Die klinische Bedeutung der Expression von Pancreatic-duodenal homeobox 1 (Pdx1) und Sonic Hedgehog (Shh) in Gastrinomen des Pankreas und des Duodenums

Gastrinome gehören zu den neuroendokrinen Tumoren und sind eine sehr seltene Tumorart. Dies ist sicher in Grund, weshalb Gastrinome zwar schon seit 1955 bekannt und noch immer nicht ausreichend erforscht sind. Ihre Klinik wird als Zollinger-Ellison-Syndrom zusammengefasst, das sporadisch und im Rahm...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Ramerth, Ricarda
Beteiligte: Fendrich, Volker (PD Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Operative Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Gastrinome gehören zu den neuroendokrinen Tumoren und sind eine sehr seltene Tumorart. Dies ist sicher in Grund, weshalb Gastrinome zwar schon seit 1955 bekannt und noch immer nicht ausreichend erforscht sind. Ihre Klinik wird als Zollinger-Ellison-Syndrom zusammengefasst, das sporadisch und im Rahmen einer genetischen Erkrankung, dem MEN1-Syndrom, auftreten kann. Patienten leiden nicht nur unter Reflux, Ulcera und Diarrhoen, sie müssen auch die potentielle Metastasierung, die zu 60% stattfindet, fürchten. Heilen lässt sich das ZES nur durch die komplette Resektion der Tumoren, die zu 50 - 70% in der Duodenalwand und zu 30 – 50% im Pankreas liegen. Leider sind bei Erstdiagnose häufig bereits Metastasen vorhanden, die den wichtigsten Prognosefaktor darstellen. Bislang war es nicht möglich, von den Metastasen auf die Lokalisation des Primarius zu schließen, was der Anstoß für diese Arbeit war. Für diese Dissertation stand eine der größten Datenbanken für neuroendokrine Tumore zur Verfügung, die in der Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg seit 1987 geführt wird. Trotz dieser verhältnismäßig langen Beobachtungsphase konnten bis August 2008 nur 35 Patienten mit einem Gastrinom in die Datenbank aufgenommen werden, wobei nur bei 28 von ihnen ausreichend Gewebe zu Studienzwecken gewonnen werden konnte; davon waren 15 Tumore duodenale Gastrinome, 11 pankreatische Gastrinome und 2 waren Lymphknotenmetastasen eines unbekannten Primarius. Dies ist eine sehr kleine Fallzahl verglichen mit anderen Tumorentitäten wie zum Beispiel das Pankreaskarzinom, macht aber noch einmal die Rarität von Gastrinomen deutlich. Die Gewebe der Patienten wurden immunhistochemisch aufgearbeitet und hinsichtlich der Anfärbbarkeit mit dem Transkriptionsfaktor Pdx1 (Pancreatic and Duodenal homeoboX gene 1) und einem Liganden des Hedgehog Signalwegs, Sonic Hedgehog (Shh), untersucht. Pdx1 ist ein Transkriptionsfaktor, der vor allem in der embryonalen Entwicklung des Pankreas eine tragende Rolle spielt und auch im adulten Pankreas noch in den Inselzellen nachweisbar ist, wo er maßgeblich an der Expression von Insulin beteiligt ist. Das PDX1-Gen des Menschen liegt auf Chromosom 13q12.1. Shh liegt auf Chromosom 7q36 und gehört mit Indian Hedgehog (Ihh) und Desert Hedgehog (Dhh) zu den drei Liganden des Hedgehog-Signalwegs, der zu den am besten erforschten Signalwegen des Menschen gehört. Er spielt eine wichtige Rolle in der Zelldifferenzierung und Organogenese und ein Fehler wird mit der Entstehung verschiedener Tumore in Zusammenhang gebracht. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass Pdx1 in 100% aller pankreatischen Gastrinome und ihrer Metastasen und in keinem duodenalen Gastrinom nachweisbar war. Shh hingegen war in 100% aller duodenalen und in keinem der pankreatischen Gastrinome zu finden. In beiden Lymphknotenmetastasen unklarer Primarien konnte Shh nachgewiesen werden, so dass postuliert werden kann, dass es sich dabei am ehesten um Metastasen eines duodenalen Gastrinoms gehandelt haben muss. Wir hoffen, dass dieser Umstand in der Zukunft dazu führen kann, dass Lymphknotenmetastasen eines unklaren Primarius sicher einem Ursprungsorgan zugeordnet werden können, was auf die Invasivität der chirurgischen Therapie einen immensen Einfluss haben könnte. Ein Problem dieser Arbeit stellt sicher die niedrige Fallzahl dar. Allerdings ist es aufgrund der Seltenheit der Tumoren sehr schwer, deutlich größere Fallzahlen zusammenzutragen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0457