Verkürzung der Zeitintervalle bis zur Erstdefibrillation und Intubation bei der kardiopulmonalen Reanimation durch ein Ventilations- Kompressionsverhältnis von 5:50 statt 2:15 - eine kontrollierte Studie der Arbeitsabläufe unter BLS am Modell

In der ersten Phase einer kardiopulmonalen Reanimation durch zwei professionelle Helfer müssen Advanced-Cardiac-Life-Support (ACLS) -Maßnahmen (Frühdefibrillation, Intubation und die Medikamentenapplikation) möglichst ohne Unterbrechung der Basic-Life-Support (BLS) -Maßnahmen (Beatmung und die exter...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Giesel, Matthias
Beteiligte: Wulf, Hinnerk (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2005
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:In der ersten Phase einer kardiopulmonalen Reanimation durch zwei professionelle Helfer müssen Advanced-Cardiac-Life-Support (ACLS) -Maßnahmen (Frühdefibrillation, Intubation und die Medikamentenapplikation) möglichst ohne Unterbrechung der Basic-Life-Support (BLS) -Maßnahmen (Beatmung und die externe Herzdruckmassage) durchgeführt werden. Das Ziel dieser Studie war es, den Unterschied zwischen den Zeitintervallen vom Beginn der BLS-Maßnahmen bis zur 1. Defibrillation und vom Beginn der BLS -Maßnahmen bis zur Intubation bei zwei unterschiedlichen Ventilations-Kompressionsverhältnisse zu untersuchen. Es wurden die Ventilations-Kompressionsverhältnisse 2:15 (Methode A: heutiger Standard) und 5:50 (Methode B: alternatives Verfahren) ausgewählt. In einer randomisierten Studie führten 40 in kardiopulmonaler Reanimation trainierte Helfer (Rettungsassistenten/-sanitäter) wechselweise eine standardisierte Reanimation mit BLS- und ACLS-Maßnahmen mit einem Ventilations-Kompressionsverhältnisses von 2:15 und 5:50 gemäß den heute gültigen Richtlinien von der ILCOR (International Liaison Committee of Resuscitation) an einem Reanimationsmodell (Resusci Skillreporter Anne, Laerdal, Norwegen) durch. Die BLS-Maßnahmen wurden mit der Ventilation mittels Beatmungsbeutel und -maske begonnen, ein halbautomatischer Defibrillator (Corpuls 08/16S biphasic) wurde konnektiert, die EKG Analyse (Kammerflimmern) durchgeführt, 3 Schocks ausgelöst und die endotracheale Intubation vorbereitet. Ventilation und kardiale Kompressionen wurden nur für die EKG Analyse und die Defibrillation unterbrochen. Das Atemminutenvolumen (AMV) und die Anzahl der Kompressionen wurden erhoben und die Zeit der obengenannten Zeitintervallen mittels eines gepaarten t-Test verglichen. Zusätzlich wurde das Rettungsdienstpersonal über den Arbeitsablauf und den emotionalen Stress während des Tests vergleichend befragt. Die Zeitintervalle vom Start der BLS-Maßnahmen bis zum 1. Schock waren 78s (2:15) gegenüber 63s (5:50), p<0,0001, Start BLS Maßnahmen bis zur Intubation 183s (2:15) und 150s (5:50), p<0,0001. Das durchschnittliche AMV betrug 4490 ml (2:15) und 4370ml (5:50), p>0,1 und die durchschnittliche Anzahl der Kompressionen 65/min (2:15) bzw 68/min (5:50), p>0,1. Der Arbeitsablauf verlief bei 5:50 subjektiv ruhiger und der emotionale Stress während der Versuche wurde von dem Rettungsdienstpersonal als signifikant geringer bei 5:50, p<0,0001 eingestuft. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Frühdefibrillation und die Intubation bei der alternativen Methode B (5:50) signifikant eher erfolgte bei gleichbleibendem AMV und durchschnittlichen Anzahl der Kompressionen. Weiterhin wurde der Arbeitsablauf während der ersten Phase der Reanimation bei der Methode B verbessert und der Stress der Helfer verringert.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2005.0449