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Titel: Intrakranielles Stenten bei vertebrobasilären Stenosen - eine Fallbeobachtung im Langzeitverlauf
Autor: Lübbesmeyer, Jan-Albert
Weitere Beteiligte: Bien, Siegfried (Prof. Dr. med.)
Erscheinungsjahr: 2016
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2016/0136
DOI: https://doi.org/10.17192/z2016.0136
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2016-01368
DDC: 610 Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Intracranial Stenting of vertebrobasilar stenosis - case report in the long term course

Dokument

Schlagwörter:
Stenose, intrakraniell, Stent, schlaganfall, stent, intracranial, wingspan, stenosis

Zusammenfassung:
Die vorliegende Arbeit erfasst die Patienten, die zwischen März 2006 und März 2007 aufgrund einer symptomatischen intrakraniellen Stenose des vertebrobasilären Stromgebiets an der Universitätsklinik Marburg in der Abteilung für Neuroradiologie interventionell behandelt wurden. Insgesamt wurden elf Patienten interventionell mittels intrakranieller Stentimplantation behandelt und retrospektiv erfasst. Das Ziel der Arbeit war, die Patienten in Bezug auf die technische Erfolgsrate, das klinische Outcome nach der Intervention und die Beurteilung des klinischen Langzeitverlaufs zu analysieren. Von besonderem Interesse war das Patientenkollektiv, welches trotz aggressiver medikamentöser Therapie eine progrediente ischämische Symptomatik entwickelte. Zwischen März 2006 und März 2007 wurden bei elf Patienten dreizehn behandlungswürdige Stenosen des vertebrobasilären Stromgebiets diagnostiziert und einer interventionellen Angiographie zugeführt (neun m, zwei w, Alter 50 - 77 Jahre, im Mittel 63,3 Jahre). Neun von elf Patienten erhielten bereits vor dem qualifizierenden ischämischen Ereignis eine antithrombotische Medikation. Drei Patienten entwickelten unter einer aggressiven antithrombotischen Medikation bestehend aus ASS und Clopidogrel bzw. einer Kombination von Marcumar und Clopidogrel eine progrediente ischämische Symptomatik. Der präinterventionelle Stenosegrad betrug im Mittel 87,4% (SA 2,64). Von den zwölf erfolgreich interventionell behandelten Läsionen konnten zehn (83,3%) während des ersten Versuchs mit dem Stent tragenden Kathetermaterial erreicht werden. In den beiden anderen Fällen konnte nach einem Wechsel des Kathetermaterials in einem zweiten Versuch eine erfolgreiche Stentimplantation durchgeführt werden. Die technische Erfolgsrate lag insgesamt bei 92,3%. Der postinterventionelle Stenosegrad betrug im Mittel 15,6% (SA 3,62). Die periinterventionelle Komplikationsrate, die mit einer Verschlechterung des klinisch-neurologischen Zustandes einherging lag bei 9,1%. Nicht neurologische Komplikationen konnten nicht nachgewiesen werden. Neu aufgetretene Diffusionsstörungen ergaben sich in 66,7% der behandelten Fälle, wobei es jedoch nur in einem Fall zu einer klinisch objektivierbaren Verschlechterung des Allgemeinzustands kam. In vier Fällen, in denen die medikamentöse Therapie versagt hatte, konnte nach interventioneller Behandlung kein erneutes ischämisches Ereignis dokumentiert werden. In zwei Fällen ergab sich eine vorwiegend hämodynamisch begründete ischämische Symptomatik bedingt durch eine unzureichende Kollateralisierung. Im Anschluss an die Stentimplantation zeigte sich ein normalisiertes Flussprofil, weitere Ischämien konnten nicht beobachtet werden. Der Nachbeobachtungszeitraum war individuell sehr verschieden und betrug in fünf Fällen bis zu 42 Monaten, während die anderen Patienten der langfristigen Nachsorge nicht zur Verfügung standen. Im Mittel wurden die Patienten 19,6 Monate nachbeobachtet (SA 12,37). Im langfristigen Verlauf ergab sich in 72,7% der Fälle eine Beschwerdebesserung bzw. eine Stabilisierung des klinischneurologischen Allgemeinzustands. Die medikamentös therapierefraktären Patienten zeigten sich nach erfolgter Intervention ebenfalls beschwerdegebessert. Die Schlaganfallrate betrug insgesamt 27,3%, die Rate an erneuten ischämischen Ereignissen in dem behandelten Stromgebiet lag bei 18,2%. In einem Fall ergab sich eine asymptomatische Restenosierung auf 54%, die Restenoserate betrug somit 9,1%. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass bei hochgradigen intrakraniellen Stenosierungen, die trotz einer aggressiven antithrombotischen Medikation symptomatisch sind, eine intrakranielle Stentimplantation in Zentren mit entsprechender neuroradiologischer interventioneller Erfahrung in Betracht gezogen werden kann. Die primäre Therapie bei symptomatischen intrakraniellen Stenosen sollte weiterhin eine intensivierte medikamentös-konservative Therapie darstellen.

Summary:
In the observed study that transpired from March 2006 until March 2007, eleven patients with symptomatic intracranial stenosis of the vertebrobasilar arteries were treated with intracranial stent placement. Retrospectively, the focus was to analyze the patients regarding success rate, clinical outcome and long term course. Of special interest were the patients who suffered ischemic symptoms of a vertebrobasilar insufficiency despite aggressive medical treatment. In this report eleven patients had thirteen stenotic lesions of the vertebrobasilar arteries. All subjects were deemed suitable for intracranial stent placement. Nine of eleven patients had an antithrombotic medication mostly consisting of Acetylsalicylsäure. Three patients had an aggressive medical treatment including ASS, Clopidogrel , Marcumar and Clopidogrel. Despite the medication, these patients developed symptoms of vertebrobasilar insufficiency. The mean stenotic degree before endovascular treatment was 15,6 % (SD 2,64). Ultimately, the success rate was 92,3%. After interventional stent placement the mean remaining stenotic degree was 15,6 % (SD 3,62). The pre-procedural complication rate was 9,1 %. Non-neurological complications were not discerned. In 66,7 % of the cases, a post-procedural diffusion-weighted MRI showed diffusion impairment. Despite the lesions seen in the MRI, only one patient developed a degraded neurological condition. In 72,7% of the cases the patients presented a significantly improved neurological state. In particular, this was observed with patients who failed antithrombotic therapy. As such, no neurological complication was observed in the long term. The rate of ischemic events was 27,3 %, while the rate of ischemic events in the area of the treated vessel was 18,2 %. In one case, (9,1 %) an asymptomatic restenosis of 54 % was observed. These results indicate that patients with severe intracranial stenosis who failed antithrombotic medication may benefit from interventional therapy. The primary therapy of symptomatic intracranial stenosis should rely on conservative These results indicate that patients with severe intracranial stenosis who failed antithrombotic medication may benefit from interventional therapy. The primary therapy of symptomatic intracranial stenosis should rely on conservative measures.


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