Analysen des SR-Proteins Npl3 in der Translation und Charakterisierung von SR-Domänen-vermittelten Protein-Interaktionen von Npl3

Im Gegensatz zu vielzelligen Organismen existieren in Saccharomyces cerevisiae nur drei SR-Proteine. Diese fungieren als pendelnde Adapterproteine im nukleo-zytoplasmatischen Transport von mRNAs. Ein wichtiger Vertreter ist Npl3, welches auch mit aktiv translatierten mRNPs (messenger ribonucleoprote...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Baierlein, Claudia
Beteiligte: Krebber, Heike (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Molekularbiologie und Tumorforschung
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
Tags: Tag hinzufügen
Keine Tags, Fügen Sie den ersten Tag hinzu!
Beschreibung
Zusammenfassung:Im Gegensatz zu vielzelligen Organismen existieren in Saccharomyces cerevisiae nur drei SR-Proteine. Diese fungieren als pendelnde Adapterproteine im nukleo-zytoplasmatischen Transport von mRNAs. Ein wichtiger Vertreter ist Npl3, welches auch mit aktiv translatierten mRNPs (messenger ribonucleoproteins) assoziiert ist. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob Npl3 neben der Funktion des mRNA-Exports in das Zytoplasma in weiteren Prozessen eine Bedeutung hat. So konnte dazu beigetragen werden Npl3 als Prä-60S-Exportfaktor zu identifizieren. Außerdem konnte nachgewiesen werden, daß Npl3 über den Export und die zytoplasmatische Reifung hinaus mit dem Rpl10-haltigen 60S-Partikel assoziiert. Somit besitzt Npl3 das Potential über die Bindung an translationskompetente 60S-Untereinheiten die Translation zu beeinflussen. Tatsächlich konnte die vorliegende Studie eine verringerte Translationseffizienz in Hefezellen als Folge einer Verkürzung der SR-Domäne von Npl3 zeigen. Dagegen stellten sich der mRNA- und der Prä-60S-Export aus dem Zellkern sowie die zytoplasmatische Reifung des 60S-Partikels unbeeinträchtigt dar. Zusätzlich wiesen die Ergebnisse darauf hin, daß eine generelle Methylierung bzw. die Phosphorylierungsstelle an Position 411 in der SR-Domäne von Npl3 nicht essentiell für die Translation ist. Vielmehr bedingt die Verkürzung der SR-Domäne eine gestörte Bindung von Npl3 an das translationskompetente 60S-Partikel und daraus folgernd eine Störung der Monosomenformation in der Translationsinitiation. Dieser Defekt in der Monosomenbildung beruht auf einer ineffizienten Bindung von 60S-Partikeln an mRNA-rekrutierte 43S-Initiationskomplexe. Verschiedene Suppressionsexperimente und genetische Analysen in dieser Arbeit legen eine Rolle von Npl3 in Prozessen nahe, die mit den Funktionen von Rpl10 und Fun12 assoziiert sind. Des weiteren konnte eine Homomer-Bildung von Npl3-Molekülen nachgewiesen werden, welche vom N-terminalen Bereich der SR-Domäne abhängig ist. Zusätzlich demonstrierten Ko-Immunopräzipitations- und Immunfluoreszenz-Experimente, daß dieser Domänenbereich von Npl3 im Wesentlichen auch für die Bindung des Zellkernimportrezeptors Mtr10 entscheidend ist. Weitere Ergebnisse deuteten darauf hin, daß sich die Homomer-Bildung von Npl3 positiv auf die Translationsinitiation auswirkt. Demnach kann vorliegende Arbeit Npl3, und insbesondere seiner SR-Domäne, eine essentielle Aufgabe für die Translation zuweisen und lässt dabei auf eine Funktion von Npl3 im Prozess der Monosomenbildung während der Translationinitiation, wie auch im letzten zytoplasmatischen Reifeschritt des Prä-60S-Partikels schließen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0006