Diagnostische Wertigkeit von beta-CrossLaps bei Hämodialysepatienten

Die Beurteilung des Knochenstoffwechsels bei chronischen Hämodialysepatienten beruht im Wesentlichen auf der labordiagnostischen Untersuchung der Parameter Calcium und Phosphat sowie des intakten Parathormons. Der exakte Typ der im Einzelfall bestehenden Form der renalen Osteopathie kann nur durch d...

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Main Author: Graf, Stephanie
Contributors: Fassbinder, Winfried (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Innere Medizin
Subjects:
CTX
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Beurteilung des Knochenstoffwechsels bei chronischen Hämodialysepatienten beruht im Wesentlichen auf der labordiagnostischen Untersuchung der Parameter Calcium und Phosphat sowie des intakten Parathormons. Der exakte Typ der im Einzelfall bestehenden Form der renalen Osteopathie kann nur durch die Knochenhistologie sicher beurteilt werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Wertigkeit der ß-CrossLaps, eines neuen Markers der Knochenresorption, bei chronischen Hämodialysepatienten (n=123) zu untersuchen. Dazu wurden die Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps bei Hämodialysepatienten bestimmt und ihr Verlauf über einen längeren Beobachtungszeitraum dargestellt. Es wurde die Korrelation mit Standardparametern des Knochenstoffwechsels überprüft und der Einfluss der Hämodialysebehandlung auf die Höhe der Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps untersucht. ß-CrossLaps sind Degradationsprodukte des Typ I Kollagens, das den größten Anteil der organischen Knochenmatrix darstellt. Die Antikörper detektieren eine durch ein „cross-link“ verbundene Aminosäuresequenz (EKAH-ßD-GGR) des C-terminalen Telopeptids des Typ I Kollagens, die nach Spaltung durch die Kollagenase Kathepsin K entsteht. Diese Eigenschaften sind spezifisch für Abbauprodukte des Knochenkollagens. Alle Hämodialysepatienten zeigten deutlich über die alters- und geschlechtsbezogen definierten Normwerte erhöhte ß-CrossLaps Plasmawerte (Termin I: 1,56 ± 0,11 ng/ml, Termin II [Wiederholung nach 6 Monaten]: 1,60 ± 0,11 ng/ml). Zwischen Männern und Frauen bestanden keine Unterschiede. Positiv signifikante Korrelationen bestanden zum intakten Parathormon (r=0,717), zu Osteocalcin (r=0,746) und zur (Gesamt-) Alkalischen Phosphatase (r=0,449). Die individuelle Variationsbreite der Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps war in dem Beobachtungszeitraum überwiegend gering ausgeprägt. Das Spektrum der negativen und positiven Abweichungen reichte jedoch von -83,7 bis +66,8%. Auch die Korrelationsanalysen mit den Differenzen der anderen Knochenstoffwechselparameter waren positiv signifikant (intaktes Parathormon: r=0,467, Osteocalcin: r=0,543, Alkalische Phosphatase: r=0,250). ß-CrossLaps werden durch die Hämodialysebehandlung mit mittleren Reduktionsraten von 40% eliminiert. Durch „high flux“ Dialysatoren (Reduktionsrate 49%, Nachweis im Dialysat als Massenbilanz 20,67 µg) kann eine relativ und absolut höhere Elimination erzielt werden als mit „low flux“ Dialysatoren (Reduktionsrate 22%, Nachweis im Dialysat 10,66 µg). An aufeinander folgenden Dialysetagen zeigte sich eine geringe intraindividuelle Variabilität der prädialytischen Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps (12,7%), dies war auch unabhängig vom Beginn der Dialysebehandlung im tageszeitlichen Unterschied. Die unterschiedliche Länge des Dialyseintervalls hatte keinen Einfluss auf die prädialytischen Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps. ß-CrossLaps sind auch bei Hämodialysepatienten als Marker des Knochenumsatzes sinnvoll einsetzbar. Der Vergleich mit histomorphometrischen Befunden muss ihren Wert als Marker der Knochenresorption in der Abgrenzung der verschiedenen Formen der renalen Osteopathie weiter sichern. Bei der Beurteilung der Plasmakonzentrationen der ß-CrossLaps sollte bei Hämodialysepatienten standardmäßig die Bestimmung prädialytischer Proben erfolgen, um vergleichbare Ergebnisse erzielen zu können.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2006.0230