Formation und Kinetik von DNA-Doppelstrangbrüchen nach Bestrahlung in Abhängigkeit von Kontrastmittelgabe und Bestrahlungstemperatur

Jeder Mensch ist in seinem Leben einer gewissen Strahlendosis ausgesetzt. Diagnostische Verfahren in der Medizin bilden mit einem Anteil von ungefähr 14 % den größten vom Menschen verursachten Anteil an ionisierender Strahlung weltweit. Ionisierende Strahlung kann über verschiedene Schäden an der D...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Eble, Katharina
Beteiligte: Heverhagen, Johannes T. (Prof. Dr. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Radiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Jeder Mensch ist in seinem Leben einer gewissen Strahlendosis ausgesetzt. Diagnostische Verfahren in der Medizin bilden mit einem Anteil von ungefähr 14 % den größten vom Menschen verursachten Anteil an ionisierender Strahlung weltweit. Ionisierende Strahlung kann über verschiedene Schäden an der DNA zur Entstehung von Leukämie und anderen Krebserkrankungen führen. DNA-Doppelstrangbrüche (DSB) zählen dabei zu den bedeutendsten Schäden, die die Karzinogenese initiieren können. Darüber hinaus benötigen viele bildgebende Verfahren die Verwendung jodhaltiger Kontrastmittel, deren Nieren- und zytotoxischen Effekte teilweise bereits bekannt sind. Allerdings gibt es kaum Studien darüber, ob die Verwendung jodhaltiger Kontrastmittel einen Einfluss auf die Entstehung und Reparatur von DNA-Schäden hat, die durch diagnostische Röntgenstrahlung verursacht wurden. Obwohl in letzter Zeit bereits Hitze-induzierte γ-H2AX-Foci beschrieben wurden, sind Studien über den Einfluss unterschiedlicher Temperaturen auf die Induktion und Reparatur von Strahlen induzierten DSB selten und widersprüchlich. Besonders wenige Forschungsergebnisse existieren über die Kombination von Bestrahlung und hypothermischen Temperaturen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde zur Quantifizierung von DNA-Doppelstrangbrüchen die Darstellung der γ-H2AX-Foci durch Immunfluoreszenz gewählt. Die Versuche wurden bei Raumtemperatur, 4 °C und 37 °C, jeweils mit und ohne Kontrastmittel durchgeführt. Um Aussagen über die Korrelation von Strahlendosis und der Induktion von DSB treffen zu können wurden humane Lymphozyten pro Versuchsreihe in vitro mit 20 mGy,100 mGy, 200 mGy und 1000 mGy bestrahlt. Die Lymphozyten wurden sofort, 30 min,1 h, 2 h und 24 h nach Bestrahlung fixiert, um die Reparatur der DSB über die Zeit zu messen. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen einen lineare Zusammenhang zwischen der Strahlendosis und der Formation der γ-H2AX-Foci. Es zeigte sich ein Rückgang der Foci bis 24 h nach Bestrahlung, wobei das Level der Negativkontrolle nicht erreicht werden konnte. Bei den Versuchen mit Applikation von jodiertem Kontrastmittel während der Bestrahlung zeigte sich, dass die Formation der DSB bei Anwesenheit von Kontrastmittel gesteigert wurde. Zusätzlich zeigten die Ergebnisse, dass die Reparationskapazität bei den Versuchen mit Kontrastmittel nicht eingeschränkt war. Bei den Versuchen mit unterschiedlichen Bestrahlungstemperaturen zeigten sich eingeschränkte Reparationskapazitäten bei den Versuchen mit 4 °C.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0272