Zellbasierte Hochdurchsatzanalysen identifizieren eine zentrale, wachstumsregulierende Rolle von Cofilin-1 im humanen Pankreaskarzinom

Aufgrund der ungünstigen Prognose des humanen duktalen Adenokarzinoms des Pankreas ist es von großer Bedeutung, neue Zielgene zu identifizieren, die Ansatzstellen sowohl für neue Therapien als auch für eine frühere Diagnose bieten können. In der hier vorgestellten Arbeit wurden deshalb insgesamt...

Ausführliche Beschreibung

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1. Verfasser: Kirchhoff, Sandra
Beteiligte: Buchholz, Malte (PD Dr. ) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Innere Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0666
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Aufgrund der ungünstigen Prognose des humanen duktalen Adenokarzinoms des Pankreas ist es von großer Bedeutung, neue Zielgene zu identifizieren, die Ansatzstellen sowohl für neue Therapien als auch für eine frühere Diagnose bieten können. In der hier vorgestellten Arbeit wurden deshalb insgesamt 91 potentielle Kandidatengene funktionell charakterisiert, die in vorangegangenen Hochdurchsatz- Analysen in Karzinomgeweben eine differentielle Expression aufgewiesen hatten. Für diese Untersuchung wurde die Methode der „Reverse Transfection“ in unserem Labor etabliert, um die Experimente in einem parallelisierten Microarray-Verfahren durchzuführen. Es erfolgten Überexpressions- sowie Repressionsanalysen der Kandidatengene in verschiedenen transformierten und nicht-transformierten Zelllinien, in denen die subzelluläre Lokalisation der Genprodukte sowie ihr Einfluss auf zelluläre Funktionen wie Apoptose, Proliferation oder Differenzierung analysiert wurden. Die Evaluation dieser funktionellen Daten führte zu einer Auswahl von 10 Genen, die in den parallelisierten Experimenten reproduzierbare und auffällige Effekte zeigten. Eines dieser Kandidaten war das Gen Cofilin-1 (CFL1), welches zur ADF/Cofilin- Familie der aktin-bindenen Proteine gehört. Die „Reverse Transfection“-Experimente zeigten für CFL1 einen Wachstums-regulierenden Effekt, der im Pankreaskarzinom bisher unbeschrieben ist. In nachfolgenden, funktionellen Detailanalysen zeigte sich eine starke Überexpression von CFL1 im Pankreaskarzinom. RNAi-basierte Inaktivierungen von CFL1 in 4 Zelllinien führten zu einem signifikanten Rückgang des Zellwachstums, während apoptotische Kaskaden unbeeinflusst blieben. Des Weiteren konnte mittels Soft-Agar-Analysen eine signifikante Verlangsamung des substratunabhängigen Wachstums beobachtet werden. Durchfluss-zytometrische Analysen des Zellzyklus deuten auf eine Verlangsamung der G1/S-Phasen-Transition hin. In Migrationsanalysen konnte weiterhin eine signifikante Verlangsamung der Zellbewegungen in „Time Lapse“- und Wundheilungsexperimenten identifiziert werden, während die gerichtete Migration in Boyden-Kammer-Versuchen unbeeinflusst blieb. Auf Basis der vorliegenden Literaturdaten stellen dieser Ergebnisse den ersten Nachweis eines wachstumsregulierenden Effekts von CFL1 im Pankreaskarzinom dar.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0666