verbesserung des Outcomes.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0415