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Titel: Intubationsrate und Mortalität mit und ohne präklinischem Continuous Positive Airway Pressure bei Patienten mit akutem kardiogenem Lungenödem
Autor: Kremer, Tina
Weitere Beteiligte: Koehler, Ulrich (Prof Dr.)
Erscheinungsjahr: 2016
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2016/0429
DOI: https://doi.org/10.17192/z2016.0429
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2016-04293
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Intubation rate and mortality with and without preclinical Continuous Positive Airway Pressure in patients with acute cariogenic pulmonary edema

Dokument

Schlagwörter:
noninvasive ventilation, nichtinvasive Beatmung, CPAP, präklinischen Einsatz, akute Ateminsuffizienz, CPAP, acute cardiogenic pulmonary edema, Künstliche Beatmung, acute respiratory failure, Lungenödem, preclinical use, akutes kardiogenes Lungenödem, Rettungswesen

Zusammenfassung:
Zusammenfassung Das akute kardiogene Lungenödem ist einer der Hauptgründe für die Hospitalisierung von Patienten. Die Mortalität ist hoch und viele der Patienten sind beatmunspflichtig. Eine endotracheale Intubation jedoch hat spezifische Komplikationen und birgt Risiken für den Patienten. Systematische Untersuchungen legen nahe, dass die klinische Anwendung von Continuous Positive Airway Pressure-Therapie (CPAP) die Notwendigkeit der invasiven Beatmung und auch die Mortalität bei Patienten mit kardiogenem Lungenödem reduziert. Bisher lagen jedoch keine systematischen Untersuchungen zur präklinischen Anwendung von CPAP vor. Fragestellung Anhand des Vergleichs von präklinisch mit CPAP therapierten Patienten mit kardiogenem Lungenödem gegen eine historische Kontrollgruppe sollte geklärt werden, ob die präklinische CPAP-Therapie die Krankenhausmortalität und Intubationsrate beeinflusst. Material und Methoden Die CPAP-Therapie ist 2006 in den DRK-Rettungsdienst in Mittelhessen eingeführt worden. Entnommen wurden die Daten den Einsatzprotokollen des Rettungsdienstes, einem extra für die Studie entworfenen Fragebogen für die Notärzte sowie den Patientenakten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg. Als primäre Studienendpunkte wurden die Intubationsrate sowie die Krankenhausmortalität im Vergleich zwischen den beiden Gruppen festgelegt. Als sekundäre Studienendpunkte wurden die Krankenhausaufenthaltsdauer, die Beatmungsdauer, die Aufenthaltsdauer auf Intensivstation, die Vitalparameter, die Häufigkeit von Myokardischämien sowie die Transportzeiten im Rettungsdienst analysiert und zwischen den beiden Gruppen verglichen. Ebenso wurden die Verläufe der Vitalparameter jeweils innerhalb einer Gruppe für einen Innergruppenvergleich ausgewertet. Die statistische Analyse erfolgte unter Bildung von Matched Pairs. Die Auswertung der erhobenen kategorialen Daten erfolgte mittels Chi-Quadrat-Test. Bei einer zu kleinen Stichprobe wurde der Fisher-Yates-Test verwendet. Die Auswertung des Vergleichs der metrischen Daten erfolgte bei Normalverteilung mittels t-Test für paarige Stichproben, bei fehlender Normalverteilung wurde der Wilcoxon-Standardtest angewendet. Ergebnisse In den primären Studienendpunkten ergab sich eine signifikante Senkung der Intubationsrate in der CPAP-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Des Weiteren zeigte sich ein klinisch relevanter Trend zu einer geringeren Krankenhausmortalität in der CPAP-Gruppe ohne statistische Signifikanz. In den sekundären Studienendpunkten ergaben sich eine signifikant kürzere Aufenthaltsdauer auf Intensivstation sowie ein Trend zu weniger Beatmungsstunden in der CPAP-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Interessanterweise ließ sich dabei in der Kontrollgruppe ein deutlicher Trend zu einer kürzeren Krankenhausaufenthaltsdauer in der Kontrollgruppe nach-weisen. Hinsichtlich der Vitalparameter wurde zunächst ein Innergruppenvergleich durchgeführt, in welchem sich bei beiden Gruppen bei allen erhobenen Vitalparametern eine signifikante Besserung nach der Behandlung zeigte. Der Intergruppenvergleich ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen bezüglich des Auftretens von Myokardischämien. Die Transportzeiten in die Klinik waren in der CPAP-Gruppe im Durch-schnitt etwa 5 Minuten länger, dies war jedoch statistisch nicht signifikant. Diskussion Es konnte gezeigt werden, dass der präklinische Einsatz von CPAP gut durchführbar ist, von den meisten Patienten gut toleriert wird und zu einer signifikant geringeren Rate an Intubationen führt. In zahlreichen Studien, in denen die Applikation von CPAP bei akutem kardiogenem Lungenödem in der Notaufnahme begonnen wurde, konnte eine Reduktion von Intubations- und Mortalitätsrate gesehen werden. Im Wesentlichen konnten diese Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit beim präklinischen Einsatz von CPAP bestätigt werden. Der Einsatz von CPAP im Rettungsdienst bedeutet im Durchschnitt einen 30 bis 45 Minuten früheren Beginn der Therapie. In Zusammenschau aller dieser Faktoren ist der präklinische Einsatz von CPAP dringend zu empfehlen.

