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Titel: Retrospektive Studie zur klinischen Überlebenszeit von Kompositfüllungen der Klasse I und II hinsichtlich der Verwendung von keramischen Inserts
Autor: Bieck, Alexandra
Weitere Beteiligte: Stoll, Richard (Prof. Dr.)
Erscheinungsjahr: 2011
URI: https://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2011/0364
URN: urn:nbn:de:hebis:04-z2011-03644
DOI: https://doi.org/10.17192/z2011.0364
DDC: Medizin, Gesundheit
Titel(trans.): Clinical performance of class I and II resin composite restorations with and without glassceramic inserts - a retrospective study

Dokument

Schlagwörter:
Zahnmedizin, Komposit, Keramische Inserts, Ceramic inserts

Zusammenfassung:
Einleitung In der aktuellen Studie wurde das klinische Langzeitverhalten von drei unterschiedlichen Insertsystemen (SDS, Cerafil und Sonicsys) in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren im Vergleich zu konventionellen Kompositfüllungen untersucht. Materialien und Methoden Alle in der Abteilung der Zahnerhaltung der Zahnklinik Marburg im Zeitraum von 1998 bis 2003 gelegten Insertfüllungen wurden durch die Leitstelle der Abteilung in einer Patientenliste festgehalten und bilden die Grundlage dieser retrospektiven Untersuchung. Die zugehörigen Patientenakten und Befunde wurden im Zeitraum von 2005 bis 2007 gesichtet. Die statistische Auswertung der gesammelten Daten erfolgte mithilfe der Methode nach Kaplan und Meier [Kaplan & Meier 1958]. Ergebnisse Die nach Kaplan und Meier ermittelte Überlebenswahrscheinlichkeit für Insertrestaurationen betrug 32,5% bei einer mittleren Überlebenszeit von 91,72 Monaten. Im Vergleich zur Gruppe der Inkrementfüllungen (43,5% bei einer mittleren Überlebenszeit von 98,57 Monaten) konnte kein signifikanter Unterschied aufgezeigt werden (Log-Rank-Test p= 0,792). In Hinblick auf den Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf das klinische Langzeitüberleben der Füllungen ergab die Untersuchung folgende Ergebnisse: Die Untersuchung konnte für alle untersuchten Füllungen signifikant bessere Werte für das Langzeitüberleben bei der Versorgung sensibler Zähne im Vergleich zu desensiblen Zähnen nachweisen (Log-Rank-Test p = 0,01). Insertrestaurationen zeigten zudem ein hochsignifikant besseres Langzeitverhalten für sensible Zähne auf (Log-Rank-Test p= 0,001). Ferner wiesen Insertrestaurationen hinsichtlich des Faktors „Alter des Patienten“ ein signifikant besseres Langzeitüberleben für Restaurationen der Gruppe 1 (> 30 Jahre) im Vergleich zur Gruppe 3 (7 60 Jahre) auf (Log-Rank-Test p= 0,018). Hinsichtlich des Faktors „Anzahl der Füllungsflächen“ ergab sich im Vergleich der Inkrementfüllungen ein signifikanter Unterschied zwischen ein- und dreiflächigen Füllungen (Log-Rank-Test p= 0,028). Im direkten Vergleich zu den untersuchten Insertrestaurationen konnten jedoch keine volumenbedingten Unterschiede für die klinischen Langzeithaltbarkeit von Kompositfüllungen mit und ohne keramische Inserts nachgewiesen werden (Log-Rank-Test 1-1 p= 0,604, 3-3 p= 0,495). Keine signifikanten Unterschiede ergab der Vergleich hinsichtlich des klinischen Langzeitüberlebens für den Faktor „Behandler“ (p= 0,708); die Behandlung durch Studenten und approbierte Zahnärzte zeigte in der Untersuchung vergleichbare Werte hinsichtlich des klinischen Überlebens der Insertrestaurationen. Klinische Schlussfolgerung Es konnte keine wesentliche Verbesserung der Langzeitprognose durch die Verwendung von Inserts im Vergleich zur Inkrementschichttechnik aufgezeigt werden. So kann eine Versorgung von Klasse I- und II-Kavitäten im Seitenzahnbereich mit beiden untersuchten Materialien empfohlen werden, wobei diese Empfehlung beschränkt bleiben sollte auf Zähne, die sensibel auf Kälte reagieren.

Summary:
Aim of the Study: The purpose of this study was the evaluation of the long-term survival of three different Insert-systems (SDS, Cerafil and Sonicsys) in comparison to composite fillings placed in increment technique. For this purpose the patient data was examined in retrospect and statistically evaluated. Methods: All insert restorations placed between 1998 and 2003 within the Department of Operative Dentistry at the Philipps University of Marburg were prospectively recorded in a database. The corresponding patient files were revised between 2005 and 2007. The information gathered as described was used to evaluate the survival of the restorations using the method by Kaplan and Meier [Kaplan & Meier 1958]. Results The estimated survival rate (Kaplan and Meier) for insert restorations was 32,5% after a mean observation period of 91,72 months. No significant difference (log-rank-test p= 0,792) was shown in comparison to the control group of composite restorations placed in increments (43,5% after a mean observation period of 98,57 months). Concerning the influence of different factors on the clinical long time survival of the fillings examined the investigation showed the following results: The comparison of all fillings placed in sensitive teeth to fillings placed in non-sensitive teeth revealed a statistically significant difference (log-rank-test p = 0,01) for all composite fillings investigated. Furthermore a highly significant difference was shown in this respect for the insert restorations investigated (log-rank-test p= 0,001). Concerning the patient’s age the comparison of group 1 (> 30 years) with group 3 (7 60 years) showed a significant difference (p= 0,018). Regarding the ‚number of surfaces’ fillings placed in increments showed a significant difference between fillings with one and three surfaces (log-rank-test p= 0,028). However, comparing the survival rates of both groups with the matching counterpart of insert restorations no volume-dependent differences were shown concerning the clinical survival of composite fillings with or without ceramic inserts (log-rank-test 1-1 p= 0,604, 3-3 p= 0,495). No significant difference was found between the insert restorations placed by students and those placed by qualified dentists (p= 0,708). Significance/Conclusion The longevity of insert restorations compared to direct composite fillings placed in increments showed no explicit improvement. The results of this study suggest that both investigated filling materials can be used for the restoration of class I and II cavities in the posterior dental region. However, the restoration of non-vital teeth is to be excluded from this recommendation.


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