Kernimport des TEAD-Transkriptionsfaktors Tec1 aus Saccharomyces cerevisiae

Über den Kerntransport von Transkriptionsfaktoren der TEAD-Familie sind bisher noch keine Untersuchungen gemacht worden. In dieser Arbeit wurde der Kernimport von Tec1, dem einzigen TEAD-Protein aus Saccharomyces cerevisiae, detailliert untersucht. In S. cerevisiae erfüllt Tec1 vielfältige Funktione...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kern, Sandra
Beteiligte: Mösch, Hans-Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2011
Biologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Über den Kerntransport von Transkriptionsfaktoren der TEAD-Familie sind bisher noch keine Untersuchungen gemacht worden. In dieser Arbeit wurde der Kernimport von Tec1, dem einzigen TEAD-Protein aus Saccharomyces cerevisiae, detailliert untersucht. In S. cerevisiae erfüllt Tec1 vielfältige Funktionen bei der Steuerung der Zellteilung und der Zelldifferenzierung. In dieser Studie wurden zwei Bereiche des Proteins identifiziert, NLS1 und NLS2 (NLS für nuclear localization signal, Kernlokalisierungssignal), die notwendig und hinreichend für die Kernlokalisierung von Tec1 sind. NLS1 liegt in der N-terminalen Hälfte des Proteins und überlappt vollständig mit der TEA-Domäne, welche DNA-Bindung vermittelt. Es konnte gezeigt werden, dass mehrere Aminosäuren für die Funktion der NLS1 kritisch sind und die meisten dieser Reste auch gleichzeitig bei der Bindung an TCS-Elemente (TCS für TEA consensus sequence) in der DNA eine wichtige Rolle spielen. In einem Strukturmodell liegen diese Reste in einer gemeinsamen Ebene, die folglich sowohl die Kontaktstelle für die Bindung an die DNA als auch vermutlich an Importine darstellt. Drei Aminosäuren wurden identifiziert, deren Seitenketten nicht für die DNA-Bindung entscheidend sind, deren Mutation jedoch zu einer geringeren Kernimporteffizienz führt. Demzufolge können die Funktionen DNA-Bindung und Kernlokalisierung zumindest teilweise getrennt werden. NLS2 liegt in der C-terminalen Hälfte von Tec1 und entspricht einem Bereich, der auch für die Interaktion mit anderen Proteinen, z. B. dem Trans-kriptionsfaktor Ste12, notwendig ist. Es konnte aber gezeigt werden, dass in Abwesenheit von Ste12 der Kernimport von Tec1 über die NLS2 nicht beeinträchtigt ist. In der NLS2 wurden zwei benachbarte basische Reste, Lysin 318 und Arginin 319, als kritisch für die Funktion identifiziert. Weitere genetische und zellbiologische Untersuchungen ergaben, dass beide NLS-Bereiche für einen optimalen Kernimport benötigt werden. Biochemische Bindestudien ergaben zudem, dass beide NLSs mit mehreren Importinen interagieren können, wobei drei Importine beide Lokalisierungssignale erkennen, während vier Importine spezifisch für NLS1 bzw. NLS2 sind. Für Tec1 ergeben sich den Ergebnissen dieser Arbeit zufolge zahlreiche Importmöglichkeiten, da es zwei NLSs enthält, die jeweils von mehreren Importinen gebunden werden können. Dies lässt darauf schließen, dass der Kernimport von Tec1 unter verschiedenen Bedingungen sichergestellt wird, unter denen dieser TEAD-Transkriptionsfaktor seine vielfältigen Funktionen wahrnehmen kann.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2011.0122