Die Wirkung von zerebral exprimiertem Interleukin-12 auf die Gliomentwicklung ineinem transgenes Mausmodell

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung von Interleukin-12 (IL-12) auf einen murinen stereotaktisch implantierten Hirntumor. Anhand zahlreicher Tumormodelle wurde bereits belegt, dass IL-12 eine Hemmung auf das Wachstum von Tumoren ausübt. Teilweise konnte dies auch schon im humanen Bereich...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Vetter, Marcus
Beteiligte: Pagenstecher, A. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Nervenheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung von Interleukin-12 (IL-12) auf einen murinen stereotaktisch implantierten Hirntumor. Anhand zahlreicher Tumormodelle wurde bereits belegt, dass IL-12 eine Hemmung auf das Wachstum von Tumoren ausübt. Teilweise konnte dies auch schon im humanen Bereich gezeigt werden. Es wurde ein Tumormodell etabliert, bei dem 3x104 Gliomzellen vom Typ GL261 stereotaktisch in das Cerebellum von Versuchsmäusen implantiert wurden. Dann wurde untersucht, welche Wirkung eine transgene IL-12 Überexpression auf die Tumorabstoßung hatte. In der Literatur wurden zahlreiche Modelle beschrieben, welche Interleukin-12 mittels Viren, Genegun, Naked-DNA-Injektion oder subkutaner Injektion von extern dem Organismus zuführen. An unserem Modell untersuchten wir die endogene Überexpression von IL-12 im Cerebellum. Unsere Ergebnisse zeigten, dass die GF-IL 12 tg Versuchstiere deutlich weniger Symptome hatten als Wildtyptiere. Im Durchschnitt waren die Tumorvolumina in den GF-IL 12 tg Versuchstieren um 64% kleiner als in den Wildtyptieren. Dies war statistisch signifikant. (p ≤ 0,0013, Mann Whitney U-Test). In den immunohistochemischen Untersuchungen demonstrierten wir, dass vor allem CD8+ T-Zellen das Tumorgewebe in den GF-IL 12 tg Versuchstieren infiltriert hatten. Spätere Depletionsexperimente unterstrichen die entscheidende Rolle der CD8+ TZellen. Zudem konnten wir die Suppressorfunktion der CD4+ T-Zellen auf die CD8+ Zellen nachweisen. Anhand von CRAG-Tieren untersuchten wir die Rolle der NKZellen, welche in diesem Modell eine untergeordnete Rolle spielten. Schließlich konnten wir mit IFN-gamma-K.O.-Tieren zeigen, dass für eine Rekrutierung von CD8+ T-Zellen und eine Tumorabstoßung IFN-gamma nicht gebraucht wird. Die Standard-Therapie maligner Gliome ist auch in heutiger Zeit immer noch die chirurgische Resektion sowie eine anschließende Chemotherapie und Radiotherapie. Hier könnte eine Immuntherapie mit IL-12 bessere Verläufe ermöglichen. Die vorliegende Arbeit zeigt Grundlagen auf, wie eine endogene IL-12 Produktion eine Tumorabstoßung vermittelt. Die IL-12 Therapien bei malignen Gliomen im humanen Bereich sind allerdings noch im Studienstadium.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0108