Entwicklung innovativer Trägersysteme zur gezielten dermalen Applikation eines GATA-3-spezifischen DNAzyms als Therapeutikum der Atopischen Dermatitis

Da die akute Phase der Atopischen Dermatitis mit einer Überexpression von Th2-Zellen einhergeht und der Transkriptionsfaktor GATA-3 hierfür einen entscheidenden Trigger darstellt, ist es naheliegend, durch ein selektives Ausschalten der mRNA die Expression dieses Transkriptionsfaktors zu unterbinden...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Schmidts, Thomas Michael
Beteiligte: Renz, Harald (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2013
Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0256
Schlagworte:
DNS
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Da die akute Phase der Atopischen Dermatitis mit einer Überexpression von Th2-Zellen einhergeht und der Transkriptionsfaktor GATA-3 hierfür einen entscheidenden Trigger darstellt, ist es naheliegend, durch ein selektives Ausschalten der mRNA die Expression dieses Transkriptionsfaktors zu unterbinden und somit die Erkrankung spezifisch und kausal zu therapieren. Eine Möglichkeit zur spezifischen Katalyse von GATA-3 stellt das Antisense Oligonukleotid DNAzym hgd 40 dar. Hauterkrankungen, wie die Atopische Dermatitis werden konventionell dermal therapiert. Allerdings ergeben sich für die bis dato noch nicht in die dermale Therapie eingeführten Antisense Oligonukleotide aufgrund von Molekülgröße und Sensitivität zahlreiche Herausforderungen. Besonders gegenüber in und auf der Haut ubiquitär vorkommenden DNasen müssen diese Wirkstoffe vor Degradation geschützt werden. Gleichzeitig ist eine ausreichende Resorption in das Zielorgan Haut sicherzustellen. Folgerichtig wird in der vorliegenden Arbeit die Formulierungsfindung für den als Modellsubstanz ausgewählten Wirkstoff DNAzym hgd 40 behandelt. Hierbei war des besonders zu beachten, dass die natürliche Hautbarriere bei der Atopischen Dermatitis zwar geschwächt, gleichzeitig aber auch außerhalb eines Krankheitsschubs bei intakter Hautbarriere die Wirkstoffpenetration für einen präventiven Effekt gewährleistet sein sollte. Multiple Emulsionen wurden als Kandidat mit der größten Schnittmenge an Eigenschaften, wie Wirkstoffschutz und Wirkstoffpenetration bei gleichzeitig pflegenden Eigenschaften, favorisiert. Multiple Emulsionen sind Wasser-in-Öl-in-Wasser Emulsionen, in deren innerer Wasserphase Wirkstoffe eingeschlossen werden können. Zum Vergleich wurden weitere Emulsionstypen, wie Mikroemulsion, Submikronemulsion und konventionelle Wasser-in-Öl-Emulsionen in die Versuchsreihe aufgenommen. Es konnte gezeigt werden, dass alle untersuchten Emulsionstypen hinsichtlich ihrer physikochemischen Parameter, wie pH-Wert, Tropfengröße und Viskosität über den untersuchten Zeitraum stabil sind. Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf die Schutzfunktion der Galeniken gegenüber der Degradation des Wirkstoffs DNAzym hgd 40. Die hierzu notwendigen extraktions- und analytischen Verfahren konnten im Rahmen dieser Arbeit etabliert werden. Bei Inkubationsversuchen mit hautidentischen DNasen wurde gezeigt, dass multiple Emulsionen innerhalb des untersuchten Zeitraums über 50% des in der inneren Phase eingearbeiteten Wirkstoffs effektiv vor Abbau schützen. Die beschriebenen Trägersysteme Mikroemulsion und Submikronemulsion zeigten keine Schutzfunktion und einen nahezu vollständigen Abbau des Wirkstoffs. Zur Untersuchung der Kinetik wurden Freisetzungsversuche an Cellulosemembranen durchgeführt. Die positiven Ergebnisse dieser Arbeit lassen eine kausale, dermale Therapie der Atopischen Dermatitis mit Antisense Oligonukleotiden, geschützt in multiplen Emulsionen, in greifbare Nähe rücken.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2013.0256