Hypertensive Ratten mit Antibiotika- und G-CSF Prophylaxe überleben eine abdominelle Sepsis besser als Dahl-Salz-sensitive und normotensive Wistar Ratten in klinik-modellierenden randomisierten Studien (CMRTs)

Risikofaktoren wie z.B. Diabetes mellitus, Unterernährung oder Blutverlust führen zu einer veränderten immunologischen Reaktivität gegenüber Mikroorganismen und zu einer erhöhten Mortalität in der abdominellen Sepsis, sowohl im Tiermodell als auch in der Klinik. Ebenso spielt der Risikofaktor Blutho...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Tischer, Björn
Beteiligte: Bauhofer, Artur (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2005
Operative Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
Tags: Tag hinzufügen
Keine Tags, Fügen Sie den ersten Tag hinzu!
Zusammenfassung:Risikofaktoren wie z.B. Diabetes mellitus, Unterernährung oder Blutverlust führen zu einer veränderten immunologischen Reaktivität gegenüber Mikroorganismen und zu einer erhöhten Mortalität in der abdominellen Sepsis, sowohl im Tiermodell als auch in der Klinik. Ebenso spielt der Risikofaktor Bluthochdruck in der Medizin nicht nur eine Rolle in der Pathogenese des Schlaganfalls und des Herzinfarktes, sondern auch bei Infektionen. In Klinik modulierenden, randomisierten Studien am Modell der fäkalen, abdominellen Peritonitis konnte beobachtet werden, dass es abhängig vom untersuchten Rattenstamm (Wistar, Spontanen Hypertensiven (SHR) Ratten, Dahl Salz-sensitven (DS) Ratten) zu verschiedenen Mortalitätsraten unter Antibiotika- und G-CSF Prophylaxe kommt. Obwohl die beiden Rattenstämme, SHR und DS Ratten, beide einen nachweislich erhöhten Blutdruck zeigten, war der Überlebensverlauf unterschiedlich. Die SHR Ratten hatten eine wesentlich geringere Mortalitätsrate, während das Überleben der DS Ratten tendenziell vermindert war. Dabei wurde bei dem SHR Stamm, im Vergleich zu den Wistar Ratten, eine deutlich geringere, lokale Expression der mRNA, der proinflammatorischen Zytokine IL 1, IL 6 und MIP 2 in den Organen der Lunge, der Leber und der Milz gefunden. Die erhöhte Expression des antiinflammatorischen Zytokins IL 10 nach einer Infektion in der Leber kann für die SHR Ratten einen günstigen Einfluss haben, während die geringere Produktion sich bei den DS Ratten eher ungünstig auswirkt. Auf Proteinebene im Plasma konnte dagegen bei der SHR Gruppe im Vergleich zu Wistar Ratten kein Unterschied bei den Zytokinen nach einer Infektion beobachtet werden. Die lokale Zytokinfreisetzung scheint daher von größerer Bedeutung zu sein als die systemische. Die Hypertension per se ist nicht entscheidend für das Überleben der Tiere und die Zytokinexpression, sondern vielmehr ihr genetischer Hintergrund. Eine Erklärungsmöglichkeit für die erhöhte Resistenz der SHR Ratten gegenüber Mikroorganismen und ihren Toxinen einhergehend mit einer erhöhten Überlebensrate konnte in der deutlichen Verringerung der lokalen Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen auf mRNA Ebene gefunden werden.