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Titel:Caodaismus – vietnamesische Neureligion des 20.Jahrhunderts
Autor:Daiber, Karl-Fritz
Erscheinungsjahr:2018
URI:http://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2018/0004
DOI: https://doi.org/10.17192/es2018.0004
URN: urn:nbn:de:hebis:04-es2018-00041
DDC: Religion, Religionsphilosophie
Titel(trans.):Caodaism – a Vietnamese New Religion of the 20th Century

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Schlagwörter:
Buddhismus, Christentum, Taoismus, Neureligionen, Caodaismus, Religionssoziologie. Religionswissenscha, Spiritismus, Ostasien, Konfuzianismus, Vietnam

Zusammenfassung:
Überarbeitete und durch Fotos ergänzte Fassung des Exkurses „Der Caodaismus und seine Konfuzianismus-Rezeption“, in: Karl-Fritz Daiber, Konfuzianische Transformationen – Eine religiöse Tradition in der Moderne Indonesiens, der Philippinen, Vietnams und Südkoreas, Berlin 2010, LIT-Verlag, 185-212. Der Caodaismus entstand in den 1920er Jahren. Er war zunächst eine religiöse Bewegung unter französisch gebildeten Vietnamesen, die zum Teil in den Diensten der Kolonialmacht standen. Bald entwickelte er sich aber zu einer Massenbewegung unter der ländlichen Bevölkerung Südvietnams, die nicht nur religiöse, sondern auch politische Bedeutung gewann, ähnlich den Bauernbewegungen in China oder auch in Korea während des 19. Jahrhunderts. Die Studie stellt in erster Linie den Caodaismus als Neureligion dar, basierend auf Berufungserfahrungen des Gründers. Die Selbstoffenbarung Gottes als Gott Cao Dai ist die letzte und höchste Offenbarung in der Menschheitsgeschichte. Sie schließt synkretistisch alle Religionen und humanistischen Glaubensrichtungen zu einer Einheit zusammen. Den Kern dieser Einheit bilden die drei Lehren der chinesisch geprägten Kulturen, nämlich Taoismus, Buddhismus und Konfuzianismus. Alle anderen Religionen werden als Zweige der Drei Lehren verstanden. Der Ahnenverehrung wird hohe Bedeutung zuerkannt. Dier Kontakt zur göttlichen Welt vollzieht sich durch Rituale, aber auch über spiritistische Praktiken. Durch sie gewonnene Lehren gelten als rational überprüfbar. Die Praktiken schließen an den französischen Spiritismus an. Die Kulthandlungen und ihre Symbolik sind ebenso wie die Architektur und die Sozialordnung der Gemeinschaft rational konstruiert. Der Haupttempel steht in Tay Ninh, von Saigon aus gut erreichbar.

Summary:
The publication presents Cadoism as a Vietnamese new religion, based on mystical experiences of its founder. The revelation of God Cao Dai is understood as the last revelation of the highest God during the history of mankind. From this stand of view all religions and also the new humanistic an political teachings in Europe and in the new China after 1912 are understood as an unity based on the Three Teachings in the Chinese world, namely Daoism, Buddhism and Confucianism. Christianity for Caodaists is a branch of the Chinese religious tradition. Ancestor worship and the reincarnation doctrine are important elements of Caodaist dogmatic. The contact to the celestial world runs over the religious rituals but also over spiritist sessions, comparable with that of the 19th century spiritism in France. Rituals, religious architecture, symbols and the constitution of the community are highly rational constructed elements of Caodaism. The most important place is Tay Ninh, not too far from Hoh Chi Minh City, with its cathedral, main building of the Caodist Vatican.


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