Der Diskurs über die Emanzipation der Frau in China an der Schwelle zur Moderne (ca. 1890 - ca. 1930) : Bibliographie zum Thema

Diese kommentierte und nach Sachgebieten gegliederte Bibliographie wurde im Auftrag des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erstellt. Die Kürzel, die alphabetisch geordnet in eckigen Klammern nach jedem Eintrag stehen, sind Schlagworte, d...

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Bibliographic Details
Main Authors: Übelhör, Monika, Jürries, Stefanie
Contributor: Zentrum für Gender Studies und Feministische Zukunftsforschung <Marburg> (Issuing body)
Format: Work
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Sinologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Diese kommentierte und nach Sachgebieten gegliederte Bibliographie wurde im Auftrag des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erstellt. Die Kürzel, die alphabetisch geordnet in eckigen Klammern nach jedem Eintrag stehen, sind Schlagworte, die teilweise auch in der Literaturdatenbank des Zentrums verwendet werden, teilweise aber auch dem besonderen Kontext dieser Bibliographie geschuldet sind. Die Kürzel sollen neben der chronologischen und thematischen Gliederung dieser Bibliographie eine zusätzliche Hilfe für eine schnelle Einordnung der Titel geben. Eine Liste der Kürzel [2] findet sich am Ende dieser Bibliographie. Der Diskurs über Frauenemanzipation setzte in China Ende des 19. Jahrhunderts ein. Bestürzt über die Unfähigkeit der Regierung, das wirtschaftliche und politische Vordringen westlicher Staaten und Japans auf dem Gebiet des ehemals so mächtigen chinesischen Reiches abzuwehren, gingen damals politisch engagierte Kreise der Bildungsschicht dazu über, die Grundlagen der eigenen Staatsund Gesellschaftsordnung zu überdenken und, zum Teil radikal, neu zu bestimmen. Dabei wurde von revolutionär wie auch von eher konservativ gesonnenen Kreisen der Neubestimmung der Stellung der Frau eine fundamental wichtige Rolle zugemessen. Dieser Diskurs, der erst in den letzten Jahrzehnten ins Blickfeld westlicher wie östlicher sinologischer Forschung rückte, ist für die wissenschaftliche Arbeit an unseren Universitäten in vielfacher Hinsicht von Belang. Die Diskussionen über die Neubestimmung der Bedeutung der Frau für Staat und Gesellschaft sind nicht nur für das Verständnis des heutigen China von großer Wichtigkeit, sie zeigen vielmehr auch, daß auf diesem Gebiet in China bereits damals der Schritt hin zu e i n e r Welt gemacht wurde. Zeitgleich mit dem Westen ging es um Fragen wie Zugang zu Bildungseinrichtungen, Selbstbestimmung im persönlichen Bereich, finanzielle Unabhängigkeit, Gleichheit vor dem Gesetz, Partizipation im Bereich der Politik. Dabei wurden in den damals neu aufkommenden, oft auch von Frauen herausgegebenen Frauenzeitschriften die in entsprechenden Kreisen westlicher Länder diskutierten Ansätze vorgestellt und relevante Veröffentlichungen - etwa Emma Goldmans Mother Earth - annonciert. Auch wurden Kontakte zu westlichen Frauenorganisationen gepflegt und regelmäßig über deren Versammlungen Bericht erstattet. Von ganz aktueller Bedeutung ist der damalige Diskurs, da die Lösung vieler für die Emanzipation der Frau wichtigen Fragen in den Ländern Ostasiens wie des Westens auch heute noch ansteht. So haben sich seit den späten 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in China und Taiwan erneut Bewegungen für die Emanzipation der Frauen formiert, die an die Bestrebungen am Anfang des Jahrhunderts anknüpfen. Unsere bibliographische Handreichung gliedert sich in zwei Teile: Teil I bringt Informationen zur historischen Ausgangslage. Sie muß, gerade wenn es um den sehr interessanten Aspekt der Aufnahme und Bearbeitung westlicher Konzepte geht, selbstverständlich in Betracht gezogen werden. Im Teil II geht es um den politischen und gesellschaftlichen Kontext der Umbruchsphase, auf dem der Diskurs zu sehen ist. Chronologische Angaben und bibliographische Hinweise haben wir vorangestellt. Damit bereits die Durchsicht unserer bibliographischen Handreichung, die nur westlich sprachige Titel umfaßt, eine Vorstellung über die anstehenden Fragen vermittelt - so weit dies beim derzeitigen Forschungsstand möglich ist -, werden einzelne grundlegende Werke etwas eingehender vorgestellt, die übrigen Titel, die sich nicht unmittelbar erschließen lassen oder eines kritischen Kommentars bedürfen, werden knapp charakterisiert.
Physical Description:19 Pages
DOI:https://doi.org/10.17192/es2017.0005