Selbstverletzendes Verhalten bei Essstörungen - Phänomenologie, psychologische und genetische Korrelate selbstverletzenden Verhaltens bei anorektischen und bulimischen Patientinnen

Theoretischer Hintergrund: Bei essgestörten Patienten wird von hohen Raten selbst-verletzenden Verhaltens (SVV) berichtet. Umfassende Beschreibungen des SVV und Untersuchungen der psychologischen und genetischen Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne SVV fehlen jedoch. Methoden: 200 stationä...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Bachetzky, Nadine
Beteiligte: Rief, Winfried (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Psychologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Theoretischer Hintergrund: Bei essgestörten Patienten wird von hohen Raten selbst-verletzenden Verhaltens (SVV) berichtet. Umfassende Beschreibungen des SVV und Untersuchungen der psychologischen und genetischen Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne SVV fehlen jedoch. Methoden: 200 stationär behandelte Patientinnen mit Essstörungen wurden mittels Fragebögen und strukturierten Interviews bzgl. ihres Essverhaltens, psychiatrischer Diagnosen (Achse I und II des DSM-lV), Persönlichkeitsmerkmalen sowie sexuellem und körperlichem Missbrauch befragt. Darüber hinaus wurden Blutproben hinsichtlich genetischer Marker des serotonergen Systems analysiert. Um Patienten mit und ohne SVV zu vergleichen, wurden diese bzgl. Essstörungsdiagnose und Alter parallelisiert. Detaillierte Informationen über Art, Schwere, Beginn und Funktion des SVV wurden erhoben. Die erhobenen Variablen bildeten die Grundlage eines prädiktiven Modells des SVV. Ergebnisse: Patientinnen mit SVV unterschieden sich von Patientinnen ohne SVV in Hinblick auf Essstörungssymptome, allgemeine Psychopathologie, Anzahl der komorbiden Störungen, Impulsivität und Aggressivität sowie sexuellen Missbrauch. Beste Prädiktoren des SVV waren fehlende Impulsregulation, komorbide affektive sowie Angststörung und Suizidversuche in der Vergangenheit. In der Patientengruppe ohne SVV war der homozygote Genotyp der MAO-A mit zwei niedrig aktiven Allelen häufiger, allerdings erreichte der Unterschied nicht das Signifikanzniveau. Diskussion: SVV ist bei Patientinnen mit Essstörung mit dem Ausmaß der Psycho-pathologie, Persönlichkeitsmerkmalen und Missbrauch verbunden. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang mit genetischen Markern des serotonergen Systems, allerdings sind weitere Studien notwendig.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2012.1057