Einfluss der Neurotrophine auf Proliferation, Stoffwechsel und Differenzierung von Fibroblasten zu Myofibroblasten in der Pathogenese des allergischen Asthma bronchiale

Chronische Lungenerkrankungen wie das allergische Asthma bronchiale sind schwere Erkrankungen mit steigender Prävalenz. Durch strukturellen und funktionellen Umbau wird das Lungengewebe irreversibel verändert. Das Immunsystem und auch das Nervensystem sind in die Pathomechanismen dieser Erkrankung i...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Napierala, Johanna
Beteiligte: Renz, Harald (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Chronische Lungenerkrankungen wie das allergische Asthma bronchiale sind schwere Erkrankungen mit steigender Prävalenz. Durch strukturellen und funktionellen Umbau wird das Lungengewebe irreversibel verändert. Das Immunsystem und auch das Nervensystem sind in die Pathomechanismen dieser Erkrankung involviert. Beide interagieren über verschiedene Mediatoren miteinander, zu denen auch die Neurotrophine zählen. Die vier Neurotrophine BDNF, NGF, NT-3 und NT-4/5 schienen zunächst nur in Zusammenhang mit dem Nervensystem zu stehen, wo sie Entwicklung, Überleben und Tod von Neuronen beeinflussen. Nach neueren Erkenntnissen spielen sie aber auch eine wichtige Rolle in der Aktivierung und Differenzierung von Immunzellen und haben zusätzlich Einfluss auf strukturelle Zellen wie Epithelzellen oder Fibroblasten / Myofibroblasten. Myofibroblasten differenzieren sich aus Fibroblasten nach Stimulation mit TGF-ß1 und finden sich vermehrt in den Atemwegen von chronisch Lungenkranken. Zusätzlich werden erhöhte Konzentrationen der oben genannten Neurotrophine bei Asthmatikern gemessen. Aus diesem Grunde beschäftigt sich die vorliegende Dissertation mit dem Einfluss der Neurotrophine auf pulmonale Fibroblasten bzw. Myofibroblasten. Zunächst wurden Fibroblasten und Myofibroblasten bezüglich ihrer Neurotrophin- und Neurotrophinrezeptor-Expression untersucht. Hierbei zeigte sich eine verstärkte Neurotrophin-Expression der Myofibroblasten. Im Hinblick auf die Neurotrophinrezeptoren konnten Übereinstimmungen für p75-Neurotrophinrezeptoren, Trk A- und Trk B-Rezeptoren gefunden werden. Bei Trk C dagegen fand sich eine unterschiedliche Expression zwischen Fibroblasten und Myofibroblasten. Ferner wurden der Stoffwechsel und die Proliferation von pulmonalen Fibroblasten und Myofibroblasten miteinander verglichen. Dabei zeigte sich sowohl eine höhere Stoffwechselaktivität als auch eine stärkere Proliferationsrate in Myofibroblasten. Wurden die Zellen anschließend mit Anti-Neurotrophinen inhibiert, sank die Proliferation in Fibroblasten und Myofibroblasten. Die Stoffwechselaktivität dagegen blieb fast unverändert. Daraus resultiert eine Beteiligung der Neurotrophine an der Proliferation von Fibroblasten und Myofibroblasten. Ein Neurotrophin-Einfluss auf den Stoffwechsel dieser Zellen war aber kaum feststellbar. Weiterhin wurde der Einfluss der Neurotrophine auf der Differenzierung von Fibroblasten zu Myofibroblasten anhand morphologischer Unterschiede untersucht. Dabei fand sich eine Beteiligung der Neurotrophine an der Differenzierung von Fibroblasten zu Myofibroblasten. Die vorliegenden Ergebnisse legen nahe, dass Neurotrophine durch ihren Einfluss auf Proliferation und Differenzierung von Fibroblasten zu Myofibroblasten zum Krankheitsgeschehen im allergischen Asthma bronchiale aktiv beitragen, woraus sich neue Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung ergeben könnten.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0301