Summary:
Summary Acute cardiogenic pulmonary edema is one of the main reasons for hospitalization of patients. The mortality rate is high and most patients require ventilatory assistance. But endotracheal intubation has specific complications and risks for the patient. Systematic reviews suggest a reduced need for artificial ventilation and likewise decreased mortality in patients with acute cardiogenic pulmonary edema when Continuous Positive Airway Pressure (CPAP) therapy is utilized. Up to now there was no systematic investigation into the preclinical use of CPAP. Question By comparing patients with acute cardiogenic pulmonary edema treated with preclinical CPAP and a historical control group, it should be cleared if there was an influence on hospital mortality and intubation rate in the CPAP-group. Material and methods CPAP-therapy was introduced in 2006 in DRK-rescue services in Mittelhessen. The data was taken from rescue service protocols, from a questionaire especially designed for this study and filled in by the emergency physician, and lastly from the health records of the Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, location Marburg. As primary study end points, intubation rate and hospital mortality for both groups should be analyzed. Secondary study end points include the duration of hospital stay, the duration of ventilatory assistance, time spent in intensive care unit, the vital signs, the frequency of myocardial ischemia, and the time of transportation in prehospital rescue service. Those parameters were analyzed and compared between the two groups. The vital signs were also analyzed within each group. The statistical analysis was performed as a matched pairs analysis. The evaluation of categorial data was done by Chi-Squared-Test. When the sample was too small the Fisher-Yates-Test was performed. Metric data was evaluated with the T-Test for paired samples when the sample was normally distributed and with Wilcoxon signed-rank test when the sample was distributed abnormally. Results In the primary study end points there was detected a significant reduction of intubation rate in the CPAP-group compared to the historical control group. Moreover, a trend could be seen with clinical relevance towards a reduced hospital mortality in the CPAP-group without statistical significance. The secondary study end points showed a significant reduction in the lenght of stay in the intensive care unit and a trend towards less hours of assisted ventilation in the CPAP-group. Interestingly there was a trend towards a shorter lenght of hospital stay in the control group. The vital signs were first compared within each group and showed a significant improvement in both groups in all vital signs after treatment. There was no significant difference in the comparison of the vital signs between CPAP-group and control group. No difference could be seen between the two groups when comparing the frequency of myocardial ischemia. Transport times to the hospital were about 5 minutes longer in the CPAP-group, but this was not statistically significant. Discussion This study demonstrates an easily executable preclinical application of CPAP, a good tolerance of the therapy in patients, and a significantly reduced intubation rate. Many studies indicate that if CPAP is applied in the emergeny care unit to patients with acute cardiogenic pulmonary edema, there is a marked reduction in the need for intubation and also decreased mortality rate. Ultimately, this results could be confirmed in this study with preclinical use of CPAP. Using CPAP en route to hospital means that, on average, the application of this therapy can begin 30 to 45 minutes earlier. In summary the preclinical use of CPAP is highly recommended.


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