Prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie zur Messung der Halswirbelsäulenreklination bei der Laryngoskopie zur endotrachealen Intubation mittels konventioneller Laryngoskopie und Videolaryngoskopie

Gegenstand: Die Intubation bei Halswirbelsäulentrauma sollte präklinisch unter bestmöglicher Immobilisation erfolgen. Der Nutzen der modernen Videolaryn-goskopie wird in diesem Zusammenhang aktuell kontrovers diskutiert. Vorliegende Arbeit vergleicht konventionelle und videolaryngoskopische Intuba...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Riße, Joachim
Beteiligte: Wulf, Hinnerk (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie
Schlagworte:
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Beschreibung
Zusammenfassung:Gegenstand: Die Intubation bei Halswirbelsäulentrauma sollte präklinisch unter bestmöglicher Immobilisation erfolgen. Der Nutzen der modernen Videolaryn-goskopie wird in diesem Zusammenhang aktuell kontrovers diskutiert. Vorliegende Arbeit vergleicht konventionelle und videolaryngoskopische Intubation (Macintosh-Spatel vs. GlideScope®) in Bezug auf die Reklination bei freier, nicht immobilisierter Halswirbelsäule. Hierbei wurde erstmals eine noninvasive Messmethode der Reklinationsbewegung unter Intubation angewandt. Methode: Es wurde eine klinische, prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie an 60 Patienten mit elektiven Allgemeinanästhesien (Mallampati 1-3) durchgeführt. Intubiert wurde mittels konventioneller Laryngoskopie (Macintosh) (NMac=30) oder Videolaryngoskopie (GlideScope®) (NGS=30). Mittels Videomotionanalyse (seitliche Videoaufzeichung bei Intubation) wurde die maximale Winkeländerung an markier-ten anatomischen Fixpunkten vermessen. Zielgrößen waren die maximalen Reklina-tionswinkel der Winkel Alpha (Hauptwinkel), Beta, Gamma und Delta unter Berück-sichtigung von Berufs- und Methodenerfahrung sowie die erfolgreiche Intubation. Die Winkeldifferenzen beider Gruppen wurden mittels U-Test verglichen. Ergebnisse: Die Winkeldifferenz des Hauptwinkels Alpha (Winkelbildung durch eine Gerade zwischen den Fixpunkten: Processus mastoideus, Os frontale (Glabella) und einer Referenzgeraden des digitalen Bildrasters) war im Median in der Testgrup-pe GlideScope® (11,8°) kleiner als in der Kontrollgruppe Macintosh mit 14,3° (p=0,045), die Maximalwerte betrugen 19,2° (GS) vs. 29,3° (Mac). In Gruppe GS erzielten Anästhesisten mit GlideScope®- Vorerfahrung signifikant geringere Winkel-differenzen (α=10,3° vs. 12,8°, p=0,019). Bei 3 (10%) Patienten der Mac-Gruppe erfolgte bei unmöglicher konventioneller Intubation ein Wechsel auf Videolaryn-goskopie. Die Ergebnisse von Reklinationswinkel Delta bestätigten die Ergebnisse des Hauptwinkels, die weiteren Reklinationswinkel konnten dies leider nicht zeigen. Schlussfolgerung: Mittels Videolaryngoskopie kann die Reklination bei der Intuba-tion bei möglichem Halswirbelsäulentrauma signifikant reduziert werden, eine Vorer-fahrung mit der Technik verbessert diese Werte zusätzlich.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0450