Evaluation der Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen nach Mastektomie

Brustkrebs ist mit steigender Inzidenz die häufigste Krebserkrankung der Frau. Neben dem Messen von medizinischen Parametern wie beispielsweise das progressionsfreie Überleben, wird zunehmend ein Augenmerk auf die subjektive Bewertung des somatischen, funktionalen, emotionalen und sozialen Wohlbefin...

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Main Author: Eibisch, Thomas
Contributors: Wagner, Uwe (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Brustkrebs ist mit steigender Inzidenz die häufigste Krebserkrankung der Frau. Neben dem Messen von medizinischen Parametern wie beispielsweise das progressionsfreie Überleben, wird zunehmend ein Augenmerk auf die subjektive Bewertung des somatischen, funktionalen, emotionalen und sozialen Wohlbefindens der Patientinnen gerichtet. Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen des Organverlustes der Brust auf die allgemeine Lebensqualität, die Zufriedenheit mit dem operativen Ergebnis und der beruflichen Situation, des Einflusses einer Partnerschaft auf die Lebensqualitätsparameter und des Informationsstandes über einen möglichen Wiederaufbau der Brust bei 86 Brustkrebspatientinnen nach Mastektomie. Untersucht wurde, wie stark die Zufriedenheit mit dem operativen Ergebnis das Körperbild der Patientinnen beeinflusst und wie groß die Auswirkungen des Lebensbereiches Brust auf die allgemeinen Lebensparameter des Fragebogens EORTC QLQ-C 30 sind. Frauen, die mit dem Resultat der an ihr durchgeführten Operation (ME oder WA) zufriedener waren, fühlten sich weniger in ihrer Attraktivität eingeschränkt. Zudem äußerten Patientinnen mit gesundem Körperbild und einer Perspektive für die Zukunft ein besseres emotionales und soziales Wohlbefinden. Die Auswirkungen einer festen Partnerschaft und der sozialen Unterstützung auf die Lebensqualitätsaspekte wurden anschließend analysiert. Einfluss der Existenz einer festen Partnerschaft auf die globale Lebensqualität konnte nicht ermittelt werden. Bei Frauen mit Partner kam es nach der Diagnosestellung zu einer geringeren Reduktion der Anzahl an sozialen Kontaktpersonen. Durch den Lebensgefährten könnte dies entscheidend geprägt worden sein. Eine größere Anzahl an Bezugspersonen verbesserte die Rollenfunktion, kognitive Funktion und die soziale Funktion. Soziale Kontakte unabhängig des Familienstandes führten zu einer besseren Lebensqualität. Probandinnen in fester Partnerschaft zeigten bei einem gesünderen Körperbild weniger Hemmungen sich dem Partner gegenüber nackt zu zeigen. Eine qualitativ gute Beziehung kann zu einer besseren Annahme des eigenen Körpers führen. Ob durch Zufriedenheit mit der beruflichen Situation / dem Ruhestand eine Verbesserung der sozialen Funktion erreicht werden kann, war eine weitere Fragestellung. Eine Korrelation zwischen Zufriedenheit in der beruflichen Situation und der sozialen Funktion konnte diskutiert werden. Dabei bleibt allerdings offen, ob dieser Zusammenhang auf einer nicht untersuchten Grundeinstellung der Frauen beruht. Abschließend wurde der Informationsstand der Probandinnen über einen Wiederaufbau der Brust betrachtet. Nicht allen Frauen war die Möglichkeit einer Rekonstruktion bekannt. Verbesserungen im Wissensstand der Patientinnen sollten angestrebt werden. Eine interdisziplinäre auf die Patientin angepasste Betreuung mit psychoonkologischen Aspekten ist sehr wichtig. Positiv auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität wirkende Faktoren sollten weiter möglichst in prospektiven Studien untersucht werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0700