Regulation der zellulären Differenzierung und Ploidie von Saccharomyces cerevisiae durch das RNA-Bindeprotein Whi3

In der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae ist das RNA-Bindeprotein (RBP) Whi3 an der Regulation diverser Prozesse des Zellwachstums und der Entwicklung beteiligt. Welche Signalwege und Effektoren Whi3 für diese Kontrolle beeinflusst, ist jedoch weitestgehend unverstanden und lediglich im Rahmen der...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Schladebeck, Sarah
Beteiligte: Mösch, Hans-Ulrich (Prof. Dr. ) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Biologie
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0382
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:In der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae ist das RNA-Bindeprotein (RBP) Whi3 an der Regulation diverser Prozesse des Zellwachstums und der Entwicklung beteiligt. Welche Signalwege und Effektoren Whi3 für diese Kontrolle beeinflusst, ist jedoch weitestgehend unverstanden und lediglich im Rahmen der Zellgrößenkontrolle näher untersucht, in der Whi3 den G1/S-Übergang durch cytoplasmatische Retention von Cdc28-Cln3 inhibiert. In dieser Studie konnten erstmals weitere Effektoren von Whi3 identifiziert werden, mit deren Hilfe das RBP die Zellzyklusprogression und Biofilmbildung steuern könnte. Unter diesen Faktoren befinden sich die G1-Zykline Cln1/2 sowie diverse Regulatoren der Biofilmbildung wie z. B. die PKA-Untereinheit Tpk1, die DYRK-Kinase Yak1 und der Transkriptionsaktivator Tec1. Dabei scheint Whi3 durch posttranskriptionelle Regulation adäquate Proteinmengen dieser Schlüsselfaktoren bereitzustellen und könnte zu diesem Zweck die Translationseffizienz beeinflussen. Interessanter Weise konnte Whi3 in dieser Arbeit erstmals mit der Kontrolle der Ploidiestabilität assoziiert werden, da WHI3-defiziente Stämme in Abhängigkeit der Wachstumsbedingungen eine erhöhte Rate von Genomduplikationen aufweisen. Die hier gewonnenen Daten deuten darauf hin, dass Whi3 die Genomintegrität durch Regulation der Chromosomensegregation gewährleisten könnte. So beeinflusst Whi3 sowohl die Expression diverser Kohäsionskomponenten als auch der Dynaktinuntereinheit NIP100. Abschließend bietet diese Studie außerdem neue Einblicke in die Whi3-vermittelte Stresskontrolle. Dabei wird Whi3 sowohl für die Stress-induzierte Expression des Oberflächenflokkulins FLO11 als auch die allgemeine Stressantwort benötigt und könnte dies einerseits über die DYRK-Kinase Yak1 und Msn2/4 erreichen. Ferner scheint die Deletion von Whi3 ein Yak1-unabhängiges, transkriptionelles Stresssignal zu generieren, das infolge der Genomduplikation aufgehoben wird. Zusammenfassend legt diese Studie den Schluss nahe, dass das RBP Whi3 ein zentraler Regulator des Zellwachstums und der Entwicklung ist, der in der Lage ist die Signalkapazität von Regulationsnetzwerke durch hinreichende Produktion diverser Schlüsselfaktoren zu gewährleisten.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0382