Behandlung des Furkationsbefalls und intraalveolärer Defekte bei Patienten mit fortgeschrittener chronischer Parodontitis durch resorbierbare Membran und bioaktives Glas

In der vorliegenden Studie sollte die Effektivität von zwei verschiedenen Materialien in der regenerativen Behandlung von intraalveolären Defekten und Furkationsbefällen bei Patienten mit fortgeschrittener chronischer Parodontitis verglichen werden. Es sollte klinisch und radiologisch überprüft werd...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Sonnenschein, Kerstin
Beteiligte: Mengel, Reiner (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
GTR
Online Zugang:PDF-Volltext
Tags: Tag hinzufügen
Keine Tags, Fügen Sie den ersten Tag hinzu!
Beschreibung
Zusammenfassung:In der vorliegenden Studie sollte die Effektivität von zwei verschiedenen Materialien in der regenerativen Behandlung von intraalveolären Defekten und Furkationsbefällen bei Patienten mit fortgeschrittener chronischer Parodontitis verglichen werden. Es sollte klinisch und radiologisch überprüft werden, ob die bioresorbierbare Membran Resolut XT® (W.L. Gore & Associates, Flagstaff, AZ, USA) zu einem besseren Heilungserfolg führt als die Anwendung des bioaktiven Glases PerioGlas® (USBiomaterials, Alachua, FL, USA). Insgesamt nahmen 20 Patienten im Alter von 27 bis 65 Jahren mit fort-schreitender chronischer Parodontitis an der Studie teil. Die parodontale Vorbe-handlung war bei allen Patienten mindestens 8 Wochen vor dem operativen Eingriff abgeschlossen und die Patienten wiesen eine sehr gute Mundhygiene auf (API≤15%). Es wurden parodontale Defekte an Inzisiven, Prämolaren und Molaren des Oberkiefers und Unterkiefers behandelt, die einen intraalveolären Defekt mit Sondierungstiefen über 7mm oder Molaren mit einem klinischen Furkationsbefall, mindestens Grad II, aufwiesen. An den betroffenen Stellen musste eine keratinisierte Gingiva von mindestens 2mm Breite vorhanden sein und der Margo gingivalis musste koronal der entsprechenden Furkation liegen. Die beiden verwendeten Materialien kamen bei zwei verschiedenen Defekt-klassen zum Einsatz. Die Zuteilung des Materials wurde durch Münzwurf entschieden. Im Anschluß an den operativen Eingriff erfolgte alle 3 Monate eine professionelle Zahnreinigung. Die klinischen Daten wurden nach der prä-operativen Baseline-Untersuchung alle 12 Monate für 3 Jahre erhoben, ebenso wie die entsprechenden Röntgenkontrollen nach 12, 24 und 36 Monaten. Insgesamt wurden 11 Furkationsdefekte Grad III (4x PerioGlas®, 7x ResolutXT®) und 22 Grad II-Furkationen (14x PerioGlas®, 8x ResolutXT®) versorgt. Die Ergebnisse der operierten Furkationsdefekte zeigen in der PerioGlas®-Gruppe bei 94,4% der Fälle eine klinische Verbesserung des Furkationsbefalls um mindestens einen Grad und bei 50% konnte sogar eine vollständige Defektauffüllung nach 36 Monaten erzielt werden. In der ResolutXT®-Gruppe zeigten 73,4% eine klinische Verbesserung um mindestens einen Furkationsgrad nach 36 Monaten. Der Attachmentgewinn lag nach 36 Monaten in der PerioGlas®-Gruppe bei 3,0 ± 2,4 mm und in der ResolutXT®-Gruppe bei 3,0 ± 4,3 mm. In der ResolutXT®-Gruppe zeigen die männlichen Patienten signifikant bessere Ergebnisse bezogen auf den Attachmentgewinn (p=0,011). Die PerioGlas®-Gruppe der Furkationsbeteiligungen an Unterkiefermolaren zeigt hinsichtlich des Attachmentgewinns signifikant bessere Ergebnisse als die an Oberkiefermolaren (p=0,018). Im direkten Vergleich der beiden Materialien konnte allerdings kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. In der zweiten Gruppe wurden bei 14 männlichen und 8 weiblichen Patienten 83 intraalveoläre Defektflächen an 61 Zähnen operiert. 68 Defektflächen wurden mit dem Material PerioGlas® und 15 Defektflächen mit der Membran ResolutXT® versorgt. Die Ergebnisse der intraalveolären Defekte zeigen nach 36 Monaten bei den mit PerioGlas® versorgten Flächen eine Reduzierung der Sondierungstiefe von 4,0 ± 2,1 mm. Die gingivale Rezession bleibt nach 36 Monaten nahezu unverändert und im Median 0 ± 1,4 mm. Der Attachmentgewinn beträgt an diesen Flächen 4,0 ± 2,6 mm. Die mit ResolutXT® behandelten Defekte zeigen nach 36 Monaten eine Reduzierung der Sondierungstiefe von 5,0 ± 2,2 mm und sind damit vor Adjustierung signifikant besser als die PerioGlas®-Gruppe (p= 0,010). Die gingivale Rezession bleibt auch in dieser Gruppe unverändert. Der Attachmentgewinn liegt im Median bei 4,0 ± 2,7 mm. Zusammenfassend waren beide regenerativen Methoden in der Behandlung von Furkationsdefekten Grad II, Grad III und intraalveolären Defekten ≥7mm gleichermaßen erfolgreich. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen mit Motivation und Instruktion der Patienten im Rahmen des Recalls konnten den Einfluss der Mundhygiene auf das Behandlungsergebnis minimieren.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0542