Arbeit und Gesundheit: Zur objektiven Erfassung von Tätigkeitsmerkmalen nach dem Job Demand-Control Modell

Ziel der vorliegenden Dissertation war die Erfassung der Dimensionen Job Demands und De-cision Latitude des Job Demand-Control Modells (Karasek, 1979) auf der Basis von objekti-ven Arbeitsanalysemethoden. Es sollte geprüft werden, ob diese objektiv erfassten Tätig-keitsmerkmale in Beziehung zu Fehlb...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Gebele, Niklas
Beteiligte: Rau, Renate (Prof. Dr. rer. nat. habil.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Psychologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Ziel der vorliegenden Dissertation war die Erfassung der Dimensionen Job Demands und De-cision Latitude des Job Demand-Control Modells (Karasek, 1979) auf der Basis von objekti-ven Arbeitsanalysemethoden. Es sollte geprüft werden, ob diese objektiv erfassten Tätig-keitsmerkmale in Beziehung zu Fehlbeanspruchungsfolgen stehen. Zur Operationalisierung der Tätigkeitsmerkmale Job Demands und Decision Latitude wurden theoriebasiert Skalen des Tätigkeitsbewertungssystems TBS (Rudolph et al., 1987) ausgewählt. Die neu gebildeten Skalen Job Demands TBS und Decision Latitude TBS wurden in einer Stichprobe von 468 Erwerbstätigen aus verschiedenen Branchen überprüft und zur Vorhersage von Erholungsun-fähigkeit, vitaler Erschöpfung und nächtlicher Blutdruckrückstellung eingesetzt. Simultane konfirmatorische Faktorenanalysen mit den TBS-Skalen und dem Fragebogen zur Erfassung von Intensität und Tätigkeitsspielraum in der Arbeit (Richter et al., 2000) können die Konstruktvalidität der Skalen Job Demands TBS und Decision Latitude TBS bestätigen. In Bezug auf den Zusammenhang von Tätigkeitsmerkmalen und Fehlbeanspruchungsfolgen kann mithilfe hierarchischer Regressionsanalysen gezeigt werden, dass objektiv erfasste Job Demands sowie subjektiv erfasste Job Demands und Decision Latitude Erholungsunfähigkeit und vitaler Erschöpfung vorhersagen. Die Fehlbeanspruchungsfolgen treten umso stärker auf je höher Job Demands und je geringer erlebter Decision Latitude ausgeprägt sind. Die nächtli-che Rückstellung des diastolischen Blutdrucks wird durch objektiv erfassten Decision Latitu-de, aber nicht durch subjektiv erfasste Tätigkeitsmerkmale vorhergesagt. Je geringer der ob-jektiv erfasste Decision Latitude, desto geringer ist die Blutdruckrückstellung. Die Operationalisierung von Job Demands und Decision Latitude auf der Grundlage des TBS bietet die Möglichkeit einer vom subjektiven Erleben des Arbeitsplatzinhabers unabhängigen Erfassung der Tätigkeitsmerkmale und der direkten Ableitung von Maßnahmen zur Gestal-tung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0089