Etablierung eines ELISAs zum Nachweis von Autoantikörpern gegen Desmocollin 1, 2 und 3 in Seren von Patienten mit Pemphigus-Erkrankung

Bullöse Autoimmundermatosen der Pemphigus-Gruppe sind durch Autoantikörper charakterisiert, die sich gegen desmosomale Adhäsionsproteine richten; zu diesen zählen Desmogleine (Dsg1-4) sowie Desmocolline (Dsc1-3). Es ist bereits bekannt, dass Dsg1 und Dsg3 wichtige Autoantigene des Pemphigus vulga...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Heber, Barbara
Beteiligte: Hertl, M. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Hautkrankheiten
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Bullöse Autoimmundermatosen der Pemphigus-Gruppe sind durch Autoantikörper charakterisiert, die sich gegen desmosomale Adhäsionsproteine richten; zu diesen zählen Desmogleine (Dsg1-4) sowie Desmocolline (Dsc1-3). Es ist bereits bekannt, dass Dsg1 und Dsg3 wichtige Autoantigene des Pemphigus vulgaris (PV) darstellen, welcher die häufigste Form der Pemphigus-Erkrankungen repräsentiert. Über die Rolle der Dsc als Autoantigene der Pemphigus-Erkrankung ist weitaus weniger bekannt. Ziel dieser Arbeit war es, die Prävalenz von anti-Dsc-Autoantikörpern in einem Kollektiv europäischer Pemphigus-Patienten mittels Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA) und Western Blot zu erfassen. Hierfür wurden zunächst rekombinante Dsc1-3-Proteine im Baculovirus- Expressionssystem exprimiert und affinitätschromatographisch aufgereinigt; mittels dieser rekombinanten Proteine wurde ein ELISA zur Detektion von IgGund IgA-Autoantikörpern gegen Dsc1-3 an Patientenseren etabliert. Es wurde eine Kohorte von 82 PV-Patienten, die sich in unterschiedlichen klinischen Stadien (akut, chronisch, in Remission) befanden und verschiedene klinische Phänotypen (mukosal, mukokutan, kutan) aufwiesen, fünf Patienten mit IgA-Pemphigus, drei Patienten mit paraneoplastischem Pemphigus (PNP), zwei Patienten mit atypischen Pemphigus-Erkrankungen, 32 bisher noch nicht genau klassifizierte Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Pemphigus-Erkrankung bestand, sowie 22 gesunde Kontrollpersonen mittels ELISA auf das Vorhandensein von anti-Dsc-Autoantikörpern untersucht. Patienten, die im ELISA positiv reagierten, wurden zusätzlich mittels Western Blot auf Autoantikörper gegen Dsc getestet. Einer der Patienten mit atypischem Pemphigus zeigte eine deutliche IgG- und IgA-Reaktivität gegen Dsc1. Der zweite Patient mit atypischem Pemphigus zeigte eine deutliche IgA-Reaktivität gegen Dsc1 und Dsc3 sowie eine schwache IgA-Reaktivität gegen Dsc2. Ein Patient mit IgA-Pemphigus war IgA-positiv gegen Dsg1, Dsc1 und Dsc2, und ein Patient mit PNP war IgG-positiv gegen Dsc3. Im Gegensatz dazu zeigte keiner der PV-Patienten, unabhängig vom Krankheitsstadium sowie vom klinischen Phänotypen, sowie keiner der Patienten mit Verdacht auf Pemphigus Reaktivität gegen Dsc. Zudem war bei keiner der 22 getesteten gesunden Kontrollpersonen IgG- oder IgA-Reaktivität gegen die rekombinanten Dsc detektierbar. Demzufolge kann aus dieser Arbeit geschlossen werden, dass Dsc keine häufigen Autoantigene des Pemphigus vulgaris darstellen, aber in seltenen (i.e. IgAPemphigus und PNP) sowie atypischen Pemphigus-Erkrankungen als Autoantigene detektiert werden können. Die Generierung von Autoantikörpern gegen Dsc geschieht möglicherweise aufgrund des Prinzips des Epitope Spreading. Die Aquirierung von Daten anti-Dsc-positiver Patienten und ihre Charakterisierung wird möglicherweise dazu beitragen, bisher noch unbekannte Pemphigus-Entitäten zu definieren. Der für diese Arbeit etablierte Dsc-ELISA wird bereits routinemäßig zur Diagnostik von Seren von Patienten mit Pemphigus-Erkrankungen eingesetzt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0184