"Prospektive Anwendungsbeobachtung des Einsatzes der ProSeal®-Kehlkopfmaske im klinischen Alltag bei erwachsenen Patienten"

Seit ihrer Einführung in den klinischen Alltag im Jahre 2000 war die ProSeal®-Larynxmaske Inhalt zahlreicher Studien. Allerdings beschäftigten sich diese Studien meist mit speziellen Fragestellungen und beobachteten den Einsatz der Maske in den Händen von ausgewiesenen Experten. Was aber bisher unzu...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Hechtfischer, Carolin
Beteiligte: Goldmann, Kai (PD Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Seit ihrer Einführung in den klinischen Alltag im Jahre 2000 war die ProSeal®-Larynxmaske Inhalt zahlreicher Studien. Allerdings beschäftigten sich diese Studien meist mit speziellen Fragestellungen und beobachteten den Einsatz der Maske in den Händen von ausgewiesenen Experten. Was aber bisher unzureichend erforscht wurde, ist die Frage nach der Tauglichkeit, Effektivität und Sicherheit beim Gebrauch dieses neuen Instrumentes durch eine repräsentative Gruppe von Anästhesisten. Vor dem Hintergrund dieses Aspektes wurde die vorliegende prospektive Anwendungsbeobachtungsstudie mit dem Ziel durchgeführt, den Einsatz der Larynxmaske im klinischen Routinealltag zu dokumentieren. Im Rahmen der Studie wurde am Universitätsklinikum Marburg der Einsatz der ProSeal®-Larynxmaske bei 2114 erwachsenen Patienten unter Allgemeinanästhesie mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens dokumentiert. Die gesammelten Informationen beinhalteten Anwendereigenschaften, Patienteneigenschaften, Art und Dauer der Operation, Informationen zur Anästhesietechnik, zum Airwaymanagement, zu aufgetretenen Komplikationen und zum postoperativen Befinden der Patienten. Die Datenerhebung erstreckte sich über einen Zeitraum von 18 Monaten und umfasste 2250 erwachsene Patienten, wobei die Daten von 136 Patienten aufgrund der Verwendung einer Classic®-Larynxmaske oder eines Einmalartikels nicht berücksichtigt wurden. Der Gebrauch der ProSeal®-Larynxmaske wurde in 2114 Fällen durch 81 verschiedene Anwender dokumentiert (57% Assistenzärzte und 43% Fachärzte). In 99% konnte die Larynxmaske mit maximal drei Versuchen platziert werden, wobei fast ausschließlich die Standardtechnik nach "Brain" zum Einsatz kam. In 98% wurde eine kontrollierte Beatmung angewandt. Der durchschnittliche Verschlussdruck lag bei 28 (11-40) cm H2O. In 3.2% der Fälle kam es aufgrund von verschiedenen Ursachen zu einem Wechsel zum Endotrachealtubus. Die Betrachtung der Gründe für einen Wechsel zeigte, dass eine nicht adäquate Anästhesietiefe einen bedeutenden Faktor im Bezug auf die Anwendungs-Fehlerrate der ProSeal®-Larynxmaske darstellt. Klinisch relevante kritische Ereignisse wurden bei 3.3% der Patienten dokumentiert, wovon 2.7% als bedeutend und 0.6% als schwerwiegend eingestuft wurden. In 12 Fällen kam es zu einer Regurgitation von Magensaft durch den Drainagetubus, wobei kein Hinweis für eine stattgefundene Aspiration gefunden werden konnte. Bei 53% der Patienten wurde eine Post-Op-Visite durchgeführt. Dies beinhaltete alle Fälle, in denen es zu kritischen Ereignissen gekommen war. Insgesamt traten keine Langzeitkomplikationen auf. Bei fünf Patienten mit erschwerter Gesichtsmaskenbeatmung und 16 Patienten mit klinisch relevanten Intubationsproblemen kam die ProSeal®-Larynxmaske als Alternativinstrument zum Endotrachealtubus erfolgreich zum Einsatz, um die Atemwege ohne weitere Komplikationen perioperativ zu sichern. Es zeigte sich, dass die Anwendung der ProSeal®-Larynxmaske unter kontrollierter Ventilation und ohne den Gebrauch von Muskelrelaxantien, eine effektive und sichere Möglichkeit zur Beatmung von Patienten darstellt. Dies trifft sowohl auf Fachärzte als auch auf weniger qualifiziertes Personal zu. Die Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass eine korrekt platzierte ProSeal®-Larynxmaske vor einer pulmonalen Aspiration von regurgitiertem Magensaft während einer Druck-kontrollierten Beatmung schützen kann. Bei den aufgetretenen kritischen Ereignissen und Anwendungsproblemen darf die wichtige Rolle einer inadäquaten Anästhesie nicht übersehen werden. Diese Tatsache wird durch die Ergebnisse der Studie unterstrichen. Die Daten zeigen, dass die ProSeal®-Larynxmaske im Management des schwierigen Atemweges eine ähnlich wichtige Rolle wie die Classic®-Larynxmaske spielt und bei Unmöglichkeit einer endotrachealen Intubation eine wertvolle Alternative zur Sicherung der Atemwege bietet.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0317