Natürlicher Verlauf des Marburger Patientenguts an operierten Plattenepithelkarzinomen des Harntrakts

„Natürlicher Verlauf des Marburger Patientengutes an operierten Plattenepithelkarzinomen des Harntraktes“ Einleitung: Plattenepithelkarzinome (SCC) und plattenepitheliale Karzinome des Harntraktes sind in Westeuropa selten. Die Therapie des Plattenepithelkarzinoms ist daher eng an diejenige des...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Rausch, Steffen
Beteiligte: von Knobloch, Rolf (Prof. Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Operative Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:„Natürlicher Verlauf des Marburger Patientengutes an operierten Plattenepithelkarzinomen des Harntraktes“ Einleitung: Plattenepithelkarzinome (SCC) und plattenepitheliale Karzinome des Harntraktes sind in Westeuropa selten. Die Therapie des Plattenepithelkarzinoms ist daher eng an diejenige des Urothelkarzinoms angelehnt. Zielsetzung der Arbeit war die Charakterisierung der Tumorbiologie und -Prognose, sowie Evaluierung der Therapie von SCC im Kontext aktueller Behandlungsstrategien bei Karzinomen des Harntraktes. Material und Methoden: Das Patientengut der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Marburg vom 30.5.1989 bis 30.9.2004 wurde retrospektiv analysiert. 53 Patienten mit Plattenepithelkarzinomen und plattenepithelial differenzierten Karzinomen des Harntraktes wurden identifiziert und hinsichtlich Tumorstadium, Therapie und Überleben nachbeobachtet. Ergebnisse: Der Anteil der Plattenepithelkarzinome am Gesamtkollektiv betrug für Harnblasentumoren 2% (42/1573) und 7% (11/130) für Nierenbeckenkarzinome. Es zeigte sich eine deutliche Tendenz zu tief infiltrierenden Tumorstadien, mit Überwiegen des Stadiums pT3 (50%). In 60% der Fälle war das postoperative Grading G3. Die Tendenz zur systemischen Tumoraussaat war mit 26% nodal positiven, bzw. fernmetastasierten Karzinomen gering. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 26% für Harnblasenkarzinome (tumorspezifisch 46%), bei einem medianen Überleben von 11,13 Monaten. 3 von 4 Patienten mit einem Harnblasentumor pT2N0 konnten durch radikale Zystektomie geheilt werden. Bei Tumorlokalisation im Nierenbecken beobachtete man ein medianes Überleben von 7,25 Monaten und eine tumorspezifische 5-JÜR von 30%. T-Stadium und Lymphknotenstatus konnten als Parameter mit Einfluss auf die Prognose der Patienten identifiziert werden. Adjuvante Therapieformen wurden nur vereinzelt eingesetzt, zeigten jedoch häufig ein therapeutisches Ansprechen. Schlussfolgerung: Plattenepithelkarzinome und plattenepitheliale Urothelkarzinome des Harntraktes zeigen im Vergleich zum Urothelkarzinom eine eigenständige Tumorbiologie und eine schlechtere Prognose. Das Überleben korreliert eng mit der lokalen Tumorausdehnung und macht somit eine frühzeitige radikalchirurgische Therapie erforderlich. Analog zum Urothelkarzinom können adjuvante Radio-/Chemotherapie den Therapieerfolg unterstützen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0863