Nächtliche Bronchialobstruktionen und Schlaf - Ergebnisse von akustischer Langzeitregistrierung und Polysomnographie

Die Bedeutung eines erholsamen Schlafs für die Gesundheit ist gesichert. Leistungsfähigkeit und Erholungsfunktion des Schlafes sind an das synchron ablaufende Wechselspiel der Funktionen Wachen und Schlafen gekoppelt. Eine Störung des zirkadianen Rhythmus der Schlaf/Wachphase führt vor allem zu eine...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Reinke, Christian
Beteiligte: Koehler, Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2005
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Die Bedeutung eines erholsamen Schlafs für die Gesundheit ist gesichert. Leistungsfähigkeit und Erholungsfunktion des Schlafes sind an das synchron ablaufende Wechselspiel der Funktionen Wachen und Schlafen gekoppelt. Eine Störung des zirkadianen Rhythmus der Schlaf/Wachphase führt vor allem zu einer Einschränkung der psychomentalen Leistungsfähigkeit, was sich in Form von verstärkter Tagesmüdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrationsmangel sowie Stimmungs-schwankungen zeigt. Patienten mit obstruktiver Atemwegserkrankung klagen häufig über respiratorische Beschwerden im Schlaf. Das Ziel der Arbeit war es daher, eine genauere Beurteilung der Wechselwirkungen zwischen bronchialen Obstruktionen und Schlafparametern zu ermöglichen. In der vorliegenden Studie wurden 20 Patienten (9 Männer und 11 Frauen) mit Asthma bronchiale / COPD sowie einer klinisch auskultatorisch objektivierbaren bronchialen Obstruktion während der Nacht mit einer kardiorespiratorischen Polysomnographie und einer gleichzeitigen akustischen Aufzeichnung der Lungengeräusche mit dem PulmoTrack© Model 1010 prospektiv untersucht. Das Alter der Patienten lag im Mittel bei 55,4±12,4 Jahren (Range 23 bis 74 Jahre). Die Schlafstruktur fand sich bei allen 20 Patienten gestört. Im Mittel ergaben sich reduzierte Werte für die Gesamtschlafzeit (312±110 Min.), die Schlafeffizienz (66±21%) und den REM-Schlaf (16±7%) bei gleichzeitig verlängerter Schlaflatenz (47±55 Min.). Bei vier Patienten wurde nebenbefundlich eine obstruktive Schlafapnoe (RDI>=10/h) neu diagnostiziert. Bei allen Patienten konnten akustisch nächtliche Bronchialobstruktionen erfasst werden. Die Wheezingdauer reichte von 30 Sekunden bis zu 317 Minuten. Die Wheezing-Erkennung durch das PulmoTrack© funktionierte gut und zuverlässig. Es konnte für die thorakal gemessenen Obstruktionen eine Tendenz gefunden werden, die auf einen Zusammenhang zwischen zunehmendem Wheezing und zunehmender Vigilanz hindeutet (p<0,1). Für die trachealen Aufzeichnungen waren keine signifikanten Ergebnisse zu finden. Die Häufigkeit des Auftretens zentraler Weckreaktionen bei Bronchialobstruktionen war tendenziell erhöht (p<0,1). Um die Frage der pathophysiologischen Verknüpfung von Bronchialobstruktionen und Schlafparametern genauer beantworten zu können, ist die Durchführung weiterer Studien mit größeren, einheitlich strukturierten Patientenkollektiven notwendig. Das Langzeitmonitoring der Atemgeräusche stellt ein sinnvolles und effizientes Verfahren zur Beurteilung von bronchialen Obstruktionen dar, das zukünftig auch zur Beurteilung der antiobstruktiven Therapieeffizienz bei Patienten mit Asthma bronchiale und COPD dienen kann.