Systematischer Review zur Intervention bei der Lese- und Rechtschreibstörung

Die vorliegende Arbeit stellt einen systematischen Review der im deutschsprachigen Raum bis zum Jahr 2004 veröffentlichten Fachliteratur zur Therapie der Lese- Rechtschreibstörung dar. Die folgende Frage sollte mittels dieser wissenschaftlichen Arbeit beantwortet werden: Welche Intervention bei Sch...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Joanna Smolinska
Beteiligte: Schulte-Körne, Gerd (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Nervenheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
Tags: Tag hinzufügen
Keine Tags, Fügen Sie den ersten Tag hinzu!
Beschreibung
Zusammenfassung:Die vorliegende Arbeit stellt einen systematischen Review der im deutschsprachigen Raum bis zum Jahr 2004 veröffentlichten Fachliteratur zur Therapie der Lese- Rechtschreibstörung dar. Die folgende Frage sollte mittels dieser wissenschaftlichen Arbeit beantwortet werden: Welche Intervention bei Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens zeigt im Vergleich zu Kontrollen Wirksamkeit im Sinne einer Verbesserung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit? Hintergrund: In der bisherigen Legasthenie-Forschung, welche sich auf die drei wissenschaftlichen Disziplinen Pädagogik, Psychologie sowie Medizin erstreckt, zeigte sich bisher kein Favorit im Hinblick auf die größte Wirksamkeit einer Therapie. Nach der Durchführung von etlichen Studien in allen drei Gebieten, was vor allem in den 70er Jahren der Fall war, wurden die Ergebnisse in mehreren unsystematischen Übersichtsarbeiten zusammengefasst, ein systematischer Review über die bisher veröffentlichten Studien fehlte jedoch weiterhin. Diese Lücke sollte nunmehr mit dieser Dissertation geschlossen werden. Ebenso sollte die oben genannte Fragestellung anhand der aktuellen Daten beantwortet werden. Methodik: In Anlehnung an die bei der Cochrane Collaboration festgelegten Standards zur Durchführung eines systematischen Reviews wurde eine Literatursuche durchgeführt. Diese Literaturrecherche erfolgte hauptsächlich in Datenbanken und per Handsuche, zudem wurden Literaturlisten von ausgewählten Reviews analysiert und bekannte Wissenschaftler persönlich kontaktiert. Hauptsächlich per Fernleihe wurden die so ausgewählten Verschriftlichungen als Kopien zusammengetragen. Anschließend wurde die identifizierte Literatur anhand von festgelegten Kriterien, welche der Beantwortung der Fragestellung des Reviews dienten, selektiert. Aus den so selektierten Quellen wurden die benötigten Informationen extrahiert und in einer Access-Tabelle subsumiert. Ergebnisse: Mittels der Datenbankrecherche wurden insgesamt 507 Quellen identifiziert, 135 wurden nach Durchsicht des jeweiligen Abstracts mithilfe von festgelegten Kriterien als relevant ermittelt. Zu den 135 Quellen wurden über die oben angeführte weitere Recherchetätigkeit zusätzlich 132 Quellen ausgemacht. Von den so ausgewählten 267 Quellen konnten 265 vollständige Arbeiten zur weiteren Auswertung zusammengetragen werden. Die Auswertung anhand festgelegter Kriterien (Tabelle 3) ergab 56 Arbeiten, welche in den systematischen Review eingeschlossen werden konnten. Anhand eines Fragenkataloges wurden die extrahierten Informationen von der Autorin in eine Access-Datenbank eingetragen. Die so gewonnene Information über die methodischen und inhaltlichen Aspekte der Studien wurde in fünf Tabellen (Tabelle 4 bis 8) gegenübergestellt und zusammengefasst. Diskussion: Zunächst wird die Methodik des hier durchgeführten systematischen Reviews diskutiert, wobei insbesondere auf die gewählten Selektionskriterien eingegangen wird. Die methodischen Aspekte der untersuchten Studien werden anschließend zunächst im Hinblick auf die systematischen Fehler und Studiendesign diskutiert. Da die ursprüngliche Intention, also die Beantwortung der Frage, welche Intervention für die Therapie der Lese- Rechtschreibstörung empfohlen werden kann, aufgrund der methodischen Diversität der Studien nicht erfolgen kann, wird diese anhand von Beispielen ebenfalls verdeutlicht. Bei der Besprechung der inhaltlichen Aspekte der Studien wird auf jede Studie im Einzelnen eingegangen und zugleich der Versuch unternommen, die Ergebnisse zusammenzufassen, soweit in verschiedenen Studien dieselbe Interventionsmethode untersucht wird. Bei dieser abschließenden Besprechung wird das vom jeweiligen Autor genannte Ergebnis nochmals vorgestellt und kommentiert. Letztlich werden Empfehlungen unter Verbindung der Sekundärliteratur zur Theorie der Durchführung wissenschaftlicher Studien mit den hinzugewonnenen Erkenntnissen über die bis jetzt im Bereich der Therapie der Lese- Rechtschreibstörung durchgeführten Studien formuliert, was der Optimierung bei der Planung und Durchführung von neuen Studien in diesem Bereich dienlich sein wird.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0240