Geschlechtsspezifische Unterschiede der hyperkapnischen Chemosensitivität bei lungengesunden Probanden über 60 Jahre

Die hyperkapnische Chemosensitivität (HCVR) scheint eine entscheidende Rolle in der Genese der Cheyne-Stokes-Atmung bei herzinsuffizienten Patienten zu spielen. Für diese Atemform, welche vorwiegend in höherem Lebensalter auftritt, ist das männliche Geschlecht ein wesentlicher prädisponierender Fakt...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schulze Lohoff, Barbara
Beteiligte: Becker, Heinrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die hyperkapnische Chemosensitivität (HCVR) scheint eine entscheidende Rolle in der Genese der Cheyne-Stokes-Atmung bei herzinsuffizienten Patienten zu spielen. Für diese Atemform, welche vorwiegend in höherem Lebensalter auftritt, ist das männliche Geschlecht ein wesentlicher prädisponierender Faktor. Als Ursache hierfür wird eine bei Männern gegenüber Frauen der entsprechenden Altersklasse erhöhte hyperkapnische Chemosensitivität vermutet. Da Progesteron einen steigernden Effekt auf die hyperkapnische Chemosensitivität auszuüben scheint und bei Frauen im Rahmen der hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren der Progesteronspiegel sinkt, ist es denkbar, dass auch die hyperkapnische Chemosensitivität in der Postmenopause relevant abnimmt. Systematische Untersuchungen der HCVR ausschließlich bei postmenopausalen Frauen und Männern gleichen Alters in einem großen Kollektiv liegen bisher allerdings nicht vor. Ziel dieser Arbeit war die Prüfung der Hypothese, dass bei postmenopausalen Frauen über 60 Jahre die hyperkapnische Chemosensitivität signifikant niedriger ist als bei altersgleichen Männern. Die hyperkapnischen Chemosensitivität wurde bei 51 Männern und 49 Frauen über 60 Jahre mittels Rückatmungstest nach Read gemessen. Hier wird ein hyperoxisches Gasgemisch mit einem initialen CO2-Anteil von 7% in ein geschlossenes System rückgeatmet. Es handelt sich hierbei um eine international gebräuchliche Standardmethode. Die hyperkapnische Atemantwort wird dabei als Änderung des Atemminutenvolumens pro Zunahme des endexspiratorischen CO2-Partialdrucks (∆AMV/∆ETCO2) gemessen. Es wurde für postmenopausale Frauen über 60 Jahre eine mit 1,22 ± 0,65 l/min/mmHg um nahezu 50% niedrigere hyperkapnische Atemantwort gemessen als für altersentsprechende Männer, die im Mittel eine HCVR von 2,15 ± 1,07 l/min/mmHg aufwiesen. Die aufgestellte Hypothese konnte somit bestätigt werden. Nach den Ergebnissen dieser Studie kann man die bei Frauen in der betroffenen Altersklasse erniedrigte hypercapnische Chemosensitivität gewissermaßen als Schutz vor dem Auftreten von Cheyne-Stokes-Atmung postulieren. Hier könnte sich in Zukunft ein Therapieansatz in Form der medikamentösen Reduktion der hyperkapnischen Chemosensitivität bei Männern ergeben.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0262