Entwicklung Radiometall-markierter Somatostatin-Analoga Internalisierungsversuche mit DOTA-β-Ala-TOC an der Hamsterglucagonomzelllinie INR1-G9

Eine große Anzahl neuroendokrin aktiver Tumoren besitzen Somatostatin-Rezeptoren, an die radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga binden. Primärtumoren und ihre Metastasen können somit, abhängig vom Tumortyp, durch eine Gamma- Kamera in 80% der Fälle nachgewiesen werden. Die oft weniger als 1 cm gr...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Caime, Fabienne
Beteiligte: Behr, T. M. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Radiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Eine große Anzahl neuroendokrin aktiver Tumoren besitzen Somatostatin-Rezeptoren, an die radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga binden. Primärtumoren und ihre Metastasen können somit, abhängig vom Tumortyp, durch eine Gamma- Kamera in 80% der Fälle nachgewiesen werden. Die oft weniger als 1 cm großen Tumoren sind durch andere bildgebende Verfahren (CT, MRT, Endoskopie und Sonographie) nur schwer darzustellen. Die Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie ist somit jeder anderen Staging-Methode bei neuroendokrinen Tumoren des Gastrointestinaltraktes abgesehen vom Insulinomen überlegen. Die therapeutische Anwendung von Somatostatin-Analoga bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren nimmt eine zunehmend wichtigere Stellung in der Nuklearmedizin ein, da diese Tumoren nur wenig auf eine Chemotherapie ansprechen. Es wurden sowohl Internalisierungsversuche als auch Externalisierungs-versuche durchgeführt. Das Ziel der Versuche war es, das Radiometall-markierte Somatostatin-Analogon DOTA-ß-Ala-TOC mit zwei bekannten Peptiden zu vergleichen, welches eine hohe Affinität zum Rezeptor aufweist (in diesem Falle Somatostatin-Rezeptor 2) und eine geringe unspezifische Bindung an der Zellmembran. Da bei DOTA-β-Ala-TOC eine Alanin-Gruppe eingefügt worden ist, um den Abstand zwischen Chelator und Rezeptorbindungsstelle zu vergrößern erhöht sich somit die Rezeptoraffinität. Ebenfalls sollte die Endozytose des Peptids (Internalisierung) größer sein als die des bereits verwendeten Octreoscans®. Dagegen sollte die Rate an externalisiertem Radiopeptid geringer ausfallen, als die des etablierten Octreoscans®. DOTA-ß-Ala-TOC wird zu einem höheren Anteil in die INR1-G9-Zellen (Hamster-Glucagonom) internalisiert als DOTATOC und Octreoscan®. Wobei DOTATOC zu einem größeren Anteil internalisiert wird als das herkömmliche Octreoscan®. Die Externalisierungsrate fällt bei DOTA-ß-Ala-TOC geringer aus als bei Octreoscan®. Auch liegt der Anteil der unspezifischen Bindung an die Zellmembran bei DOTA-ß-Ala-TOC niedriger als bei Octreoscan®. In den durchgeführten Versuchen ist gezeigt worden, dass in vitro DOTA-ß-Ala-TOC dem herkömmlichen Octreoscan® überlegen ist. DOTA-ß-Ala-TOC weist eine höhere Internalisierungsrate als DOTATOC an den INR1-G9-Zellen auf. Es scheint sich bei DOTA-ß-Ala-TOC um eine Substanz zu handeln, die zu Diagnostik und Therapie ähnlich gut geeignet ist wie DOTATOC. Somit kann es eine Bedeutung für Diagnostik und Therapie neuroendokriner Tumoren haben. Da es sich bei der Therapie meist um fortgeschrittene inoperable Tumoren handelt sind neben der Wirksamkeit die Nebenwirkungen das Radiotherapeutikums von größter Bedeutung.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0388