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Titel: Raumzeitliche Mobilitätsdynamiken im Kontext wissensintensiver Arbeit - Zur theoretisch-konzeptionellen Fundierung und empirischen Analyse von Dynamisierung und Flexibilisierung der berufsbedingten zirkulären Mobilität von Wissensarbeitenden
Autor: Kohl, Hendrik
Weitere Beteiligte: Strambach, Simone (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2017
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2016/0463
DOI: https://doi.org/10.17192/z2016.0463
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2016-04632
DDC: 910 Geografie, Reisen
Titel(trans.): Spatiotemporal Mobility Dynamics in the Context of Knowledge Intensive Work - On the theoretical foundation and empirical analysis of dynamics and flexibility in the case of job-related circular mobility

Dokument

Schlagwörter:
Mobilität, Geistige Arbeit, Wissen, Wissensökonomie, Wissensarbeit, Berufsbedingte Mobilität, Raum-zeitliche Dynamik, Knowledge economy, Knowledge work, Job-related mobility, Time-space dynamic

Zusammenfassung:
Der wissensbasierte sozioökonomische Strukturwandel ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung inzwischen weitgehend anerkannt. In hochentwickelten Ländern findet eine kontinuierliche Verschiebung hin zu forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen statt und wissensintensive Tätigkeiten gewinnen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund rückt auch Wissensarbeit in jüngerer Zeit vermehrt in den wissenschaftlichen Fokus – auch der räumlichen Forschung. Die Alltagsmobilität von Wissensarbeitenden war jedoch bislang kaum Gegenstand systematischer wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei gibt es zahlreiche Hinweise in verschiedenen Forschungssträngen, dass die raumzeitliche Organisation von Wissensarbeit im Vergleich zu stärker materiell geprägten Tätigkeiten anderen Mechanismen unterliegt. Wie sich diese Prozesse aber auf die „alltägliche“ berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden auswirken, ist eine bislang noch weitgehend offene Frage und die wissenschaftlichen Forschungs- und Diskussionsstränge sind bislang unverbunden. An dieser Forschungslücke setzt die Arbeit an und geht sowohl auf theoretisch-konzeptioneller als auch empirischer Ebene der Frage nach, wie Wissensarbeit und ihre spezifischen Tätigkeiten die berufsbedingte zirkuläre Mobilität beeinflussen. Durch die Zusammenführung von Erkenntnissen aus der räumlichen Innovations- und Wissensforschung und der Mobilitätsforschung werden Synergiepotenziale genutzt, die es ermöglichen, die fluiden raumzeitlichen Bindungen von Wissensarbeit und ihre komplexen Implikationen für die berufsbedingte zirkuläre Mobilität differenzierter zu analysieren. Darauf aufbauend werden neue Operationalisierungsansätze entwickelt, um die analysierten konzeptionellen Zusammenhänge empirisch systematisch zu untersuchen. Die Ergebnisse aus zwei repräsentativen Online-Surveys mit Wissensarbeitenden aus dem Wissenschaftsbereich der Universitätsstädte Göttingen und Marburg zeigen, dass die berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden durch räumliche und zeitliche Dynamiken und Flexibilisierungstendenzen charakterisiert ist, die in signifikantem Zusammenhang mit der Wissensintensität der Tätigkeiten stehen. So wird festgestellt, dass die berufsbedingte zirkuläre Mobilität von Wissensarbeitenden neben einer höheren Intensität auch von qualitativen Merkmalen wie einer zeitlichen Diskontinuität im Tages- und Wochengang geprägt ist. Zudem wird die Arbeit deutlich öfter an verschiedenen Orten ausgeübt und Dienst- und Geschäftsreisen finden öfter über verschiedene räumliche Skalen hinweg statt.

Summary:
The socio-economic structural change towards a knowledge economy is widely accepted in social science. There is a continuous shift to research- and knowledge intensive sectors in highly developed countries and knowledge-based practices gain importance. Against this background knowledge work is increasingly getting into scientific focus, especially in spatial research. However, the daily mobility of knowledge workers has not yet been a subject in systematic scientific analyses. There are numerous indications in different fields of research that the spatiotemporal organization of knowledge work, in comparison to more physical practices, is characterized by modified mechanisms. How these processes influence the daily job-related – so-called circular – mobility of knowledge workers has not been systematically examined in-depth and the research strands are still unconnected. This gap leads to the research question how knowledge work and its specific tasks influence the job-related circular mobility. Merging interdisciplinary mobility research with the spatial innovation and knowledge science seems to be a promising approach for utilizing synergy potentials. It allows a more differentiated analysis of the fluid, spatiotemporal connection between knowledge work and its complex implications for the job-related circular mobility. Based on these conclusions novel methodical approaches to the empirical ascertainment of so-called mobility dynamics have been developed. The empirical results from two representative online surveys with highly qualified knowledge workers from the scientific sector of the university towns Göttingen and Marburg indicate that job-related circular mobility is characterised by spatial and temporal dynamics and flexible mobility patterns which are closely related to the knowledge intensity of practices. It is found that job-related circular mobility of knowledge workers is not only marked by a higher intensity but also by qualitative dimensions like a temporal discontinuity of daily and weekly activities. Additionally knowledge work is performed at different places and business trips take place beyond various spatial scales.


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