Korrelation des International Caries Detection and Assessment System (ICDAS-II) zur okklusalen Kariesdiagnose mit Laserfluoreszenzmessungen - eine In-vitro-Studie

Problemstellung: Der Rückgang der Kariesprävalenz und die Verschiebung der Ausprägung von kariösen Läsionen haben zur Folge, dass die Karies nicht mehr ausschließlich auf dem Kavitationsniveau erfasst werden sollte. Das International Caries Detection and Assessment System (ICDAS-II) ist ein siebenst...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Rolfsen, Stefanie
Beteiligte: Jablonski-Momeni, Anahita (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Problemstellung: Der Rückgang der Kariesprävalenz und die Verschiebung der Ausprägung von kariösen Läsionen haben zur Folge, dass die Karies nicht mehr ausschließlich auf dem Kavitationsniveau erfasst werden sollte. Das International Caries Detection and Assessment System (ICDAS-II) ist ein siebenstufiges visuelles Kariesdiagnosesystem, das kariös bedingte Veränderungen der Zahnhartsubstanzen bereits im frühen Stadium erfassen kann. Neben der rein visuellen Kariesdiagnose stehen dem Zahnarzt weitere Verfahren zur Verfügung. Hierzu zählt unter anderem auch die Laserfluoreszenz. Ziel der Studie war es, die Korrelation von visuellen Befunden (V) an Fissuren extrahierter Zähne mit den Werten von Laserfluoreszenzmessungen (LF-Z) und der Histologie korrespondierender Zahnhartschnitte (H) zu überprüfen. Zusätzlich sollte untersucht werden, ob LF-Messungen an Zahnhartschnitten (LF-H/LF-H pen) mit visuellen und histologischen Befunden korrelieren. Material und Methode: 181 Messpunkte an Okklusalflächen von 100 menschlichen extrahierten Seitenzähnen wurden visuell (ICDAS-II) und unter Anwendung des LF-Gerätes untersucht. Nicht entkalkte Zahnhartschnitte wurden hergestellt und histologisch sowie mit den LF-Geräten untersucht. Statistik: Die Reproduzierbarkeit der Laserfluoreszenzmessungen wurde mittels der Kappa-Statistik (κ) und des Intra-Klassen-Korrelationskoeffizienten berechnet. Die Korrelationen wurden anhand des Rangkorrelationskoeffizienten nach Spearman (rs) ermittelt. Die Sensitivität und Spezifität wurden für das D1- und D3-Niveau berechnet. Ergebnisse: Die gewichteten Intra-Untersucher Kappa-Werte lagen sowohl für das DIAGNOdent, als auch für das DIAGNOdent pen im fast perfekten Bereich (0,90 und 0,94). Für die laserunterstützte Bestimmung der Läsionstiefe an den extrahierten Zähnen lag der gewichtete Intra-Untersucher Kappa-Wert im substantiellen Bereich (0,80). Die Intra-Klassen-Korrelationskoeffizienten lagen für alle Messungen in der Größenordnung einer hohen Korrelation (0,828, 0,957, 0,988). Die Korrelation zwischen V und LF-Z lag bei rs=0,52 und zwischen V und H bei rs=0,70. Die LF-Messungen an den Hartschnitten zeigten eine geringe Korrelation mit V (rs=0,29 und rs=0,36) und eine mittlere Korrelation mit H (rs=0,54 und rs=0,60). Die Korrelation zwischen LF-Z und LF-H lag mit rs=0,50 im mittleren Bereich. Die Sensitivität für die visuelle Untersuchung lag für das D1-Niveau bei 90,7 % und für das D3-Niveau bei 70,1 %. Die ermittelte Spezifität betrug für das D1-Niveau 54,0 % und für das D3-Niveau 91,1 %. Für die Laserfluoreszenzmessungen am extrahierten Zahn betrug die Sensitivität für das D1-Niveau 47,3 % und für das D3-Niveau 53,0 %. Die ermittelte Spezifität lag für das D1-Niveau bei 88,0 % und für das D3-Niveau bei 87,0 %. Diskussion und Schlussfolgerung: Insgesamt zeigte das ICDAS-II nur eine moderate Korrelation zur LF-Messung. Möglicherweise spielen hierbei die mit einer In-vitro-Studie verbundenen experimentellen Faktoren eine wichtige Rolle. Daher sollten weiterführende In-vivo-Studien durchgeführt werden. Kariös veränderte Zahnhartsubstanzen können mit LF-Messungen an histolo-gischen Zahnhartschnitten nur eingeschränkt erfasst werden. Für Aussagen über die Tiefenausdehnung der Karies ist die histologische Untersuchung (als Goldstandard) besser geeignet.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0778