Stellenwert multimodaler Therapiekonzepte beim Nierenzellkarzinom mit Vena Cava Thrombus

Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste auftretende Tumor zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Männer erkranken im Durchschnitt doppelt so häufig wie Frauen. Bei 4-10% der Nierenzellkarzinompatienten entwickelt sich ein Tumorthrombus in der Vena Cava. 30% der Patienten haben zum Zeitpunkt eine...

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Main Author: Stehl, Karina
Contributors: Heidenreich, Axel (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Medizin
Subjects:
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Description
Summary:Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste auftretende Tumor zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Männer erkranken im Durchschnitt doppelt so häufig wie Frauen. Bei 4-10% der Nierenzellkarzinompatienten entwickelt sich ein Tumorthrombus in der Vena Cava. 30% der Patienten haben zum Zeitpunkt einer Operation bereits Metastasen entwickelt. Das Ziel dieser Studie war es, an der Phillips Universität Marburg zwischen 1998 und 2003, verschiedene Therapiekonzepte auf ihre Effektivität zu prüfen und Aussagen über prognostische Faktoren zu treffen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass ein positiver Metastasenstatus zum Zeitpunkt der Operation sich eindeutig negativ auf das Überleben auswirkt. Dieses Ergebnis stimmt auch mit denen in der Literatur beschriebenen überein. Nicht so eindeutige Daten liegen beim Einsatz einer Immun-/Chemotherapie vor. Die besten, jedoch nicht signifikanten Ergebnisse liegen bei der Verwendung einer späten Immun-/Chemotherapie in Kombination mit einer operativen Intervention vor. Die späte Immun-/Chemotherapie schließt allerdings die Patienten ein, die sich zum Operationszeitpunkt in einem metastasenfreien Zustand befanden und somit wiederum prognostische Vorteile aufzeigten. Keine großen Überlebensvorteile konnten bei Patienten gesehen werden, die sich einer primären Immun-/Chemotherapie, bei positivem Metastasenstatus, unterzogen. Gleiches gilt für eine Second-Line-Immun-/Chemotherapie. Es zeichneten sich zwar Tendenzen ab, die für den Einsatz einer weiteren konventionellen Therapie sprechen, jedoch ergaben diese Ergebnisse keine statistische Signifikanz. Die prognostische Aussagekraft des Tumorthrombus stellte einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit dar. In der Literatur werden verschiedene Fälle diskutiert, inwieweit ein niedriges Thrombuslevel mit einer besseren Prognose für den Patienten korreliert. Bezogen auf das Thrombuslevel und das Staging zeigte diese Studie keinen signifikanten Überlebensvorteil. Ein wichtiger Punkt, der bei all diesen multimodalen Therapiekonzepten nicht außer Acht gelassen werden darf, ist der gute Allgemeinzustand des Patienten. Dieser wirkt sich, egal ob es sich um eine reine operative Therapie oder eine Kombination mit Immun-/Chemotherapie handelt, immer positiv auf das Überleben eines Patienten aus. Solange sich der Patient in einer guten körperlichen Verfassung befindet, zeigen sowohl die operativen als auch die konventionellen Therapieverfahren eine geringere Komplikationsrate auf.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0865