Identifikation funktioneller Erfolgsmaße und Ermittlung von Prädiktoren für ein hohes Reha-Outcome bei Patienten mit Bronchialkarzinom

Das Bronchialkarzinom stellte im Jahr 2004 die häufigste Krebsneuerkrankung in Europa dar. Die Mortalität konnte trotz innovativer Behandlungsmethoden, die sich zum Beispiel durch den Einsatz der Tyrosinkinasehemmer ergeben haben, nicht entscheidend gesenkt werden. Aufgrund fehlender Screeningmethod...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Author: Riesenberg, Hendrik
Contributors: Lübbe, Andreas Stephan (Professor Dr. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Innere Medizin
Subjects:
HRV
Online Access:PDF Full Text
Tags: Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
Description
Summary:Das Bronchialkarzinom stellte im Jahr 2004 die häufigste Krebsneuerkrankung in Europa dar. Die Mortalität konnte trotz innovativer Behandlungsmethoden, die sich zum Beispiel durch den Einsatz der Tyrosinkinasehemmer ergeben haben, nicht entscheidend gesenkt werden. Aufgrund fehlender Screeningmethoden und unspezifischer Frühsymptome wird die Erstdiagnose häufig in einem bereits fortgeschrittenen Erkrankungsstadium gestellt. Aus diesem Grund müssen sich die älteren und oftmals multimorbiden Patienten immer unfangreicheren Behandlungen unterziehen, die sowohl erhebliche physische und psychische Schädigungen als auch Funktions- und Partizipationsstörungen mit sich bringen. Dieser Problematik wird mit einem strukturierten und von den Rentenversicherern qualitätsgestützten Rehabilitationsprogramm begegnet. Das Ziel der durchgeführten Studie lag in der Überprüfung der Effizienz einer stationären Rehabilitation bei Patienten mit Bronchialkarzinom. Des Weiteren wurde der Frage nachgegangen, ob die Lebensqualität mit dem funktionellen Status korreliert, oder ob Parameter dieser beiden Bereiche als voneinander unabhängige Erfolgsmaße angesehen werden müssen. Darüber hinaus wurde geprüft, welchen Einfluss die Faktoren Alter, Geschlecht und Motivation der Patienten auf das Outcome der Rehabilitation haben. Die Ergebnisse belegen einen deutlichen Zuwachs an körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität im Verlauf der Rehabilitation. Ebenfalls wurden die Patienten durch die behandelnden Ärzte in ihrem körperlichen und sozialmedizinischen Status am Ende der Reha-Maßnahme erheblich höher eingeschätzt als zu deren Beginn. Diese Daten zeigen den Erfolg und die Bedeutung der Rehabilitation bei Patienten mit Bronchialkarzinom. Des Weiteren konnten, bei einer zwar insgesamt niedrigen Lebensqualität, signifikant positive Korrelationen von Lebensqualität und dem Ausmaß an Fatigue mit einigen funktionellen Parametern ermittelt werden. Sowohl die Leistung am Fahrradergometer, die zurückgelegte Strecke im 6-Minuten-Gehtest als auch die Lungenfunktionsparameter FEV1 und FVC gelten demnach als funktionelle Erfolgsmaße. Die Effizienz der Rehabilitation zeigte sich als unabhängig von Alter und Geschlecht der Patienten, was den Rückschluss zulässt, dass eine stationäre Rehabilitation bei älteren Patienten mit Bronchialkarzinom genauso sinnvoll und indiziert zu sein scheint wie bei jüngeren Patienten. Ein erheblicher Unterschied im Outcome konnte zwischen Patienten mit hoher bzw. geringer Motivation ermittelt werden. Diese Unterschiede sind sowohl in den funktionellen Parametern als auch in der Lebensqualität und dem Ausmaß an Fatigue zu erkennen. Eine gute Motivation gilt daher als Prädiktor für ein hohes Outcome der Rehabilitation.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0362